MacBook Pro M5: Apple setzt auf maximale Konfigurierbarkeit

Apple stellt die neuen MacBook Pro Modelle mit M5-Chips vor, die mit bis zu 128 GB Arbeitsspeicher und umfangreichen Individualisierungsoptionen direkt mit Windows-Workstations konkurrieren.

Apple macht seine Profi-Laptops mit den neuen M5-Chips zur maßgeschneiderten Arbeitsmaschine. Die seit dem 11. März erhältlichen 14- und 16-Zoll-Modelle bieten nicht nur eine massive Leistungssteigerung, sondern auch ungewöhnlich viele Individualisierungsoptionen – von riesigem Arbeitsspeicher bis zur matten Display-Oberfläche.

Grundausstattung verdoppelt, Speicher-Obergrenzen gesprengt

Der auffälligste Wechsel für Käufer ist die verdoppelte Basisspeicherkapazität. Modelle mit dem M5 Pro starten nun standardmäßig mit 1 Terabyte SSD, die Top-Modelle mit M5 Max sogar mit 2 Terabyte. Im Extremfall sind bis zu 8 Terabyte interner Flash-Speicher konfigurierbar, der mit bis zu 14,5 Gigabyte pro Sekunde liest und schreibt.

Noch bedeutender sind die neuen Obergrenzen beim unified Memory. Dank einer neuen „Fusion Architecture“, die zwei 3-Nanometer-Chips zu einem SoC verbindet, sind beim M5 Pro bis zu 64 GB Arbeitsspeicher möglich. Das Flaggschiff M5 Max sprengt alle bisherigen Grenzen und unterstützt bis zu 128 GB unified Memory mit einer Bandbreite von 614 GB/s. Da der Speicher fest verlötet ist, sind diese Konfigurationen entscheidend für die Zukunftssicherheit der teuren Investition.

Neue Displays und Thunderbolt 5 als Standard

Erstmals bietet Apple für den MacBook Pro ein nano-texture Display an. Diese mattere Oberfläche, die 150 Euro Aufpreis kostet, reduziert Spiegelungen deutlich und richtet sich gezielt an Fotografen und Video-Editoren, die oft unter schwierigen Lichtbedingungen arbeiten.

Bei den Anschlüssen gibt es einen Generationssprung: Jede Konfiguration mit M5 Pro oder Max erhält standardmäßig drei Thunderbolt-5-Ports. Diese ermöglichen Bidirektional-Datenraten von bis zu 120 GB/s und unterstützen Schnellladen mit bis zu 240 Watt. Integriert ist zudem der neue proprietäre N1-Funkchip von Apple, der Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 an Bord bringt.

Überarbeiteter Online-Konfigurator für maximale Flexibilität

Um diese Fülle an Optionen zu bändigen, hat Apple seinen Online-Shop bereits im Februar umfassend überarbeitet. Kunden können ihren Laptop nun deutlich granularer von Grund auf zusammenstellen – statt vorgefertigte Pakete zu wählen.

Der Prozess beginnt mit der Wahl von Gehäusegröße, -farbe und Displaytyp. Anschließend folgt die Feinjustierung des Chips: Beim M5 Max lassen sich etwa 18 CPU-Kerne (sechs neue „Super-Cores“ plus zwölf Effizienzkerne) mit einer 32- oder 40-kernigen GPU kombinieren. Der Konfigurator bietet auch Optionen für Netzteile, Tastaturbelegungen und vorinstallierte Profi-Software wie Final Cut Pro. Die Lieferzeit wird in Echtzeit anhand der gewählten Komponenten berechnet.

Strategie gegen Windows-Workstations und KI-Offensive

Die Ausbau-Offensive ist Teil von Apples Strategie, direkt mit hochkonfigurierbaren Windows-Mobile-Workstations von Herstellern wie Dell oder HP zu konkurrieren. Ein voll ausgebauter 16-Zoll-MacBook Pro mit M5 Max, 128 GB RAM, 8 TB SSD und Nano-Texture-Display kommt auf einen Preis von rund 6.700 Euro.

Trotz allgemein steigender Speicherkosten hat Apple die Aufpreise für den unified Memory im Vergleich zur Vorgängergeneration stabil gehalten. Die Integration von Neural Engines in jeden GPU-Kern unterstreicht den Fokus auf lokale KI-Berechnungen. Apple gibt an, dass die neue Architektur über viermal so viel KI-Rechenleistung bietet wie die M4-Generation. Die 128 GB shared Memory ermöglichen es Entwicklern, große Sprachmodelle komplett lokal auszuführen. Erste Tests zeigen atemberaubende Geschwindigkeiten: Komplexe 3D-Renderings in Blender sollen in Sekunden abgeschlossen sein.

Warten auf das OLED-Redesign?

Branchenbeobachter blicken bereits über die leistungsstarke M5-Generation hinaus. Lieferkettenberichte deuten auf ein umfassendes Redesign der MacBook-Pro-Linie für Ende 2026 oder Anfang 2027 hin. Diese nächste Generation, voraussichtlich mit M6-Chips, soll ein Tandem-OLED-Touchdisplay erhalten und das aktuelle Mini-LED ersetzen.

Erwartet werden außerdem ein deutlich dünneres Gehäuse, eine Lochblende für die Kamera statt des Notches und möglicherweise 5G-Mobilfunk über einen eigenen Apple-Modem. Die Empfehlung von Hardware-Experten lautet: Profis, die sofort maximale KI-Leistung oder riesigen Arbeitsspeicher benötigen, sollten bei der konfigurierbaren M5-Generation zuschlagen. Nutzer, für die Display-Technologie und ein modernisiertes Design Priorität haben, könnten mit dem Kauf auf das erwartete OLED-Redesign warten.