MacBook Neo und M5 Air: Apple stellt sein Portfolio neu auf

Apple erneuert sein Mac-Lineup mit dem M5-Chip und streicht die 256-GB-Speicheroption. Lieferengpässe prägen die aktuelle Marktsituation.

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Der Konzern reagiert damit nicht nur auf technologische Sprünge bei den eigenen Chips, sondern auch auf eine angespannte Lage auf dem Speichermarkt. Wer jetzt ein neues MacBook kaufen will, steht vor einer schwierigen Entscheidung.

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M5-Chip: Der Leistungssprung ist real

Die aktuellen Benchmark-Werte des M5 MacBook Air sprechen eine klare Sprache. Im Vergleich zur Vorgängergeneration M4 legt der neue chip bei Single-Core-Leistung um rund 11 Prozent zu, bei Multi-Core-Aufgaben sogar um 14 Prozent. Damit nähert sich das Air gefährlich nahe an die Pro-Reihe an.

Die Architektur des M5 setzt auf eine 10-Kern-CPU und eine 10-Kern-GPU, unterstützt von einer 16-Kern-Neural Engine. Diese ist speziell für lokale KI-Workloads optimiert – ein entscheidender Vorteil für Entwickler, die mit Docker-Containern oder Machine-Learning-Modellen arbeiten.

Doch der Fortschritt beschränkt sich nicht auf rohe Rechenleistung. Die neuen Modelle unterstützen WLAN 7 und Bluetooth 6 – Technologien, die es zur M1-Ära schlicht nicht gab. Und auch für Spieler gibt es gute Nachrichten: In Tests auf dem 13-Zoll- und 15-Zoll-Modell liefen Titel wie Resident Evil 4 und Cyberpunk 2077 stabil, was zeigt, dass die integrierte Grafik endlich ein Niveau erreicht hat, das für Mainstream-Gaming taugt.

Das Ende der 256-GB-Ära

Apple hat die Einstiegskonfigurationen seiner Macs radikal verändert. Seit Anfang Mai 2026 gibt es die 256-GB-Speicheroption für mehrere Modelle nicht mehr – darunter auch den Mac mini. Dessen Einstiegspreis steigt damit von 549 auf 735 Euro (umgerechnet von 799 Dollar) für die 512-GB-Version.

Auch beim MacBook Air M5 vollzieht sich dieser Wandel. Das 13-Zoll-Modell startet nun standardmäßig mit 512 GB SSD – doppelt so viel wie beim Basismodell der M4-Generation. Der Preis dafür: rund 1.010 Euro (1.099 Dollar).

Für preisbewusste Käufer hat Apple das MacBook Neo eingeführt. Angetrieben vom A18-Pro-Chip, startet es bei etwa 550 Euro (599 Dollar) und übernimmt damit die Rolle des günstigsten portablen Macs.

Die Preise für das M5 MacBook Air zeigen bereits Bewegung. Am 4. Mai 2026 senkte Amazon den Preis für das 13-Zoll-Modell (16 GB RAM/512 GB SSD) auf umgerechnet rund 870 Euro – ein Rabatt von etwa 140 Euro. Ähnliche Angebote gibt es für die 15-Zoll-Version, bei denen Händler mit Bundle-Deals bis zu 185 Euro Ersparnis locken.

Speicherkrise: KI-Boom trifft Apple

Die Umstellung der Hardware-Strategie ist jedoch nicht nur eine Frage der Produktstaffelung. Apple kämpft mit einem globalen Mangel an Speicherchips. In einer Telefonkonferenz zum zweiten Quartal 2026 bestätigte das Management, dass die massive Nachfrage nach KI-Servern die Lieferketten für Hochleistungsspeicherkomponenten umgeleitet hat.

CEO Tim Cook, der kürzlich seinen Rücktritt nach 14 Jahren an der Spitze ankündigte, warnte vor deutlich höheren Speicherkosten in den kommenden Monaten. Die Auswirkungen sind bereits spürbar: In Regionen wie Singapur betragen die Lieferzeiten für individuell konfigurierte Macs 10 bis 12 Wochen, einige High-End-Modelle sind als „derzeit nicht verfügbar“ gelistet.

Experten des südkoreanischen Herstellers SK Group gehen davon aus, dass die Speicherknappheit bis 2030 anhalten könnte. Apples Entscheidung, günstigere Speichervarianten zu streichen, ist daher auch eine logische Reaktion: Das Unternehmen konzentriert seine begrenzten Komponenten auf margenstärkere Konfigurationen, die besser zu den Anforderungen moderner KI-Software passen.

M1 oder M5? Die entscheidenden Unterschiede

Wer noch auf einem M1- oder M2-MacBook Air sitzt, steht vor der Frage: Lohnt sich der Umstieg? Die Antwort hängt stark vom Einsatzzweck ab.

Für grundlegende Aufgaben wie Textverarbeitung oder einfache Content-Erstellung reicht das M1-Modell weiterhin aus. Doch wer mit lokalen KI-Tools arbeitet, wird schnell an die Grenzen stoßen. Die Neural Engine des M5 ist speziell für diese Anwendungen optimiert – ein Feature, das den älteren Chips fehlt.

Ein entscheidender Punkt ist der Arbeitsspeicher. Die Basismodelle des M5 kommen standardmäßig mit 16 GB RAM – doppelt so viel wie viele ältere Einstiegs-M1- und M2-Geräte. In Kombination mit der höheren Speicherbandbreite ermöglicht dies effizienteres Multitasking in speicherintensiven Umgebungen wie Python-basierten Data-Science-Projekten oder großen Code-Kompilierungen.

Auch das Design hat sich weiterentwickelt. Das M5 MacBook Air bietet eine verbesserte Display-Technologie und eine Akkulaufzeit von bis zu 18 Stunden. Für Entwickler, die lokale Repositorien und mehrere virtuelle Umgebungen verwalten müssen, sind die 512 GB Basisspeicher inzwischen das absolute Minimum.

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Ausblick: Zwischen Boom und Engpass

Apple steht 2026 vor einem Drahtseilakt. Der M5 MacBook Air verzeichnet eine starke Nachfrage und trug im letzten Quartal zu einem Wachstum des Mac-Segments um 6 Prozent bei – bei einem Gesamtumsatz von umgerechnet rund 102 Milliarden Euro (111,2 Milliarden Dollar). Doch der Schatten des „RAMaggedon“ – so nennen Branchenkenner den aktuellen Preisschock bei Speicherchips – liegt über dem gesamten Hardware-Sektor.

Die Strategie des Konzerns ist klar: Premium-Tier (Pro) und Mittelklasse (Air) werden gestärkt, während das MacBook Neo den Bildungs- und Einstiegsmarkt abdeckt. Dieses Drei-Stufen-Modell erlaubt es Apple, seine Komponentenbestände effizienter zu verwalten und gleichzeitig sicherzustellen, dass leistungsstarke Chips wie der M5 für die Nutzer verfügbar sind, die sie für anspruchsvolle KI-Anwendungen brauchen.

Käufer sollten die Lagerbestände im Auge behalten. Der aktuelle Preis von rund 870 Euro für das M5 MacBook Air ist ein Tiefststand für das neue Modell. Doch wer individuell konfigurierte Geräte mit 24 GB RAM oder größeren SSDs sucht, muss sich auf monatelange Wartezeiten einstellen. Für Nutzer von M1- oder M2-Geräten gilt: Bei alltäglichen Aufgaben ist der Sprung zum M5 kaum spürbar – wer aber in die Welt der KI-gestützten Arbeitsabläufe eintauchen will, kommt an einem Upgrade nicht vorbei.