Mit der Veröffentlichung von macOS 27 Golden Gate nach einer monatelangen Betaphase erweitert Apple sein Desktop-Betriebssystem um tiefgreifende Automationsfunktionen auf Basis natürlicher Sprache.
Nutzer erhalten unter anderem die Möglichkeit, Erweiterungen für den Safari-Browser sowie Abläufe in der Kurzbefehle-App direkt per Texteingabe zu generieren. Die neuen Funktionen markieren zugleich eine deutliche Trennlinie bei der Hardware-Unterstützung und stellen gestiegene Anforderungen an den lokalen Speicher.
KI-gestützte Automation in Safari und Kurzbefehlen
Ein zentraler Schwerpunkt von macOS 27 liegt auf generativen Werkzeugen für den Arbeitsalltag. Über die Funktion zur Beschreibung von Erweiterungen („Describe an Extension“) lassen sich Safari-Erweiterungen per natürlicher Sprache erzeugen.
Ergänzend dazu ermöglicht die Kurzbefehle-App das Erstellen von Automatisierungen durch einfache Beschreibungen. Diese Abläufe können Nutzer im Anschluss per Textbefehl nachbessern oder manuell weiter anpassen.
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Der Safari-Browser erhält darüber hinaus eine automatische Gruppierung von Tabs nach Themengebieten. Eine Benachrichtigungsfunktion („Notify Me“) informiert zudem per Push-Mitteilung über Änderungen auf Webseiten, was laut Berichten unter anderem für Preisänderungen oder wieder verfügbare Warenbestände genutzt werden kann.
Auch im Finder greifen Automatismen: Das System schlägt Dateinamen und Ordnerbezeichnungen über Apple Intelligence auf Basis des jeweiligen Dateiinhalts vor. Kalendereinträge lassen sich ebenfalls über alltägliche Spracheingaben anlegen.
Siri AI, Systemdesign und Medienfunktionen
Als Hauptfunktion des Systems gilt Siri AI, das Konversationsanfragen, persönlichen Kontext, die Erfassung von Bildschirminhalten sowie Aktionen innerhalb von Anwendungen umfasst. Laut Apples Funktionsübersicht steht Siri AI zunächst nur auf Englisch zur Verfügung.
Spezifische Sprachfunktionen wie Stimmanpassungen und das On-Device-Diktat setzen mindestens einen M3-Prozessor sowie 12GB Unified Memory voraus, während grundlegende Siri-AI-Dienste auch auf M1- und M2-Chips laufen.
Auf visueller Ebene führt das Update die Designsprache Liquid Glass mit einem Helligkeitsregler, überarbeiteten Symbolleisten und randlosen Seitenleisten ein. Bei der Kindersicherung stehen Funktionen wie „Ask to Browse“, Kommunikationssicherheit sowie Limits und Zeitpläne für die Bildschirmzeit bereit.
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Zudem enthält die Fotos-App Neuerungen wie Spatial Reframing zur nachträglichen Perspektivkorrektur, eine Bildervergrößerung über den ursprünglichen Rand hinaus sowie eine erweiterte Bereinigungsfunktion zum Entfernen unerwünschter Objekte und Personen. Für AirDrop, das Durchsuchen von Servern und die Safari-Startseite wurden Leistungsverbesserungen ohne nähere Kennzahlen vorgenommen.
Hardware-Kompatibilität und das Auslaufen von Intel
Das Betriebssystem setzt für Apple Intelligence zwingend Apple-Silicon-Prozessoren voraus. Unterstützt werden MacBook Air, MacBook Pro und Mac mini ab 2020, der iMac ab 2021, der Mac Studio ab 2022, der Mac Pro ab 2023 sowie das MacBook Neo aus dem Jahr 2026. Ältere Intel-Modelle – darunter das 16-Zoll MacBook Pro von 2019, der Mac Pro von 2019, das 13-Zoll MacBook Pro mit vier Thunderbolt-Anschlüssen von 2020 sowie der 27-Zoll iMac von 2020 – verbleiben auf macOS Tahoe.
Zugleich leitet Apple den Abschied von bisherigen Übergangstechnologien ein: macOS 27 ist die letzte Version mit regulärer Rosetta-Unterstützung. Ab macOS 28 soll das Übersetzungswerkzeug nur noch für ausgewählte Spiele mit Intel-Frameworks bereitstehen.
Erheblicher Speicherbedarf für lokale KI-Modelle
Die Modelle für Apple Intelligence werden nach der Systeminstallation automatisch heruntergeladen; ein zentraler Deaktivierungsschalter wurde in macOS 27 und iOS 27 entfernt. Einem Supportdokument des Herstellers zufolge belegt Apple Intelligence bis zu 14GB Speicher auf Macs mit M3 oder neuer und mindestens 12GB Unified Memory, während es auf anderen kompatiblen Macs bis zu 8GB sind.
Messungen von Fachmedien und Anwendern ergaben teils noch höhere Werte: Berichtet wurden 20,67GB auf einem Mac mini mit M4 Pro, 22,42GB auf einem M3 MacBook Air sowie rund 14GB auf einem M1 MacBook Air und dem MacBook Neo. Bei einzelnen Nutzern wurden im Rahmen des Release Candidate 30,16GB und auf einem M3 Pro MacBook Pro 24,35GB verzeichnet.
Leistungsfähigere Rechner greifen auf das Modell AFM 3 Core Advanced zurück. Ein inoffizieller Bereinigungsweg über das Wiederherstellungssystem kann diesen Speicherbedarf von 27,59GB auf 3,07GB senken und rund 14GB freien Speicherplatz zurückgewinnen.

