macOS-Sicherheit: Exploit für Screen-Sharing in vier Stunden entwickelt

Sicherheitsforscher demonstrieren Angriff auf macOS-Screen-Sharing. Apple stellt Updates für drei Systemversionen bereit, um die kritische Lücke zu schließen.

Sicherheitsforscher haben innerhalb von nur vier Stunden einen funktionierenden Exploit für eine kritische Schwachstelle in der Bildschirmfreigabe von macOS entwickelt. Durch gezieltes Reverse Engineering der aktuellen Betriebssystemversion macOS 26.6.1 gelang es den Experten, die als CVE-2026-65400 identifizierte Sicherheitslücke erfolgreich auszunutzen. Dieser Vorfall verdeutlicht die Geschwindigkeit, mit der Schwachstellen nach der Veröffentlichung von Sicherheitsupdates durch die Analyse der Patches selbst rekonstruiert werden können.

Schnelle Entwicklung durch Reverse Engineering

Die Grundlage für die Entwicklung des Exploits bildete paradoxerweise das Sicherheitsupdate von Apple selbst. Die Forscher leiteten den Angriffsmechanismus direkt aus den Änderungen ab, die der Hersteller im Rahmen des Patches vorgenommen hatte. Den Angaben zufolge konnten zwei unterschiedliche Varianten für sogenannte Pre-Auth-Remote-Angriffe erfolgreich erstellt werden.

Diese Art des Angriffs ist besonders schwerwiegend, da sie es ermöglicht, die Authentifizierung des Screen-Sharing-Dienstes zu umgehen. Angreifer sind somit in der Lage, sich ohne die Eingabe von gültigen Benutzeranmeldedaten Zugriff auf betroffene Systeme zu verschaffen. Trotz der erfolgreichen Demonstration betonten die Sicherheitsforscher, dass sie den entwickelten Exploit-Code nicht öffentlich zugänglich machen werden, um eine Ausnutzung durch Unbefugte zu verhindern.

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Hohes Risiko für exponierte Systeme

Die Tragweite der Sicherheitslücke ist erheblich. Analysen der Forscher ergaben, dass weltweit rund 40.000 Maschinen über das öffentliche Internet erreichbar und potenziell von dieser Schwachstelle betroffen sind. Da Screen-Sharing-Dienste häufig für die Fernwartung oder Zusammenarbeit in Unternehmen genutzt werden, stellen sie ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle dar.

Die Schwachstelle CVE-2026-65400 ermöglicht es einem entfernten Angreifer, die Kontrolle über die Sitzung zu übernehmen, noch bevor eine legitime Anmeldung erfolgt ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, solche Dienste nicht ungeschützt direkt über das Internet zugänglich zu machen, sondern sie hinter zusätzlichen Sicherheitsbarrieren wie virtuellen privaten Netzwerken (VPN) zu betreiben.

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Apple veröffentlicht umfassende Sicherheitsupdates

Apple hat bereits reagiert und schließt die Lücke mit der Veröffentlichung mehrerer Softwareaktualisierungen. Der Schutz gegen CVE-2026-65400 ist primär in der neuesten Version macOS 26.6.1 enthalten. Um jedoch auch Nutzer älterer Systemgenerationen abzusichern, hat der Konzern zusätzliche Sicherheits-Patches bereitgestellt.

Diese Updates stehen für macOS 14.8.9 (Sonoma) sowie für macOS 15.7.9 (Sequoia) zur Verfügung. IT-Verantwortlichen und Heimanwendern wird dringend empfohlen, die verfügbaren Aktualisierungen umgehend einzuspielen, da die technische Machbarkeit eines Angriffs durch die Arbeit der Sicherheitsforscher nun zweifelsfrei belegt ist. Die schnelle Verfügbarkeit eines Exploits nach Veröffentlichung der Patches zeigt erneut, dass das Zeitfenster zwischen der Bereitstellung einer Korrektur und deren aktiver Ausnutzung durch Dritte immer kleiner wird.