Deutsche Kundinnen und Kunden kaufen Computer derzeit anders als noch vor einigen Jahren gewohnt: Statt zu klassischen Sale-Terminen zuzugreifen oder auf günstige Einstiegsgeräte zu setzen, vergleichen sie länger, warten gezielt auf Promotionen und legen Wert auf langfristige Nutzbarkeit. Das beobachtet Ercan Taskiran, Ladenchef des MediaMarkt Xperion in Berlin, laut einem Bericht von udn.com vom 27. September 2026.
Erst das Budget, dann die Ausstattung
Nach Taskirans Beschreibung läuft der Kaufprozess bei vielen Kundinnen und Kunden inzwischen umgekehrt ab als früher: Zunächst wird ein Budgetrahmen festgelegt, anschließend werden CPU, GPU, RAM und SSD innerhalb dieses Rahmens maximal ausgereizt.
Ziel ist ein System, das über mehrere Jahre hinweg zukunftssicher bleibt. Statt eines günstigen Einstiegsgeräts entscheiden sich viele Kunden lieber für ein höheres Budget, um langfristig nicht nachrüsten zu müssen.
Auch bei Gaming-Notebooks bleibt die Nachfrage laut Taskiran grundsätzlich hoch, allerdings mit klaren Prioritäten: Kaufentscheidend sind Grafikkarte, Bildwiederholrate, Kühlung und Lautstärke. Gleichzeitig bremse der hohe Preis vieler Modelle die Nachfrage spürbar.
Skepsis gegenüber AI-PCs
Ein weiteres Muster zeigt sich bei sogenannten AI-PCs, also Rechnern mit dedizierten KI-Beschleunigern. Hier fragen Kundinnen und Kunden im Xperion-Store vor allem, was sie konkret mit den zusätzlichen Funktionen anfangen können.
Der praktische Unterschied zu einem herkömmlichen Notebook bleibe für viele unklar, so Taskirans Beobachtung. Diese Zurückhaltung deutet darauf hin, dass Werbeversprechen rund um KI-Funktionen bei der Kaufentscheidung bislang wenig Gewicht haben, solange der Alltagsnutzen nicht greifbar ist.
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Gaming als Erlebnis vor Ort
Der Berliner Standort setzt neben dem klassischen Verkauf auch auf Erlebniselemente: Rund 60 High-End-Gaming-Plätze stehen zum kostenlosen Testen zur Verfügung, Buchungen laufen über Discord, zudem gibt es Alterszonen, die volljährigen Besuchern nach Ausweiskontrolle vorbehalten sind. Damit positioniert sich der Store nicht nur als Verkaufsfläche, sondern auch als Ort, an dem Interessierte Hardware vor dem Kauf ausgiebig ausprobieren können – ein Ansatz, der zum beobachteten Trend passt, wonach Käuferinnen und Käufer sich vor einer Investition mehr Zeit nehmen.
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Vorsichtiger Konsum als Hintergrund
Das im Xperion-Store beobachtete Kaufverhalten fügt sich in ein breiteres Bild zurückhaltender Konsumausgaben in Deutschland ein: Verbraucherinnen und Verbraucher priorisieren derzeit eher Güter des täglichen Bedarfs, während höhere Preise die Haushaltsbudgets belasten – trotz einer leichten Stimmungsverbesserung, wie es in einem Bericht heißt.
Für den PC-Handel bedeutet das offenbar eine Verschiebung: weg von Impulskäufen zu Rabattaktionen, hin zu bewusst geplanten, langfristig ausgelegten Anschaffungen, bei denen die maximale Ausstattung innerhalb eines fest gesetzten Budgets im Vordergrund steht.

