Malware kapert Microsoft Phone Link: SMS-TANs in Gefahr

Cyberkriminelle nutzen Microsoft Phone Link aus, um SMS-TANs abzugreifen. Parallel grassieren Smishing-Attacken und eine Zero-Click-Lücke in Android.

Mit spezieller Malware lesen sie SMS-Nachrichten aus – inklusive Banking-TANs.

CloudZ-Trojaner zielt auf Windows-Nutzer

Seit Januar 2026 ist eine Kampagne des Remote Access Trojaners „CloudZ“ aktiv. Das Besondere: Ein Plugin namens „Pheno“ greift gezielt Microsoft Phone Link an. Diese Funktion spiegelt Smartphone-Inhalte auf Windows-Rechnern.

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Die Infektion läuft meist über getarnte Updates für Fernwartungs-Tools wie ScreenConnect. Ist die Malware erst aktiv, scannt sie nach laufenden Phone-Link-Prozessen. Dann greift sie auf die lokale Datenbank zu – dort liegen synchronisierte SMS-Nachrichten.

Für Nutzer bedeutet das: Verifizierungscodes fürs Online-Banking oder Zwei-Faktor-Authentifizierungen sind geknackt. Das Smartphone selbst bleibt sauber, das Windows-Gerät wird zum Einfallstor. Die Malware tarnt sich mit Anti-Debugging und rotierenden User-Agent-Strings.

Android-Malware „Keenadu“ in Firmware entdeckt

Parallel verbreitet sich die Schadsoftware „Keenadu“ auf Android-Geräten. Sicherheitsforscher von Kaspersky fanden sie teils direkt in der Geräte-Firmware vorinstalliert. Im Februar 2026 waren über 13.000 Geräte infiziert – Schwerpunkt in Deutschland, den Niederlanden und Japan.

Die Malware übernimmt die vollständige Kontrolle. Sie wird für Botnetz-Aktivitäten und Werbebetrug eingesetzt.

Smishing wird zur Massengefahr

Angriffe per SMS boomen. Branchenanalysten von iVerify stellten fest: Nutzer klicken SMS-Phishing-Links sechs- bis zehnmal häufiger an als E-Mail-Links. Rund 80 Prozent aller Phishing-Seiten sind mittlerweile für mobile Browser optimiert.

Die Abwehr heißt „SmishGuard“ – eine neue Lösung, die auch linklose Angriffe über WhatsApp oder Signal erkennt.

Zero-Click-Lücke in Android entdeckt

Die Schwachstelle CVE-2026-0073 macht Zero-Click-Angriffe möglich. Über den Android Debug Bridge Daemon (adbd) können Hacker Schadcode ausführen – ohne Nutzerinteraktion. Betroffen sind Android 14 bis 16.

Google reagierte am 6. Mai 2026 mit einem Update für Pixel-Geräte ab der 7a-Reihe. Samsung und Huawei legten im Mai umfangreiche Patches nach, die auch Lücken in Qualcomm-Chipsätzen schließen.

Meta meldete derweil zwei kritische WhatsApp-Lücken geschlossen. Eine betraf KI-generierte Inhalte mit schädlichen URLs. Eine weitere tarnte ausführbare Dateien als harmlose PDFs.

Sicherheitsgefühl vs. Realität

Eine YouGov-Umfrage zum Weltpassworttag am 7. Mai 2026 zeigt: 74 Prozent der Deutschen halten ihre Passwörter für sicher. Die Realität sieht anders aus.

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Nur 32 Prozent nutzen Passkeys. Gerade einmal jeder Vierte setzt auf Zwei-Faktor-Authentifizierung. Die Generation Z ist mit 41 Prozent aufgeschlossener gegenüber passwortlosen Verfahren.

Experten warnen: KI-generierte Nachrichten und Deepfakes nehmen zu – laut Branchenberichten um 3.000 Prozent. Passwort-Manager plus 2FA bleiben essenziell.

Die Folgen sind messbar: 21 Prozent der erwachsenen US-Bürger wurden bereits Opfer von digitalem Finanzbetrug. Der geschätzte Schaden: 63 Milliarden US-Dollar. In Europa warnen Sparkassen vor Smishing-Wellen mit angeblichen AGB-Änderungen.

Google führt „Binary Transparency“ ein

Ab 1. Mai 2026 prüft Google Android-Apps mit einem kryptografischen Logbuch. Die „Binary Transparency“ soll die Echtheit von Systemdiensten und Play-Store-Apps garantieren – und Supply-Chain-Angriffe verhindern. Chrome schränkt zudem die Standortweitergabe ein.

Gleichzeitig eskalieren Konflikte mit Regulierern. Apple wehrt sich gegen den kanadischen Gesetzesentwurf Bill C-22, der Hintertüren in Verschlüsselung erzwingen soll. Das Unternehmen droht mit Rückzug bestimmter Dienste aus Kanada.

Neuer Malware-Trend: Accessibility-Dienste als Einfallstor

Für 2026 erwarten Experten ein Wettrüsten rund um Banking-Apps. Neue Stämme wie „PlayPraetor“ oder „TCLBANKER“ missbrauchen Android-Accessibility-Dienste. Sie zeichnen Eingaben auf oder streamen Bildschirminhalte in Echtzeit.

Die Lösung: geräteinterne Sicherheitslösungen, die schädliche Overlays blockieren. Klassische Passwörter bieten gegen KI-Phishing kaum noch Schutz. Biometrie und Hardware-Token dürften sich deshalb weiter durchsetzen. Für Verbraucher heißt das: Vorsicht vor unaufgeforderten Textnachrichten und angeblichen System-Updates.