Matter 1.6: NFC ersetzt QR-Codes bei Smart-Home-Geräten

Der neue Smart-Home-Standard Matter 1.6 vereinfacht die Geräteeinrichtung per NFC und erlaubt die gemeinsame Nutzung eines Netzwerks über verschiedene Ökosysteme hinweg.

6 offiziell vorgestellt – und die Neuerungen könnten den Smart-Home-Markt grundlegend verändern. Vorgestellt auf der Unify-Konferenz in Austin, Texas, zielt das Update vor allem darauf ab, die Einrichtung von Geräten zu vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ökosystemen zu verbessern.

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Schluss mit QR-Codes: NFC macht den Anfang

Eine der wichtigsten Neuerungen in Matter 1.6 ist die NFC-basierte Inbetriebnahme. Statt mühsam QR-Codes zu scannen, können Nutzer künftig ihre Smart-Home-Geräte per Nahfeldkommunikation konfigurieren – und das sogar, bevor das Gerät überhaupt an die Stromversorgung angeschlossen ist. Die Technologie setzt auf den ISO/IEC 7816-4-Standard und ermöglicht eine bidirektionale Kommunikation.

Doch das ist nicht alles: Geräte können ihre spezifischen Fähigkeiten künftig standardisiert an die Steuerzentralen melden. Das bedeutet: Nach der Installation wissen Smart-Home-Plattformen sofort, welche Funktionen ein neues Gerät tatsächlich bietet.

Joint Fabric: Wenn Apple, Google und Amazon sich vertragen

Bislang war die Nutzung mehrerer Smart-Home-Ökosysteme eine echte Geduldsprobe. Wer Apple Home, Google Home und Amazon Alexa parallel nutzte, musste für jede Plattform ein separates Netzwerk verwalten. Matter 1.6 führt mit Joint Fabric eine Lösung ein, die diesen Frust beenden soll.

Die Idee: Mehrere autorisierte Steuerzentralen verwalten ein gemeinsames Netzwerk. Ein zentraler Datenspeicher und eine Anker-Zertifizierungsstelle sorgen dafür, dass ein einmal hinzugefügtes Gerät in allen teilnehmenden Ökosystemen erkannt wird. Der Status bleibt synchron – egal, ob der Nutzer per iPhone, Google-Home-Lautsprecher oder Echo-Gerät zugreift.

Smarte Thermostate mit eigenem Kopf

Die neue Funktion Thermostat Suggestions gibt Heizungssteuerungen mehr Entscheidungsfreiheit. Statt direkter Temperaturbefehle von der Plattform erhalten Thermostate künftig zeitlich begrenzte Empfehlungen. Das Gerät selbst entscheidet dann anhand lokaler Parameter, Nutzervorlieben und aktueller Bedingungen – etwa ob ein Stromsparprogramm läuft oder der Nutzer manuell eingegriffen hat.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber ein echter Fortschritt: Klimasteuerungen werden kontextbewusster und können intelligentere Entscheidungen treffen.

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Sicherheit wird großgeschrieben

Mit Product Security 1.1 führt die CSA ein erweitertes Zertifizierungsprogramm ein. Es betrachtet nicht mehr nur einzelne Hardware-Komponenten, sondern komplette IoT-Systeme – inklusive der zugehörigen Apps und Gateways.

Zwei Sicherheitsstufen stehen zur Wahl:
Level 1: Selbstbewertung mit Überprüfung durch ein autorisiertes Testlabor
Level 2: Vollständiges unabhängiges Audit für höchste Sicherheitsansprüche

Das Programm ist auf internationale Regularien abgestimmt, darunter die europäische Funkanlagenrichtlinie (EU-RED) und das Cyber-Sicherheitslabel aus Singapur.

Neue Funktionen für Rauchmelder und Sensoren

Auch für spezifische Gerätekategorien gibt es Verbesserungen:
Rauch- und Kohlenmonoxidmelder können künftig melden, wenn sie von ihrer Halterung entfernt wurden
Sicherheitssensoren teilen ihre Aktivitätshistorie mit den Steuerzentralen
Zertifikatsverwaltung wird durch skalierbare Sperrlisten effizienter

Die Neuerungen zeigen: Matter entwickelt sich weiter – und macht das vernetzte Zuhause endlich so einfach, wie es die Hersteller seit Jahren versprechen. Ob die Hersteller die neuen Funktionen auch zeitnah umsetzen, bleibt abzuwarten.