Cybersicherheit trifft auf KI: Der Sicherheitsspezialist Malwarebytes schaltet Betrügern direkt in der populären Chat-Oberfläche von OpenAI den Weg ab. Eine neue Integration erlaubt es, verdächtige Nachrichten sofort prüfen zu lassen.
Veröffentlicht: Dienstag, 03. Februar 2026
Die weltweiten Schäden durch digitale Betrugsmaschen beliefen sich im vergangenen Jahr auf schätzungsweise 442 Milliarden Euro. Ein Grund: Kriminelle nutzen zunehmend selbst KI, um täuschend echte Phishing-Nachrichten zu generieren. Als direkte Antwort darauf hat Malwarebytes nun sein Frühwarnsystem direkt in ChatGPT eingebaut. Das Tool „Malwarebytes in ChatGPT“ steht allen Nutzern zur Verfügung und analysiert in Echtzeit Links, E-Mails oder Textnachrichten auf betrügerische Absichten. Das Ziel ist klar: Sicherheitsberatung soll so niedrigschwellig und schnell werden wie eine normale Konversation mit der KI.
Der KI-Sicherheitsberater in Aktion
Die Bedienung ist denkbar einfach. Nutzer können innerhalb von ChatGPT einen verdächtigen Inhalt – sei es eine E-Mail, eine URL oder eine Social-Media-Nachricht – einfügen und die KI auffordern, diesen mit Malwarebytes zu prüfen. Im Hintergrund greift das System auf die jahrzehntelang gesammelte Threat Intelligence des Sicherheitsunternehmens zurück. Es vergleicht die Inhalte mit einer riesigen Datenbank bekannter Bedrohungen, schädlicher Domains und Betrugsmuster.
Phishing-Angriffe verursachen enorme Schäden – allein im vergangenen Jahr summierten sich die weltweiten Verluste auf schätzungsweise 442 Milliarden Euro. Wenn Betrüger nun generative KI nutzen, reicht oft ein einziger Link. Das kostenlose Anti-Phishing-Paket bietet eine praxisnahe 4‑Schritte-Anleitung, erklärt aktuelle Betrugsmuster und zeigt, wie Sie Links, E‑Mails und Nachrichten sofort bewerten und abwehren. Mit Checklisten für Mitarbeiter und konkreten Handlungsempfehlungen für IT-Teams. Anti-Phishing-Paket jetzt herunterladen
Dabei sucht es nach subtilen Warnsignalen, die Menschen oft übersehen: typische Social-Engineering-Phrasen, Links zu frisch registrierten Domains (ein beliebter Trick von Betrügern) oder Abweichungen von legitimen Kommunikationsmustern. Am Ende liefert das Tool nicht nur ein Urteil („wahrscheinlich betrügerisch“ oder „sicher“), sondern auch eine Erklärung der erkannten Risiken und konkrete Handlungsempfehlungen.
Mit KI gegen KI: Der neue Wettlauf
Die Partnerschaft markiert eine strategische Wende im Cybersicherheitskampf. Wo Kriminelle generative KI zur Massenproduktion perfider Phishing-Mails nutzen, setzen die Verteidiger nun auf defensive KI. Die Kombination aus der Kontextanalyse von ChatGPT und den Echtzeit-Sicherheitsdaten von Malwarebytes kann die Nuancen einer Nachricht auf eine Weise analysieren, die für ältere Filtersysteme unmöglich war.
„Wir bekämpfen Feuer mit Feuer“, so die implizite Botschaft. Der Schritt unterstreicht einen breiteren Branchentrend: Spezialwissen wird direkt in generelle KI-Plattformen integriert, um ihnen mehr Verlässlichkeit und Tiefe zu verleihen. Nutzer tragen dabei selbst zur Verbesserung bei, indem sie geprüfte Inhalte zur Weiteranalyse melden können.
Demokratisierung der Cybersicherheit
Bislang erforderte die Überprüfung eines verdächtigen Links oft den Umweg über eine separate Website oder ein Sicherheitsprogramm. Diese Hürde fällt nun weg. „Wir treffen die Nutzer dort, wo sie sich ohnehin aufhalten“, beschreibt Marcin Kleczynski, Gründer und CEO von Malwarebytes, die Philosophie. Für ihn ist dieser intuitive Zugang entscheidend, um die halbe Billionen Euro schwere Betrugsindustrie wirksam zu stören.
Die Integration könnte ein Präzedenzfall für die gesamte Branche sein. Ähnlich wie Reise- oder Finanzdienstleistungen könnten sich auch andere Sicherheitsfirmen um Partnerschaften mit großen KI-Plattformen bemühen. Aus allgemeinen KI-Assistenten würden so multifunktionale Tools mit verifiziertem Fachwissen.
Proaktiver Schutz als Zukunftsvision
Aktuell ist die Prüfung noch reaktiv: Der Nutzer muss aktiv werden. Die Zukunft könnte jedoch einen proaktiven KI-Sicherheitsbegleiter bringen. Man stelle sich einen Assistenten vor, der eingehende Kommunikation kontinuierlich und in Echtzeit überwacht – und bei Bedrohungen sofort warnt, ohne dass der User erst einen Befehl geben muss.
Die größte Herausforderung bleibt die Anpassungsfähigkeit. Während Betrüger ihre Techniken mit KI-generierten Deepfakes in Audio und Video verfeinern, müssen auch die defensiven Tools mithalten. Der langfristige Erfolg dieser Integration wird sich daran messen, ob sie nicht nur heutige, sondern auch die nächste Welle KI-getriebener Cyberkriminalität antizipieren kann.
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