Auf dem 9. India Medical Device Kongress in Neu-Delhi hat Gesundheitsminister JP Nadda heute ein Strategiepapier zur Integration von Künstlicher Intelligenz in die Medizintechnik vorgestellt. KI-gestützte Diagnostik soll demnach als erster großer Anwendungsbereich flächendeckend eingeführt werden.
Das von Praxis Global Alliance und dem indischen Industrieverband FICCI erarbeitete Dokument mit dem Titel „AI in MedTech: Revolutionising Healthcare Through Artificial Intelligence“ definiert fünf Kernprioritäten für eine verantwortungsvolle KI-Nutzung. Dazu zählen der Aufbau KI-fähiger Dateninfrastrukturen, lebenszyklusbasierte Regulierungsrahmen sowie spezifische Beschaffungs- und Erstattungsmechanismen.
Digitale Grundpfeiler stehen bereits
Nadda verwies auf bestehende digitale Fundamente wie die Ayushman-Bharat-Digitalmission, die IndiaAI-Mission und die Nationale Medizinprodukte-Politik von 2023. Dennoch bleiben Herausforderungen: fragmentierte Datensätze, sich wandelnde internationale Regularien und fehlende Erstattungswege.
Der indische Medizintechnikmarkt ist aktuell rund 16 Milliarden Dollar schwer, wie Manoj Joshi, Sekretär im Pharmazie-Department, erklärte. Die Strategie zielt nun auf eine exportorientierte Industrie, um vom globalen Marktvolumen von über 600 Milliarden Dollar zu profitieren. DCGI Rajeev Singh Raghuvanshi kündigte an, die regulatorische Aufsicht für Hochrisiko-Medizinprodukte der Klassen C und D zu verstärken.
KI-Modelle überzeugen in Pathologie und Radiologie
Unterdessen melden auch Unternehmen Fortschritte: Paige und Microsoft präsentierten Leistungsdaten für PRISM2, ein KI-Modell zur Interpretation von Pathologie-Schnitten. Trainiert auf 2,3 Millionen Gewebebildern und über 685.000 Pathologieberichten des Memorial Sloan Kettering, erreichte das Modell eine Erkennungsrate (AUC) von 0,967 bei verschiedenen Krebsarten.
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Beim kolorektalen Karzinom erzielte PRISM2 einen Konkordanzindex von 0,809 für das rezidivfreie Überleben – besser als der Wert von 0,773, den Fachärzte erzielten. Parallel dazu veröffentlichten die Europäische Gesellschaft für kardiovaskuläre Radiologie (ESCR) und mehrere nordamerikanische Bildgebungsgesellschaften heute ein Positionspapier zum ethischen Einsatz von KI in der Herz-CT und -MRT.
FDA-Entscheidung über Krebs-Früherkennungstest steht bevor
Am 23. September wird ein FDA-Beratungsgremium über die Zulassung des Galleri-Mehrfachkrebstests von Grail beraten. Zwar verfehlte eine frühere Studie mit 142.000 Teilnehmern ihren primären Endpunkt, doch neuere Daten der PATHFINDER-2-Studie zeigen eine Spezifität von 99,6 Prozent und eine Erkennungsrate von 73,7 Prozent bei zwölf spezifischen Krebsarten.
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bioAffinity meldete für das erste Halbjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 159 Prozent für seinen CyPath-Lung-Test, bei einem Gesamtumsatz von 2,86 Millionen Dollar. Vesta Teleradiology treibt derweil seine KI-Strategie voran – mit Fokus auf Röntgenaufnahmen von Brustkorb und Bewegungsapparat, während alle Befunde weiterhin von zertifizierten Radiologen geprüft werden.
Internationale Kooperationen für seltene Erkrankungen
enGenome und Genetic Alliance bauen ihr Netzwerk für die KI-gestützte Genom-Analyseplattform eVai aus. Was mit Dubai Health begann, umfasst nun 26 klinische Standorte und neun Labore in 19 Ländern.
SRI International entwickelt zudem ein KI-System mit Smart Glasses und Überwachungskameras, das medizinische Eingriffe wie Intubationen und Blutabnahmen unterstützt. Das von ARPA-H geförderte Projekt soll bis Ende des fünfjährigen Entwicklungszyklus 18 verschiedene medizinische Aufgaben abdecken – ein Beitrag zur besseren Versorgung in unterversorgten Regionen.

