Der Technologiekonzern Apple hat weltweit die Preise für MacBooks und iPads deutlich angehoben. Grund ist eine beispiellose Knappheit bei Speicherchips, ausgelöst durch den KI-Boom.
Seit Ende Juni 2025 steigen die Preise in vielen Ländern um bis zu zwölf Prozent. Betroffen sind vor allem Geräte mit viel Arbeitsspeicher und großen SSDs. Der Grund: KI-Rechenzentren saugen rund 70 Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion auf. Marktforscher von Gartner rechnen bis Ende 2026 mit Preissteigerungen von bis zu 130 Prozent bei Speicherbauteilen.
Preissprünge in Asien und Afrika
In Vietnam verteuerte sich das MacBook Air M3 mit 16 Gigabyte RAM von umgerechnet rund 1.050 auf 1.150 Euro. High-End-Modelle wie das MacBook Pro mit M5-Chip legten umgerechnet um bis zu 150 Euro zu. In Südafrika stieg der Einstiegspreis für das 13-Zoll MacBook Air M5 um mehr als 32 Prozent.
In den USA kostet das 14-Zoll MacBook Pro nun 1.999 Dollar statt bisher 1.699 Dollar. Das 16-Zoll-Modell startet bei 2.999 Dollar. Apple versucht, die Kunden mit einem „Back-to-School“-Angebot zu besänftigen: Bis zum 27. August gibt es bis zu 150 Dollar Geschenkkarte beim Kauf qualifizierter Geräte.
Streit mit Händlern: Nachzahlungen für Vorbesteller
Die plötzlichen Preisanpassungen sorgen für Ärger in der Lieferkette. In Großbritannien verlangte der Apple-Reseller KRCS von Kunden, die bereits vollständig bezahlte MacBook Pro bestellt hatten, Nachzahlungen von bis zu 3.000 Dollar. Ein betroffener Kunde, der sein M5 Max MacBook Pro bereits Anfang Juni vorbestellt hatte, wurde trotz abgeschlossener Transaktion zur Kasse gebeten.
Apple erklärte, rückwirkende Preisänderungen entsprächen nicht der Unternehmenspolitik. Der Vorfall zeigt jedoch, wie stark die Komponentenkosten den Einzelhandel unter Druck setzen.
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Hardware-Leasing als Ausweg
Um die sinkende Erschwinglichkeit abzufedern, startet Apple am 28. Juli ein neues Leasing-Programm. In Partnerschaft mit dem Finanzdienstleister Klarna bietet der Konzern das „Apple Upgrade“-Programm zunächst in den USA an.
Die Konditionen: 36 Monate Laufzeit für Mac und iPad, 24 Monate für iPhone und Apple Watch. Nach einer Bonitätsprüfung können Kunden entweder vorzeitig auf neuere Modelle upgraden oder die Hardware gegen eine Restzahlung behalten. Das neue Programm dürfte bestehende Finanzierungsmodelle wie das iPhone Upgrade Program und die Apple-Card-Finanzierung ablösen.
Branche unter Druck: Speicher wird zum Luxusgut
Apple steht mit dem Problem nicht allein da. Framework, ein Hersteller modularer Laptops, hat die Preise für Speichererweiterungen fast verdoppelt. Ein 32-Gigabyte-Modul kostet nun 800 statt 439 Dollar, die 64-Gigabyte-Version schlägt mit 1.600 Dollar zu Buche. Framework-CEO Nirav Patel erklärte, die Lieferanten hätten die Preise mehr als verdoppelt – eine Anpassung sei für das Unternehmen überlebenswichtig.
Branchenbeobachter warnen: Speicher könnte 2026 fast ein Viertel der gesamten Materialkosten eines PCs ausmachen. Das günstige Notebook unter 500 Dollar könnte bis 2028 ganz verschwinden.
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Apple trotzt dem Trend
Trotz der Widrigkeiten läuft das Geschäft für Apple überraschend gut. Während die weltweiten PC-Verkäufe im zweiten Quartal 2026 um vier Prozent zurückgingen, legte Apple bei Mac-Auslieferungen um 13 Prozent zu. Haupttreiber war das günstigere Einstiegsmodell MacBook Neo.
Ausblick: Neue Modelle und höhere Standards
Apple bereitet für Herbst 2026 einen neuen iMac vor. Für 2027 ist ein überarbeitetes 14-Zoll MacBook Pro mit M7-Chip geplant. Zudem testet der Konzern ein aktualisiertes MacBook Neo mit zwölf Gigabyte Basisspeicher. Branchenkenner erwarten, dass 512 Gigabyte Speicher zum neuen Standard werden – die 256-Gigabyte-Varianten dürften verschwinden.

