Apple hat seine neuen Spitzenmodelle auf den Markt gebracht – doch der Start verläuft nicht ganz reibungslos. Die MacBook Pro M5 Pro und M5 Max liefern zwar beeindruckende KI-Leistung und Akkulaufzeit, doch erste Nutzer berichten von rätselhaften Lade-Anomalien. In Europa sorgt zudem eine gesetzlich verordnete Verpackungsänderung für Überraschungen.
Design bleibt, Speicher wächst – Adapter fehlt
Äußerlich hat sich wenig getan: Die neuen 14-Zoll- und 16-Zoll-Modelle behalten das bewährte Gehäuse und die Anschlüsse bei, darunter drei Thunderbolt 5-Ports und der MagSafe 3-Ladeanschluss. Unter der Haube gibt es jedoch ein deutliches Upgrade. Die Basisversion des M5 Pro startet nun mit einem Terabyte Speicher, die M5 Max-Modelle sogar mit zwei Terabyte – eine klare Ansage an kreative Profis mit großen Video- und Render-Dateien.
Die größte Überraschung beim Auspacken erleben europäische Kunden: Der Netzadapter fehlt. Gemäß der EU-Richtlinie zur Reduzierung von Elektroschrott liegt nur noch das geflochtene MagSafe-Kabel bei. Den Adapter müssen Kunden separat kaufen. Branchenbeobachter warnen, dass dies einige Nutzer zu Drittanbieter-Ladegeräten greifen lässt, die unter Umständen nicht genug Leistung bringen und Software-Warnungen auslösen können.
Neue Super-Core-Architektur mit Rekord-Laufzeit
Das Herzstück der neuen Geräte ist die revolutionäre Fusion-Architektur. Anders als der Basis-M5 setzen die Pro- und Max-Chips auf reine Leistung: Sie kombinieren Super Cores für Höchstgeschwindigkeit bei Einzelaufgaben mit Performance-Cores für Multitasking. Die stromsparenden Effizienzkerne wurden komplett gestrichen, um maximale Rechenpower zu liefern.
Dieser radikale Ansatz zahlt sich bei der Akkulaufzeit aus. Erste unabhängige Tests zeigen, dass das 16-Zoll-Modell mit M5 Pro Chip neue Rekorde aufstellt: Über 21 Stunden durchgängiges Surfen im Internet sind möglich. Das übertrifft sogar Apples offizielle Angaben. Der kompakte 14-Zöller mit der enorm leistungsstarken M5 Max-CPU kommt auf knapp unter 18 Stunden – immer noch herausragend für eine mobile Workstation, aber ein Tribut an die immense Grafik- und KI-Leistung.
Verwirrung um Ladevorgänge und schwarze Bildschirme
Die ersten Nutzer melden jedoch auch ungewöhnliche Probleme direkt nach dem Auspacken. In Tech-Foren berichten einige, dass ihr nagelneues MacBook zunächst nicht startet und nur einen schwarzen Bildschirm zeigt. Hardware-Experten führen dies auf komplett entleerte Akkus zurück, die während des Transports – besonders bei Kälte – ihre Ladung verloren haben. Es handle sich wahrscheinlich nicht um einen systematischen Defekt.
Weiterhin verwirrend: Manche Geräte zeigen eine Meldung an, dass der Akku nicht lädt, obwohl sie am Netzteil hängen. In diesem Fall arbeitet der Laptop direkt vom Adapter und lässt den Akku langsam auf etwa 98 Prozent entladen, bevor er wieder auflädt. Diese Funktion ist Teil von Apples Batterie-Gesundheitsmanagement, das die Lebensdauer verlängern soll. Bei brandneuen, teuren Geräten stößt dieses Verhalten jedoch auf Unverständnis.
Zwischen Höchstleistung und Nutzererwartung
Der Launch der M5 Pro und Max zeigt das Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und nahtloser Nutzererfahrung. Die neue Architektur liefert bis zu 30 Prozent mehr Leistung in Profi-Workflows und vervierfacht die KI-Rechenkraft. Die kleinen Anlaufschwierigkeiten sind jedoch typisch für die frühe Adoptionsphase.
Die Verwirrung um das Batteriemanagement und die fehlenden Netzteile in Europa verdeutlichen einen wachsenden Konflikt: Nachhaltigkeitsvorschriften prallen auf die Erwartungen der Kunden. Nutzer, die auf schwächere Drittanbieter-Adapter ausweichen, riskieren bei anspruchsvollen Tasks wie Rendering eine unzureichende Stromversorgung. Das kann die Akkulaufzeit weiter beeinträchtigen und noch mehr Warnmeldungen produzieren.
Was kommt als Nächstes?
Die M5 Pro und Max MacBooks werden 2026 die erste Wahl für Kreative und Entwickler bleiben. Erwartet werden nun kleinere macOS-Updates, die die Batterie-Benachrichtigungen optimieren und Software-Fehler beheben sollen.
Gleichzeitig bereitet Apple bereits die nächsten Schritte vor. Branchenberichten zufolge sollen der M5 Max und ein noch unangekündigter M5 Ultra-Chip noch in diesem Jahr in die Desktop-Mac-Studio-Reihe einziehen. Eine Vorstellung auf der Worldwide Developers Conference im Juni 2026 gilt als wahrscheinlich. Sobald die neue Architektur ausgereift ist, dürfte der Fokus von den anfänglichen Kinderkrankheiten auf die bahnbrechenden KI- und Grafikfähigkeiten dieser Profi-Maschinen übergehen.





