Microsoft hat Entra Agent ID um eine neue Komponente erweitert: die MCP Firewall, die ab sofort als Public Preview im Rahmen von Global Secure Access verfügbar ist. Die Funktion soll Netzwerk-Level-Kontrolle über den Datenverkehr zwischen KI-Agenten und den von ihnen genutzten Tools und Servern ermöglichen, wie Yahoo am 17. September 2026 berichtete.
Policy-Grenze zwischen Agent und Tools
Die MCP Firewall etabliert eine Policy-Grenze zwischen einem KI-Agenten und den Tools beziehungsweise Servern, auf die dieser zugreift. Grundlage ist ein Zero-Trust-Ansatz auf Ebene der MCP-Methoden und -Ressourcen.
Konkret bedeutet das laut forkast.news, dass die Firewall unbekannte MCP-Server nach dem Prinzip Default-Deny automatisch entdeckt und blockiert – Zugriffe werden also standardmäßig verweigert, sofern sie nicht explizit erlaubt sind. Damit richtet sich die Funktion gegen sogenannte Shadow-AI, also den unautorisierten Einsatz von KI-Werkzeugen außerhalb der Kontrolle der IT-Abteilung.
Die MCP Firewall baut auf Entra Agent ID auf, das laut Microsoft seit April 2026 allgemein verfügbar ist und Funktionen für Registrierung, Lifecycle-Management und Conditional Access von Agenten-Identitäten bereitstellt. Die neue Firewall-Komponente ergänzt dieses Fundament um eine netzwerkseitige Durchsetzungsebene.
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Vierter Baustein im Governance-Stack
Nach Angaben von Yahoo positioniert sich die MCP Firewall als vierter Layer in einem sich entwickelnden Governance-Stack für KI-Agenten, der neben Microsofts Lösung auch Okta Agent SSO, IBM AgentOps und Broadcom AgentMinder umfasst. Das deutet darauf hin, dass sich rund um das Model Context Protocol (MCP) zunehmend ein eigenständiges Ökosystem an Sicherheits- und Kontrollwerkzeugen etabliert, an dem sich mehrere große Anbieter parallel positionieren.
Kontext: Branchenweite Bewegung um MCP-Sicherheit
Die Einführung der MCP Firewall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ankündigungen der vergangenen Tage ein. Rubrik brachte mit Rubrik MCP, gemeinsam mit Anthropic entwickelt, eine Lösung an den Start, die KI-Agenten programmierbaren Zugriff auf Rubrik-Daten-, Identitäts- und App-Intelligence gewährt und dabei auf OWASP-MCP-Top-10-Guardrails sowie kurzlebige, pro Tool-Call vergebene Tokens setzt.
Rubrik MCP befindet sich laut thenextgentechinsider.com aktuell in Private Preview für Bestandskunden, die allgemeine Verfügbarkeit ist für Ende September oder Oktober 2026 vorgesehen. Laut cvj.ai ist Rubrik der dritte Fortune-500-Anbieter innerhalb von zwei Wochen, der MCP als Standard für Agent-Interoperabilität übernimmt, nach Salesforce und Google Cloud.
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Auch ServiceNow hat nach einem Bericht von forkast.news mit AI Gateway v3.4 eine Funktion für MCP-Runtime-Enforcement samt Server-Lifecycle-Management eingeführt.
Der Handlungsdruck hinter diesen Entwicklungen wird durch eine Okta-Umfrage aus dem Jahr 2026 untermauert: Demnach nutzen 67 Prozent der Mitarbeiter nicht genehmigte KI-Tools, während 92 Prozent der Führungskräfte angeben, dass autonome Agenten in ihren Organisationen bereits breit im Einsatz seien.
Diese Diskrepanz zwischen offizieller Kontrolle und tatsächlicher Nutzung dürfte den Hintergrund bilden, vor dem Microsoft und andere Anbieter ihre Governance-Werkzeuge für das MCP-Protokoll ausbauen.

