Maharashtra prüft 1,22 crore Wähler: Dokumente dürfen per WhatsApp kommen

Betroffene können Verifizierungsunterlagen digital einreichen; die Frist für Anträge und Einwände läuft nun bis zum 12. Oktober.

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Die Wahlbehörde des indischen Bundesstaates Maharashtra hat im Rahmen der laufenden Special Intensive Revision (SIR) des Wählerverzeichnisses eine deutliche Erleichterung eingeführt: Betroffene Bürger können ihre Verifizierungsdokumente künftig per WhatsApp einreichen. Das teilte der Chief Electoral Officer (CEO) des Bundesstaates, S. Chockalingam, laut einem Bericht vom 29. September 2026 mit.

Die zuständigen Wahlbeamten vor Ort, sogenannte Booth Level Officers (BLOs), sind angewiesen, die auf diesem Weg eingehenden Unterlagen zu akzeptieren und bei Bedarf zusätzlich Hausbesuche zur Verifizierung durchzuführen.

Digitaler Workflow über ECINet

Wähler, die eine Benachrichtigung über die Plattform ECINet erhalten haben, können ihre Dokumente demnach direkt per WhatsApp an die zuständigen BLOs senden. Diese laden die gesammelten Unterlagen anschließend auf ECINet hoch, wo sie vom Electoral Registration Officer (ERO) geprüft werden.

Persönliches Erscheinen ist laut Chockalingam nicht mehr zwingend erforderlich: Anhörungen sollen nur noch in Ausnahmefällen und möglichst online stattfinden, zudem können erwachsene Familienmitglieder betroffene Wähler vertreten.

Diese Regelung geht auf einen Beschluss der Election Commission of India (ECI) zurück, der nach einer Vollversammlung am 26. September 2026 gefasst wurde. Demnach soll ein Komitee unter einem Senior Deputy Election Commissioner gemeinsam mit einem unabhängigen IIT/IIIT-Experten die ECINet-Software überprüfen. BLOs sollen die Dokumente künftig zu Hause abholen und nicht mehr zu physischen Anhörungen laden, außer in begründeten Ausnahmefällen.

Fristen verlängert, große Fallzahlen

Chockalingam verlängerte zugleich die Frist für Anträge und Einwände in Maharashtra vom 30. September auf den 12. Oktober 2026. Für die Rücknahme von Benachrichtigungen beziehungsweise Einwände gilt eine Frist bis zum 10. November 2026, die endgültige Wählerliste soll am 16. November 2026 veröffentlicht werden.

Die Größenordnung der Überprüfung ist erheblich: 1,22 crore Wähler wurden zur Verifizierung markiert, bis zum 28. September wurden für 1,21 crore davon Benachrichtigungen erstellt. Darunter befinden sich 62,48 lakh Fälle mit logischen Diskrepanzen und 59,75 lakh sogenannte unmapped Wähler.

Von 1,52 crore Wählern, deren Namen nach der SIR aus dem Entwurfsverzeichnis gestrichen wurden – hinzu kommen Erstwähler –, gingen bislang nur 3,9 lakh Anträge ein. 76,8 lakh Fälle wurden als dauerhaft verzogen und 75,5 lakh als abwesend eingestuft, 2,43 lakh Anträge betreffen Korrekturen, rund 5.000 Einsprüche richten sich gegen die Wählerberechtigung.

Allein für den Distrikt Pune wurden 13,32 lakh markierte Fälle gemeldet, davon 7,54 lakh unmapped entries und 5,78 lakh logische Diskrepanzen. Zudem sind laut CEO über 4 Millionen potenzielle Erstwähler seit Oktober 2024 nicht registriert; für sie kündigte Chockalingam Camps an Wahllokalen sowie an Schulen und Colleges für die kommenden zwei Wochenenden an.

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Vorausgegangene Beschwerde an die ECI

Bereits am 24. September 2026 hatte sich Chockalingam schriftlich an Senior Deputy Election Commissioner Maneesh Garg, IT-Generaldirektorin Seema Khanna und zwei weitere Sekretariatsoffiziere gewandt und vier Änderungen an ECINet gefordert: eine Option zur Befreiung von Anhörungen nach Rule 20(3) der Registration of Electors Rules 1960, eine 14. Dokumentenoption für „Other/Other Equivalent Document“, die Möglichkeit für EROs, logische Diskrepanzen selbst zu entscheiden statt sie an den District Election Officer zu eskalieren, sowie einen optionalen Upload des „Extract of Last SIR“.

Als Begründung nannte er Schwierigkeiten für besonders vulnerable Gruppen wie Stammesangehörige, Obdachlose und Sexarbeiter, die häufig keine Dokumente der vorgeschriebenen 13er-Liste besitzen.

Praxis vor Ort und politische Kritik

Aus Pune wurde berichtet, dass die neue Praxis bereits Wirkung zeigt: An der Government Technical School in Shivajinagar hatten zwei BLOs von rund 150 geplanten Anhörungen bei über 90 Prozent der Bewohner bereits vorab Dokumente gesammelt, sodass nur 4 bis 5 Personen persönlich erschienen. An der Appasaheb Kulkarni Primary School in Gokhalenagar kamen über 50 Personen zur Dokumentenabgabe, Anhörungen fanden dort gar nicht statt.

Der Indische Nationalkongress kritisierte unterdessen die ECINet-Software sowie die Einschränkung der Befugnisse der EROs, die seiner Auffassung nach durch das System verwässert würden.

Zusätzlich geriet die ECI durch interne Kritik unter Druck: Die Wahlkommissare Sukhbir Singh Sandhu und Vivek Joshi erhoben laut einem Bericht vom 29. September 2026 innerhalb von zehn Monaten mindestens 14 Mal Einwände gegen SIR-Entscheidungen, während die ECI betonte, alle Beschlüsse seien einstimmig gefasst worden. Die Opposition wirft dem Chief Election Commissioner Gyanesh Kumar in diesem Zusammenhang einseitige Entscheidungen vor.

Parallel dazu ist die Angelegenheit auch vor Gericht anhängig: Der Bombay High Court nahm am 28. September 2026 einen Eilantrag gegen die SIR in Maharashtra an, die Verhandlung ist für den 5. Oktober 2026 angesetzt.

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Die Kläger befürchten, dass mindestens 2,1 crore Bürger aus dem Wählerverzeichnis gestrichen werden könnten, und fordern unter anderem die Offenlegung der Verfahrensgründe sowie die Wiederherstellung gelöschter Namen.

Ein separates Verfahren vor der Kolhapur-Bench des Gerichts, angestrengt von vier Bewohnern des Distrikts Ratnagiri, verlangt zusätzlich eine Verschiebung der Landtagswahlen bis zur Vorlage rechtmäßiger Wählerverzeichnisse; die Anhörung dazu ist für den 22. Oktober 2026 vorgesehen.