Die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg erhält eine dauerhafte institutionelle Basis. Am 18. September 2026 wurde im baden-württembergischen Innenministerium der Verein MEDI:CUS e. V. gegründet.
Die Organisation dient künftig als zentrale Steuerungseinheit für die landesweite digitale Gesundheitsplattform MEDI:CUS. Mit diesem Schritt soll die strategische Ausrichtung und Vernetzung der medizinischen Versorgung sowie der Forschung auf eine tragfähige Basis gestellt werden.
Die Zustimmung des Landeskabinetts zur Etablierung dieser Trägerorganisation war bereits im März erfolgt. Das Vorhaben wurde als ressortübergreifendes Projekt vom Sozial-, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium mit über 25 Mio. Euro finanziert. Nach eigenen Angaben des Landes flossen mehr als 25 Mio. Euro in das über zwei Jahre laufende Landesprojekt, um die Grundlagen für die digitale Infrastruktur zu schaffen.
Aufgabenteilung zwischen Verein und Betriebsgesellschaft
Die künftige Struktur sieht eine klare Trennung zwischen strategischer Führung und operativem Betrieb vor. Ab dem Jahr 2027 übernimmt der Verein MEDI:CUS e. V. die Steuerung der strategischen Weiterentwicklung der Plattform. Der eigentliche laufende Betrieb und die praktische Weiterentwicklung obliegen der MEDI:CUS-GmbH. Der neu gegründete Verein fungiert dabei als alleiniger Gesellschafter dieser Betriebsgesellschaft.
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Das Netzwerk umfasst wesentliche Akteure der regionalen Krankenhaus- und Forschungslandschaft. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die vier baden-württembergischen Universitätsklinika Heidelberg, Ulm, Freiburg und Tübingen sowie die Universitäten Heidelberg, Freiburg, Ulm und Tübingen.
Ebenfalls von Beginn an beteiligt sind mehrere kommunale Kliniken, darunter SLK Heilbronn, das Städtische Klinikum Karlsruhe, das Klinikum Stuttgart, die RKH Ludwigsburg-Bietigheim, die Oberschwabenklinik sowie das Schwarzwald-Baar Klinikum.
Als außerordentliche Mitglieder beteiligen sich der Bosch Health Campus und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft an der Initiative. Die Landesebene sichert ihre Beteiligung über eine Ehrenmitgliedschaft ab: Neben dem Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg wird auch das Bundesland selbst Ehrenmitglied des Vereins.
Ausbau der digitalen Infrastruktur
Mit der Plattform werden konkrete informationstechnische Ziele im Versorgungsalltag verfolgt. Kern des Vorhabens sind der Aufbau einer cloudbasierten, sicheren Infrastruktur sowie die Etablierung einer zentralen Datendrehscheibe. Auf diesem Weg soll zudem eine rechtssichere Nachnutzung von Gesundheitsdaten ermöglicht werden, die sowohl der Patientenversorgung als auch der medizinischen Forschung zugutekommen soll.
Bei der Vernetzung medizinischer Einrichtungen und der Nutzung von Gesundheitsdaten ist eine rechtssichere Dokumentation nach Art. 30 DSGVO unverzichtbar. Mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage und Schritt-für-Schritt-Anleitung lässt sich das erforderliche Verarbeitungsverzeichnis zeitsparend und fehlerfrei erstellen. Kostenlose Muster-Vorlage für das Verarbeitungsverzeichnis herunterladen
Erste funktionale Anwendungen stehen im Rahmen des Projekts bereits zur Verfügung. Dazu zählen Kommunikationsdienste wie Messenger- und Telekonsil-Lösungen sowie ein Tool für die digitale Kollaboration zwischen medizinischen Einrichtungen.
Weitere Dienste, insbesondere für die sichere Datenspeicherung und weiterführende Sicherheitsmechanismen, befinden sich derzeit in der Umsetzung. Mit der formellen Vereinsgründung gehen diese Angebote nun in die dauerhafte Betriebsstruktur über.

