Mastercard und die Santander Bank haben diese Woche die erste vollständig von einer KI initiierte Zahlung in Europa getestet. Der Testlauf fand in einer kontrollierten Umgebung statt und nutzte Mastercards „Agent Pay“-System über die reale Infrastruktur der Bank. Ein KI-Agent führte dabei im Namen eines Kunden eine Transaktion durch – von der Initiierung bis zum Abschluss.
Diese Entwicklung markiert einen Meilenstein im sogenannten „Agenten-Handel“. Sie könnte künftig vollautomatisierte Kaufvorgänge ermöglichen. Gleichzeitig wirft sie jedoch kritische Fragen zur Sicherheit auf. Denn je intelligenter die Zahlungssysteme werden, desto raffinierter werden auch die Angriffe darauf.
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Cyberkriminelle rüsten mit KI auf
Die Dringlichkeit für mehr Sicherheit unterstreicht ein aktueller Bericht von Recorded Future, einem Tochterunternehmen von Mastercard. Demnach nutzen Betrüger zunehmend KI, um ihre Angriffe zu perfektionieren. Ein alarmierender Trend ist die „Industrialisierung“ von Betrugswerkzeugen.
So nahmen sogenannte „Magecart“-Angriffe stark zu. Dabei manipulieren Kriminelle den Code auf Bezahlseiten, um Kreditkartendaten abzugreifen. Im vergangenen Jahr waren laut Bericht über 10.500 solcher Hacks aktiv. Sie kompromittierten mehr als 23 Millionen Transaktionen. Die Täter setzen sogar KI-gestützte Marketingtools ein, um ihre Opfer gezielt auszuwählen – ähnlich wie legale Unternehmen ihre Kunden ansprechen.
Mastercard investiert Milliarden in Sicherheit
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung hat Mastercard seine Aktivitäten im Cybersecurity-Bereich massiv ausgebaut. Seit 2018 investierte der Konzern über 10,7 Milliarden US-Dollar in strategische Übernahmen und Sicherheitslösungen. Das Ziel: sich vom reinen Zahlungsabwickler zum umfassenden Technologie- und Sicherheitsunternehmen zu wandeln.
Zu den jüngsten Initiativen zählt eine Partnerschaft mit dem Cloud-Security-Anbieter Cloudflare. Gemeinsam wollen sie kleinere Unternehmen und öffentliche Einrichtungen besser schützen. Eine weitere Kooperation besteht mit dem Cyber Security Council der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Umsatz mit Mehrwertdiensten wie Betrugsprävention wuchs im letzten Quartal 2025 um 23 Prozent.
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Verbraucher sind zunehmend besorgt
Die Sorge der Verbraucher vor digitalen Gefahren wächst. Laut einer globalen Mastercard-Umfrage aus dem Herbst 2025 machen sich heute 75 Prozent der Menschen mehr Sorgen um Cyber-Risiken als noch vor zwei Jahren. Fast drei Viertel fürchten, dass KI es bald unmöglich macht, online zwischen echt und gefälscht zu unterscheiden.
Die wirtschaftlichen Folgen eines Angriffs zeigt eine Studie des Mastercard Economics Institute am Beispiel des japanischen Getränkeherstellers Asahi. Ein schwerer Cyber-Vorfall kann das Vertrauen der Kunden und ihr Kaufverhalten unmittelbar beeinflussen. Die Sicherheit im Digitalen wird für viele zur größeren Herausforderung als der Schutz des eigenen Zuhauses.





