Apple hat sein Mac-Portfolio im ersten Halbjahr 2026 massiv ausgebaut – und steht zugleich vor einem Führungswechsel. Die neue Strategie setzt auf günstige Einstiegsmodelle, KI-Power und einen umkämpften Speichermarkt.
Der US-Konzern überrascht mit einem neuen Einsteiger-Laptop für Schulen und Studierende, während die Profi-Modelle mit schnelleren Chips und höheren Preisen aufwarten. Zeitgleich bereitet sich Apple auf die Übergabe an den neuen CEO John Ternus vor, der am 1. September die Nachfolge antreten wird. Unterstützung kommt von einer Rückkehrerin: Die frühere Hardware-Chefin Laura Legros soll aus dem Ruhestand zurückgekehrt sein, um Produktauslieferung und Entwicklungspläne zu koordinieren.
MacBook Neo: Der Angriff auf das Bildungssegment
Im Frühjahr präsentierte Apple mit dem MacBook Neo ein bewusst günstig positioniertes Gerät. Das 13-Zoll-Notebook mit A18-Pro-Chip wiegt lediglich 1,23 Kilogramm und soll die Lücke zwischen Tablet und Premium-MacBook-Air schließen. Der Verkauf startete am 11. März zu einem Preis von rund 699 US-Dollar – die Version mit Touch ID kostet 799 US-Dollar. Besonders erfolgreich ist das Gerät jedoch im Bildungssektor: Dort liegt der Preis bei 499 US-Dollar.
Die Strategie zeigt Wirkung. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Apple mit Macs einen Umsatz von 10,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Entscheidend: Fast die Hälfte der Großbestellungen von Schulen ersetzt demnach bestehende Windows- oder ChromeOS-Geräte. Besonders hohe Stückzahlen wurden in mehreren Schulbezirken registriert, darunter Pinellas County, Peninsula und Midwest City-Del City.
Technisch setzt das MacBook Neo auf einen A18-Pro-Prozessor mit 6-Core-CPU und 5-Core-GPU sowie 8 Gigabyte Arbeitsspeicher. Leistungstests zufolge bewältigt das Gerät selbst anspruchsvolle Aufgaben wie die Bearbeitung von 4K-Videos. Doch der niedrige Preis hat seinen Preis: Tester bemängeln fehlende Tastaturbeleuchtung und den Verzicht auf den erweiterten P3-Farbraum.
M5 Pro und M5 Max: KI im Fokus
Für Profis hat Apple die MacBook-Pro-Reihe mit den neuen Chips M5 Pro und M5 Max aufgerüstet. Die Prozessoren setzen auf die sogenannte SoIC-MH-Packaging-Technologie und legen den Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz. Benchmarks zeigen bis zu vierfach höhere KI-Leistung gegenüber der Vorgängergeneration – bei großen Sprachmodellen ist die Verarbeitung sogar fast siebenmal schneller als beim M1 Pro.
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Die Top-Konfigurationen unterstützen bis zu 128 Gigabyte RAM und eine Speicherbandbreite von 614 Gigabyte pro Sekunde. Drahtlos kommunizieren die Geräte über Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Die gebotene Leistung hat jedoch ihren Preis: Im Juni erhöhte Apple die unverbindlichen Preisempfehlungen. Das 14-Zoll-MacBook-Pro startet nun bei 2.199 US-Dollar, das 16-Zoll-Modell mit M5 Max kostet 3.899 US-Dollar.
„RAMageddon“: Lieferengpässe beim MacBook Air
Trotz des erweiterten Portfolios kämpft Apple derzeit mit erheblichen Lieferproblemen. Eine weltweite Knappheit bei DRAM- und NAND-Speicherchips – ausgelöst durch den rasanten Ausbau von KI-Rechenzentren – führt zu wochenlangen Wartezeiten beim M5 MacBook Air. Branchenkenner sprechen bereits vom „RAMageddon“.
Die Lieferzeiten für das 13-Zoll-MacBook Air verschieben sich aktuell bis Ende August. Um die Nachfrage zu kanalisieren, lenkt Apple Interessenten offenbar gezielt auf die besser verfügbaren – aber teureren – MacBook-Pro-Modelle. Auch die Preise des MacBook Air wurden im Juni angehoben: Das 13-Zoll-Modell kostet nun mindestens 1.099 US-Dollar.
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Ausblick: OLED, Touchscreen und ein „MacBook Ultra“?
Für das Schlussquartal 2026 deuten Berichte auf eine weitere Marktsegmentierung hin: Ein „MacBook Ultra“ könnte bereits im Oktober erscheinen. Geleakte Spezifikationen nennen ein OLED-Display mit 1.600 Nits Helligkeit, eine Dynamic Island und 5G-Konnektivität.
Blickt man weiter nach vorn, erwarten Branchenanalysten für das M6 MacBook Pro Ende 2027 ebenfalls OLED-Technologie und Touchscreen-Fähigkeiten. Beim für September erwarteten Apple-Event stehen zwar iPhone 18 Pro und neue Apple-Watch-Modelle im Mittelpunkt – doch die eigentliche Herausforderung bleibt die Stabilisierung der Lieferkette, um die hohe Nachfrage aus den jüngsten Quartalszahlen zu bedienen.

