Der iPhone-Konzern steckt mitten in der Neuausrichtung seiner Mac-Sparte: Günstigere Einstiegsmodelle sollen neue Käufer locken, während die Profi-Geräte einen radikalen Umbau erleben.
Zweigleisige Strategie für Wachstum
Apples Mac-Geschäft brummt. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Erlöse auf umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro. Doch hinter den soliden Zahlen verbirgt sich ein tiefgreifender Wandel. Branchenbeobachter sprechen von einer „Zwei-Klassen-Strategie“: Während Apple mit einer neuen „MacBook Neo“-Reihe den Massenmarkt erobern will, sollen High-End-Geräte unter der Bezeichnung „MacBook Ultra“ die Profis bedienen.
M6-Chip: Apple überspringt Zwischenstufen
Technische Details, die im Juli 2026 bekannt wurden, deuten auf einen ungewöhnlichen Schritt hin. Der kommende M6-Chip soll die Speicherbandbreite von 153 GB/s (M5) auf 200 GB/s erhöhen und eine verbesserte 12-Kern-GPU bieten. Doch Apple verzichtet offenbar auf die Varianten „Pro“ und „Max“ – eine Premiere in der Chip-Geschichte.
Die Erklärung: Der Konzern will offenbar den großen Sprung zur M7-Serie im ersten Halbjahr 2027 vorbereiten. Für Profis, die jetzt Leistung brauchen, plant Apple einen M5 Ultra für das Mac Studio – mit 36 CPU-Kernen, 80 GPU-Kernen und bis zu 768 GB Arbeitsspeicher.
Erster Touchscreen-Mac in Sicht
Für das High-End-Segment zeichnet sich eine echte Revolution ab. Ab Ende 2026 oder Anfang 2027 soll ein komplett überarbeitetes MacBook Pro erscheinen – mit erstmaligem Touchscreen, OLED-Display und schlankerem Gehäuse. Statt der bisherigen Notch könnte ein Dynamic Island die Frontkamera beherbergen. Branchenkenner rechnen mit der neuen Bezeichnung „MacBook Ultra“.
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Der Angriff auf das Einstiegssegment
Parallel dazu arbeitet Apple an einem günstigen Laptop unter der internen Bezeichnung J700. Das Ziel: der hart umkämpfte Markt unter 1.000 Euro. Um die Kosten zu drücken, greift Apple zu ungewöhnlichen Mitteln. Statt aktueller Top-Chips sollen ältere oder modifizierte Prozessoren zum Einsatz kommen – etwa der A15 Bionic oder teilweise fehlerhafte A18 Pro-Chips.
Die Preisspanne liegt voraussichtlich zwischen 550 und 650 Euro, in der Spitzenkonfiguration bei rund 920 Euro. Die Geräte erhalten 13-Zoll-Displays, allerdings mit günstigeren LCD-Panels als die Premium-Modelle.
DRAM-Krise bremst die Expansion
Doch der große Wurf droht an der Lieferkette zu scheitern. Mitte Juli 2026 wurde bekannt, dass Apple die Produktionsziele für das MacBook Neo um 40 Prozent kürzen musste. Grund: eine anhaltende DRAM-Knappheit.
Ursprünglich waren zehn Millionen Einheiten bis Jahresende geplant – jetzt sind es nur noch sechs bis sieben Millionen. Die Folge: Trotz hoher Nachfrage drohen Lieferengpässe und ausverkaufte Lager. Der DRAM-Mangel ist auch ein Grund, warum Apple bei den M6-Varianten spart.
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Software-Revolution und Führungswechsel
Die Hardware-Offensive wird von einem Umbau der Software begleitet. Nach der WWDC im Juni 2026 bereitet Apple die Veröffentlichung von macOS 27 und iOS 27 vor. Der digitale Assistent Siri soll eine grundlegende Überarbeitung erhalten – mit deutlich leistungsfähigerer KI.
Gleichzeitig steht ein Generationenwechsel an der Spitze bevor. Tim Cook wird voraussichtlich seine letzte große Keynote halten, John Ternus soll im September 2026 den CEO-Posten übernehmen. macOS 27 dürfte das letzte Betriebssystem sein, das Intel-Macs und die Rosetta-2-Emulation unterstützt – das Ende einer Ära.

