MAI-Modelle: Microsoft senkt KI-Kosten um 90 Prozent

Microsoft stellt eigene KI-Modelle vor und senkt Betriebskosten um 90 Prozent. Neue Konkurrenz durch Anthropics Claude in Office-Apps.

Microsoft hat auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 eine neue Familie hauseigener KI-Modelle vorgestellt. Mit der MAI-Serie – darunter MAI-Thinking-1 für logisches Denken und MAI-Code-1 für Programmierung – will der Konzern seine Abhängigkeit von externen Partnern reduzieren. Das spart nicht nur Geld, sondern ermöglicht auch eine tiefere Integration in die Bürosoftware.

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90 Prozent weniger Kosten durch Eigenentwicklung

Der Umstieg auf interne Modelle senkt Microsofts Betriebskosten um satte 90 Prozent. Auch die Kunden profitieren: Für Dienste wie GitHub Copilot sollen die Preise um das Zehnfache fallen. Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman stellte klar, dass die Technologie darauf ausgelegt sei, „bestimmte Aufgaben zu automatisieren, nicht ganze Jobs“. Im Fokus stehen repetitive Tätigkeiten wie Dateneingabe und Verwaltungsarbeit – menschliches Urteilsvermögen und physische Zusammenarbeit bleiben unangetastet.

Suleyman rechnet damit, dass ein erheblicher Teil der Büro-Tätigkeiten am Computer innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate automatisiert werden kann. Der neue MAI-Code-1 wird bereits in VS Code und GitHub Copilot integriert, um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.

Konkurrenz für Microsofts Copilot

Doch Microsoft hat Konkurrenz bekommen. Anthropics Claude positioniert sich als direkte Alternative für Nutzer von Microsoft 365. Neue Claude-Add-ins für Word, Excel und PowerPoint erlauben es Abonnenten, das Claude Opus 4.8-Modell direkt in der Office-Suite zu nutzen.

Die Tools bieten spezialisierte Funktionen: In Word korrigiert Claude automatisch ganze Absätze, in Excel schreibt es Formeln, während die Tabelle die Berechnungen durchführt. Zwar gilt Claude als langsamer als Microsofts nativer Copilot, doch bei Profis für Textbearbeitung und komplexe Tabellen gewinnt die Drittanbieter-Lösung an Boden.

Asiatische Konzerne treiben KI-Einführung voran

In Asien setzen Großkonzerne massiv auf KI. Die SK Group will jedem Mitarbeiter einen KI-Agenten zur Verfügung stellen – über 90 Prozent der Belegschaft nutzen die Technologie bereits. Samsung hat frühere Beschränkungen für externe KI-Tools aufgehoben und erlaubt nun ChatGPT, Claude und Gemini. Bis Jahresende sollen alle 2.300 Führungskräfte und sämtliche Mitarbeiter geschult werden.

LG führt ein dreistufiges Trainingsprogramm für seine Führungsebene ein, das auf dem hauseigenen Exaone-Modell basiert. Die Entwicklung zeigt: In Asien geht der Trend von einfacher KI-Unterstützung hin zur voll integrierten Automatisierung auf Führungsebene.

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Autonome Agenten erobern die Back-Offices

Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf „agentische Abläufe“ – Software führt komplexe Workflows nicht nur aus, sondern steuert sie eigenständig. Mitte Juni stellte MangoApps spezialisierte KI-Agenten für IT-Service-Desks vor. Sie kategorisieren Tickets in 19 Kategorien und lösen Aufgaben wie Passwort-Zurücksetzungen, Asset-Management und Datenbank-Administration automatisch – basierend auf Konfidenzwerten.

Andere Unternehmen setzen auf das „kontrollierte Back-Office“, um sicherzustellen, dass automatisierte Aufgaben nachvollziehbar und rückgängig machbar bleiben:

  • Genpact und UST setzen KI für wiederholbare Abläufe in Beschaffung, Compliance und Kreditorenbuchhaltung ein – Menschen fungieren als Prüfer.
  • Medius hat KI-Agenten vorgestellt, die Betrug und Doppelzahlungen in Zahlungssystemen erkennen und gleichzeitig Lieferantenanfragen bearbeiten.
  • Diaflow plant für Sommer 2026 den Start autonomer „KI-Teamkollegen“, die Ziele in CRM-Systemen und E-Mails verwalten – etwa Bewerber automatisch sichten und priorisieren.

Die Revolution der Tabellenkalkulation

Die Integration von KI in Tabellenkalkulationen markiert einen Meilenstein. Weltweit nutzen rund eine Milliarde Menschen Excel, über zwei Milliarden Google Sheets. KI-gesteuerte Formeln und Datenverarbeitung verändern die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten. Während klassische Tabellen einst durch Zeilenanzahl und manuelle Eingaben begrenzt waren, konkurrieren heute Plattformen wie Airtable, Notion und Coda um die Vorherrschaft in der automatisierten Cloud-Datenverarbeitung.