Die Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz hat mit dem „Machine Age Fund“ einen neuen Investmentfonds in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar aufgelegt. Das Ende August angekündigte Kapital soll gezielt in den Ausbau der physischen Infrastruktur für künstliche Intelligenz fließen. Damit adressiert das Unternehmen die zunehmenden Engpässe bei Hardware, Rechenzentrumskapazitäten und der Energieversorgung.
Fokus auf die physische Ebene der KI
Der Machine Age Fund stellt neues Kapital dar und wird unabhängig vom bestehenden 15 Milliarden US-Dollar schweren Venture-Fonds der Firma verwaltet. Zu den verantwortlichen Partnern gehören Ben Horowitz, Martin Casado, Raghu Raghuram, David Ulevitch und David George.
Die Investitionsbereiche erstrecken sich über die gesamte Hardware-Lieferkette: von Computerchips, Speichermedien und Netzwerktechnologien bis hin zu Kühlsystemen, neuen Materialien und Robotik.
Zusätzlich rücken die notwendigen Rahmenbedingungen für den Betrieb moderner Rechenzentren in den Fokus. Hierzu zählen elektrische Kapazitäten, Stromnetze sowie Immobilien. Die Kanzlei beschreibt künstliche Intelligenz als ein entscheidendes Werkzeug zur Problemlösung und stuft deren Entwicklung als soziale und nationale Notwendigkeit ein.
Strategischer Wandel im Investment-Fokus
Die Auflegung des Fonds markiert eine deutliche Abkehr vom traditionellen Schwerpunkt auf Software-Investitionen. Hardware-Startups machen laut Andreessen Horowitz inzwischen mehr als 20 Prozent des Deal-Flows aus. Frühere Engagements in diesem Bereich umfassen Unternehmen wie SpaceX, Waymo, Anduril und den Drohnenhersteller Skydio.
General Partner Raghu Raghuram erklärte dazu, dass die fehlende KI-Rechenkapazität derzeit das einzige Hindernis sei, das Unternehmen in ihrer Entwicklung zurückhalte. Partner Martin Casado ergänzte, dass praktisch jeder Teil der Hardware-Lieferkette derzeit kapazitätsbeschränkt sei.
Die Investitionen sollen sich primär auf Startups in der Frühphase konzentrieren. Als Beispiele für die Dynamik im Markt nannte die Firma den Lizenzdeal von Groq mit Nvidia über 20 Milliarden US-Dollar sowie den Börsengang von Cerebras.
Mit dem rasanten Ausbau der KI-Infrastruktur entstehen für Unternehmen auch völlig neue Sicherheitsrisiken und gesetzliche Pflichten. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Anforderungen und Cyberbedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern
Massive Zunahme der Leistungsdichte
Hintergrund für den hohen Kapitalbedarf ist die technische Entwicklung der Hardware. Die Compute-Dichte pro Rack hat sich in der Entwicklung von der H100-Architektur hin zur Rubin-Generation um das 28-fache erhöht. Während die Rack-Leistung früher bei 5 bis 10 kW lag, bewege sie sich aktuell zwischen 100 und 250 kW.
Für die Zukunft rechnen Experten mit einer Leistung von bis zu 1 MW pro Rack. Dies führt dazu, dass die Kapazität einzelner Rechenzentren von ehemals zweistelligen Megawatt-Bereichen auf hunderte Megawatt oder gar Gigawatt ansteigt.
Neue Finanzierungsmodelle für Hardware
Parallel zu den Eigenkapital-Investitionen entwickeln sich neue Finanzierungsmodelle für die benötigte Hardware. Das Unternehmen Bullish hat kürzlich eine Kreditfazilität in Höhe von 100 Millionen US-Dollar auf Stablecoin-Basis für das Startup USD.AI bereitgestellt. Dieses Kapital wird genutzt, um GPU-besicherte Kredite an KI-Firmen zu vergeben.
Wer sich mit dem technologischen Fortschritt befasst, muss auch die Absicherung der eigenen IT-Systeme im Blick behalten. Erfahren Sie im kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen ohne teure Investitionen proaktiv vor Angriffen schützen. Gratis-E-Book: Cyber Security Trends entdecken
Laut Bullish übertrifft das Volumen am Markt für private KI-Kredite bereits jenes für Auto- oder Eigenheimdarlehen. USD.AI bietet dabei Darlehen an, die zu 70 bis 80 Prozent der Hardwarekosten beliehen werden. Die Laufzeiten betragen in der Regel 36 Monate bei Zinssätzen zwischen 7 und 15 Prozent.
Das Risiko solcher Finanzierungen liegt primär in möglichen Preisabfällen bei GPU-Hardware. Dennoch sieht Thomas Cowan, Head of Tokenization bei Bullish, in gut strukturierten realen Vermögenswerten ein wichtiges Segment für die Onchain-Finanzierung.

