Apple plant einen strategischen Kurswechsel bei seinen Prozessoren. Der Konzern überspringt die High-End-Varianten der M6-Serie und setzt stattdessen auf eine KI-fokussierte M7-Generation.
Der Schritt kommt überraschend. Branchenbeobachter hatten mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der M6-Reihe gerechnet. Doch nun zeichnet sich ein anderes Bild ab: Apple will die Entwicklung von M6 Pro und M6 Max komplett auslassen. Die M6-Familie soll stattdessen nur noch aus Standard-Chips für Einsteigergeräte bestehen.
Touchscreen-MacBook Pro kommt mit M5-Chips
Das lang erwartete Redesign des 14-Zoll und 16-Zoll MacBook Pro wird die erste Touchscreen-Oberfläche in die Mac-Reihe bringen. Die Markteinführung ist für Ende 2026 bis Anfang 2027 geplant. Branchenanalysten zufolge werden diese Geräte jedoch mit M5 Pro und M5 Max Prozessoren ausgeliefert – nicht mit der nächsten Chip-Generation.
Die Überarbeitung fällt umfassend aus: Neben der Touchscreen-Funktion erhalten die neuen Modelle OLED-Displays und die Integration der Dynamic Island, die die aktuelle Notch ersetzen soll. Das Gehäuse wird schlanker und leichter. Versionen mit M7 Pro und M7 Max befinden sich bereits in fortgeschrittener Testphase und könnten bis Ende 2027 erscheinen.
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KI-Beschleunigung als oberste Priorität
Der Fokus liegt nun auf der M7-Familie. Diese Chips werden mit speziellen KI-Beschleunigern entwickelt, um die steigenden Anforderungen maschineller Lernprozesse zu bewältigen. Die M7-Prozessoren sollen ab 2027 zum Rückgrat der professionellen Mac-Reihe werden – vom MacBook Pro bis zum Mac Studio.
Ein Vergleich mit der deutschen Industrie drängt sich auf: Während SAP auf Cloud-KI setzt und Siemens auf industrielle KI-Lösungen, geht Apple den Hardware-Weg. Der Konzern baut die Rechenleistung direkt in die Chips ein – ein Ansatz, der an die Strategie von Tesla erinnert, eigene KI-Chips für autonomes Fahren zu entwickeln.
OLED-Revolution für Mac und iPad
Die Display-Technologie macht ebenfalls einen Sprung nach vorne. Zukünftige MacBook Pro, iPad Pro und iMac Modelle sollen OLED-Panels erhalten, die 95 Prozent des BT.2020-Farbraums abdecken. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber aktuellen Standards.
Ermöglicht wird dies durch fortschrittliche emittierende Materialien, darunter Hyperfluoreszenz und MR-TADF (Multi-Resonance Thermally Activated Delayed Fluorescence). Samsung Display arbeitet Berichten zufolge an diesen OLED- und Quantum-Dot-Systemen, um Apples Anforderungen an höhere Farbreinheit und bessere Energieeffizienz zu erfüllen.
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Mac Studio: Mehr Leistung, höherer Preis
Auch im professionellen Desktop-Segment tut sich etwas. Ein neues Mac Studio mit M5 Ultra Chip soll noch 2026 erscheinen. Die Maschine wird mit bis zu 36 CPU-Kernen, 80 GPU-Kernen und 768 Gigabyte Arbeitsspeicher getestet. Ein verbessertes Kühlsystem und ein neu gestalteter Kühlkörper sollen die thermischen Herausforderungen bewältigen, die KI-Intensivaufgaben mit sich bringen.
Die technischen Fortschritte haben jedoch ihren Preis. Der Einstiegspreis für das nächste Mac Studio steigt auf voraussichtlich 2.499 Euro – rund 2.300 US-Dollar. Grund sind die globale Speicherknappheit und steigende RAM-Preise. Auch die Touchscreen-MacBook-Pro-Modelle werden teurer: Sie starten voraussichtlich über dem aktuellen Einstiegspreis von 1.999 Euro.
Um die steigenden Komponentenkosten abzufedern, sucht Apple offenbar die Genehmigung, Speicherkomponenten von chinesischen Zulieferern zu beziehen. Ein Schritt, der in der aktuellen geopolitischen Lage für Diskussionen sorgen dürfte.

