Die großen Hardware-Hersteller läuten eine neue Ära im PC-Design ein: Schlanke Gehäuse mit unsichtbarer Verkabelung sollen den Computer vom reinen Arbeitsgerät zum Wohnzimmer-Highlight machen. Vor allem MAINGEAR und ASUS treiben den Trend mit innovativen Technologien voran.
MAINGEAR Zero: Der PC als Blickfang
Mit seiner neuen Zero-Serie präsentierte MAINGEAR am 31. Juli eine Gaming-PC-Linie, die auf vollständig versteckte Kabel setzt. Das patentierte MG-RC-Verfahren (Maingear Rear Connection) verlagert sämtliche Strom- und Datenanschlüsse auf die Rückseite des Mainboards. In Kombination mit einem Gehäuse aus gebogenem 4-Millimeter-Temperglas entsteht so ein ungestörter Blick auf die verbauten Komponenten.
Die Serie umfasst mehrere Ausstattungsvarianten: Das Einstiegsmodell „Emerald“ startet bei 2.799 Euro, das Topmodell „Champion“ kostet ab 6.499 Euro. In den High-End-Konfigurationen kommen Prozessoren wie der Intel Core Ultra 5 250K Plus oder der Ryzen 7 9850X3D zum Einsatz, kombiniert mit Grafikkarten der NVIDIA-GeForce-RTX-50er-Serie. Eine limitierte Launch Edition wartet zudem mit einem TRYX-Panorama-SE-Wasserkühler samt integriertem OLED-Display und speziellen Halterungen für Sammlerstücke im Gehäuse auf.
ASUS und XERON: Panorama-Gehäuse für jeden Geldbeutel
Auch ASUS mischt im Kampf um das schönste Gehäuse mit. Das Ende Juli vorgestellte Prime AP304 setzt auf eine „schwebende“ Innenstruktur, die die Grafikkarten-Kühlung verbessern soll. Das Panorama-Glas durchläuft dabei einen speziellen Fünf-Stufen-Härtungsprozess. Für Ordnung sorgen 33 Millimeter Kabelmanagement-Raum hinter dem Mainboard-Tray. Mit Unterstützung für Grafikkarten bis 420 Millimeter und 360-Millimeter-Radiatoren richtet sich das Modell an Mainstream-Bauer, die Wert auf Kühlleistung und Optik legen.
Deutlich günstiger wird es bei XERON: Die neuen Modelle NEX C53 (ATX) und NEX C33 (Micro-ATX) kosten zwischen 60 und 70 Euro und bringen den Panorama-Trend damit in den Budget-Bereich. Anders als das ASUS-Modell unterstützen die XERON-Gehäuse nativ BTF-Mainboards – das Ergebnis ist eine komplett kabelfreie Vorderseite.
Das Ökosystem zieht nach
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Hinter den Kulissen wächst die Unterstützung für die versteckte Verkabelung stetig. Mainboards mit rückseitigen Anschlüssen von ASUS und MSI werden zunehmend in Fertigsysteme wie die MAINGEAR-Zero-Serie integriert. Auch bei den Netzteilen tut sich etwas: Die RMx-Shift-Serie von Corsair verlegt ihre Anschlüsse an die Seite, was den Einbau in Gehäusen mit engen Rückfächern erleichtert.
Selbst bei der Kühlung verschwinden die Kabel: Lüfter wie der iCUE Link QX120 von Corsair oder der Hyte Thicc FP12 lassen sich per Daisy-Chaining mit nur einem einzigen Kabel verbinden – Schluss mit Kabelsalat im Gehäuseinneren.
Vom Gamer-Trend zur Bürolösung
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Hardware-Experten bezeichnen diese Entwicklung als den größten Umbruch im PC-Bau seit einem Jahrzehnt. Indem funktionale Elemente wie Stromkabel und Datenanschlüsse aus dem Sichtfeld verschwinden, wird der PC zur „funktionalen Kunst“.
Doch der trend bleibt nicht auf Gaming-Enthusiasten beschränkt. Mit dem HP EliteBoard G1 stellte HP Anfang August einen Desktop-Computer vor, der komplett in eine Tastatur integriert ist. Zwar ein anderer Ansatz zur Platzersparnis, doch er zeigt: Die Branche arbeitet insgesamt daran, den Platzbedarf und die optische Präsenz von Computern zu reduzieren – ob im Wohnzimmer, im Krankenhaus oder im Büro.

