Der Entwickler Will Faust hat mit Madeira ein Open-Source-Projekt veröffentlicht, das Windows-PC-Spiele nativ auf nicht-jailbroken iPhones lauffähig macht. Die Software kombiniert mehrere bestehende Übersetzungstechnologien zu einer Pipeline, die x86-64-Code in Echtzeit auf Apples ARM64-Architektur überträgt.
Technischer Aufbau der Pipeline
Madeira setzt auf FEX-Emu, um x86-64-Befehle in ARM64-Code umzuwandeln. Ergänzt wird dies durch einen Wine-Fork, der im ARM64EC-Modus läuft, wobei der wineserver als Thread innerhalb desselben Mach-Prozesses ausgeführt wird.
Für die Grafikausgabe übersetzt die Komponente DXMT Direct3D-11-Aufrufe in Apples Metal-API. Das Projekt unterstützt darüber hinaus Direct3D 12 sowie 32-Bit-Spiele.
Testergebnisse mit bekannten Titeln
Erste Praxistests zeigen unterschiedliche Reifegrade der einzelnen Spiele. Red Dead Redemption 2 lief auf einem iPhone 18 Pro anfangs nur mit einstelligen Bildraten, erreichte später jedoch nahezu 30 Bilder pro Sekunde bei einer Auflösung von etwa 720p. Der Speicherverbrauch lag dabei bei rund 7,6 Gigabyte, was durch einen Swap-Mechanismus ermöglicht wurde.
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Besser liefen Thumper und ULTRAKILL, die als spielbar eingestuft wurden. Marvel Cosmic Invasion erreichte zwar den eigentlichen Spielbildschirm, die Steuerung erwies sich jedoch als unzuverlässig. GTA V stand als nutzbare Version zur Verfügung. Zusätzlich existieren Demos für Fallout 4, Dead Space, Mirror’s Edge und Far Cry 3.
Headless-Client zur Ressourcenschonung
Da der vollständige Steam-Client im Leerlauf fast 2 Gigabyte Arbeitsspeicher beansprucht, hat das Projekt mit Madeira Dock eine headless Variante entwickelt. Diese ermöglicht den Zugriff auf die Steam-Bibliothek, ohne die grafische Oberfläche und den damit verbundenen Speicherbedarf des offiziellen Clients mitzuschleppen – ein relevanter Faktor angesichts der ohnehin knappen Ressourcen mobiler Geräte.
Voraussetzungen und Einschränkungen für Nutzer
Wer Madeira ausprobieren möchte, benötigt mindestens iOS 26 sowie ein iPhone 13 Pro oder neuer. Da das Projekt ohne Jailbreak auskommt, ist für den Betrieb Just-in-Time-Kompilierung per Debugger notwendig, wofür das Tool StikDebug zum Einsatz kommt.
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Die Installation erfolgt über Sideloading mit einer Apple-ID-Signatur. Wer die kostenlose Signatur nutzt, muss die App nach sieben Tagen neu bauen, da die Signatur dann abläuft. Alternativ steht ein Apple-Developer-Zertifikat für 99 US-Dollar pro Jahr zur Verfügung, das diese Einschränkung umgeht.
Einordnung
Madeira reiht sich in eine wachsende Zahl von Projekten ein, die Windows-Software auf Apple-Plattformen lauffähig machen wollen, unterscheidet sich jedoch durch den Fokus auf iOS-Geräte ohne Jailbreak-Voraussetzung.
Die bislang veröffentlichten Testergebnisse zeigen, dass die Technik für einfachere oder weniger grafikintensive Titel bereits brauchbare Ergebnisse liefert, während rechenintensive Open-World-Spiele wie Red Dead Redemption 2 noch mit Leistungseinbußen und hohem Speicherbedarf kämpfen.
Als Open-Source-Projekt dürfte Madeira von der Community weiterentwickelt werden, wobei die wiederkehrende Notwendigkeit der Neusignierung bei kostenloser Nutzung eine praktische Hürde für den Alltagsgebrauch bleibt.

