An der Veterinärmedizinischen Universität Wien setzen Wissenschaftler modernste Technologien ein, um die bisher weitgehend verborgene Kommunikation von Mäusen zu entschlüsseln. Durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) gelingt es den Forschern, die komplexen Lautäußerungen der Nagetiere systematisch zu erfassen und auszuwerten.
Wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht, konzentriert sich die Untersuchung dabei vor allem auf den Ultraschallbereich, in dem die Tiere ihre sozialen Interaktionen koordinieren.
Die Kommunikation der Mäuse findet in Frequenzen von über 20 Kilohertz statt. Damit liegt ihr Gesang deutlich oberhalb der menschlichen Wahrnehmungsgrenze und kann nur mit speziellen technischen Hilfsmitteln hörbar und sichtbar gemacht werden.
Den Erkenntnissen zufolge beschränken sich die Tiere dabei nicht auf einfache Signale, sondern interagieren in einer Art Duett miteinander. Diese Form der akustischen Interaktion deutet auf ein hoch entwickeltes Sozialgefüge hin, dessen Analyse nun durch den Einsatz computergestützter Verfahren erheblich beschleunigt wird.
KI-gestützte Analyse und Synthese von Silben
Ein zentraler Aspekt der neuen Forschungsmethode ist die automatisierte Verarbeitung der Audiodaten. Die eingesetzte Künstliche Intelligenz übernimmt dabei mehrere kritische Arbeitsschritte, die manuell kaum zu bewältigen wären.
Zunächst filtert das System störendes Hintergrundrauschen aus den Aufnahmen heraus, um die reinen Signale der Tiere isolieren zu können. In einem weiteren Schritt identifiziert und sortiert die Software die verschiedenen Silben, aus denen sich die Gesänge zusammensetzen.
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Über die reine Analyse hinaus wird die Technologie auch zur aktiven Untersuchung des Verhaltens eingesetzt. Die Forscher nutzen die KI, um künstliche Gesänge zu erzeugen. Diese synthetisch hergestellten Ultraschallsignale werden den Tieren anschließend vorgespielt, um deren Reaktionen unter kontrollierten Bedingungen zu testen.
Auf diese Weise lässt sich untersuchen, welche akustischen Muster bestimmte Verhaltensweisen auslösen oder welche Bedeutung einzelne Bestandteile der Gesänge für die soziale Bindung haben.
Menschliche Kontrolle bleibt entscheidender Faktor
Trotz der Leistungsfähigkeit der automatisierten Systeme betonen die Experten die fortwährende Bedeutung der menschlichen Aufsicht. Die Methode hänge demnach stark von den grundlegenden Entscheidungen ab, die Wissenschaftler bei der Programmierung und Datenfütterung treffen.
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In diesem Zusammenhang wird auf das Prinzip „Müll rein, Müll raus“ verwiesen: Eine Künstliche Intelligenz könne nur dann präzise und verwertbare Ergebnisse liefern, wenn die Qualität der Eingangsdaten und die vorgegebenen Parameter korrekt definiert sind.
Die Forschung der Vet-Med-Uni Wien zeigt, wie digitale Werkzeuge die biologische Grundlagenforschung transformieren können. Die Kombination aus hochfrequenter Audiotechnik und lernfähigen Algorithmen eröffnet neue Wege, um die Interaktionen innerhalb von Tierpopulationen besser zu verstehen, stellt jedoch gleichzeitig hohe Anforderungen an die methodische Sorgfalt der beteiligten Forscher.

