Eine aktuelle Umfrage des Sicherheitsunternehmens Kaspersky aus dem Jahr 2026 wirft ein neues Licht auf die Bedrohungslage für Computer-Nutzer. Den Ergebnissen zufolge meldeten 12 % der macOS-Nutzer Infektionen mit Schadsoftware, während dieser Anteil bei Windows-Nutzern mit 9 % vergleichsweise niedriger ausfiel. Diese Daten stellen die verbreitete Annahme infrage, dass Apple-Systeme grundsätzlich seltener von Cyberkriminalität betroffen sind als Microsoft-Plattformen.
Sicherheitsgewohnheiten und spezifische Angriffsvektoren
Die Untersuchung, für die 7.200 Personen aus 18 Ländern befragt wurden, deutet darauf hin, dass unterschiedliche Sicherheitsgewohnheiten eine Rolle spielen könnten. Laut Kaspersky installieren lediglich 35 % der macOS-Anwender eine dedizierte Sicherheitssoftware. Im Gegensatz dazu setzen 42 % der Windows-Nutzer auf entsprechende Schutzlösungen. Die Analysten stellten fest, dass Windows-Nutzer insgesamt ausgeprägtere Sicherheitsroutinen an den Tag legen.
Besonders deutlich zeigten sich die Unterschiede bei verschiedenen Betrugs- und Angriffsarten. macOS-Nutzer berichteten häufiger von Vorfällen in folgenden Bereichen:
* Anlagebetrug: 16 % (Windows: 13 %)
* Phishing-Angriffe: 12 % (Windows: 9 %)
* Datendiebstahl: 12 % (Windows: 7 %)
* Datenschutzverletzungen: 11 % (Windows: 8 %)
Diskrepanz zwischen Nutzerwahrnehmung und Erkennungsraten
Während die Selbstaussagen der Nutzer eine höhere Betroffenheit bei macOS nahelegen, zeichnen technische Erkennungsraten ein differenzierteres Bild. Daten des Anbieters Surfshark für den Zeitraum von Januar bis Juli 2026 zeigen, dass von insgesamt 391.000 registrierten Malware-Erkennungen rund 92 % auf Windows-Systeme entfielen. Lediglich 8 % der Funde wurden auf macOS-Geräten verzeichnet, obwohl macOS-Anwender etwa 34 % der Nutzerbasis in diesem Datensatz ausmachen.
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Surfshark kam zu dem Schluss, dass das allgemeine Malware-Risiko auf Windows-Systemen sechsmal höher sei als auf macOS. Bei Trojanern wurden auf Windows über 166.000 Fälle registriert, auf macOS hingegen über 7.600. Dennoch bleibt Phishing eine spezifische Herausforderung für die Apple-Plattform: Während diese Bedrohung auf Windows eine untergeordnete Rolle spielt, stellt sie auf macOS die dritthäufigste Bedrohungsart dar. Bei macOS machen Phishing-Versuche laut Surfshark 15 % der Bedrohungen aus, bei Windows lediglich 3 %.
Aktuelle Schwachstellen und System-Updates
Neben allgemeinen Trends stehen konkrete technische Sicherheitslücken im Fokus der Forschung. IT-Experten von calif.io konnten kürzlich demonstrieren, wie durch Reverse Engineering von macOS innerhalb weniger Stunden ein Exploit für eine Schwachstelle in der Screen-Sharing-Funktion entwickelt werden kann. Diese Lücke ermöglicht potenziell Remote-Angriffe ohne vorherige Authentifizierung. Schätzungen zufolge sind etwa 40.000 Systeme im Internet von dieser Problematik betroffen. Apple hat darauf reagiert und entsprechende Patches in den Versionen macOS 26.6.1 sowie in älteren Systemen wie 14.8.9 und 15.7.9 bereitgestellt.
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Zusätzlich veröffentlichte der Technologiekonzern Updates für macOS Sonoma (14.8.8) und Sequoia (15.7.8), die insgesamt 138 Sicherheitslücken schließen sollen. Begleitend dazu analysierte ein Report von Iru im August 2026 über 7.000 Mach-O-Dateien mittels maschinellen Lernens, um die Klassifizierung von Bedrohungen zu verbessern. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Sicherheitslücken (CVEs) identifiziert, die in den jüngsten Apple-Updates adressiert wurden.
Die kumulierten Ergebnisse verdeutlichen, dass zwar die absolute Zahl der Malware-Funde auf Windows-Systemen weiterhin dominiert, macOS-Nutzer jedoch aufgrund geringerer Schutzmaßnahmen und gezielter Phishing-Kampagnen eine wachsende Zielgruppe für Cyberkriminelle darstellen.

