Megaspeed im Visier: Nvidia-Hardwarekäufe über 4,6 Milliarden US-Dollar

Neue NCP-Bewerber müssen sich registrieren; Nvidia begrenzt zudem die Vermietung von Rechenleistung an chinesische Unternehmen.

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Der US-Halbleiterkonzern Nvidia erhöht die Kontrollanforderungen für Cloud-Betreiber in Südostasien. Wie Tom’s Hardware berichtet, verlangt das Unternehmen von dortigen Cloud-Anbietern die Registrierung im hauseigenen Fleet-Intelligence-Tracking-System als Voraussetzung, um den Status als Nvidia Cloud Partner (NCP) zu erhalten.

Der Status ist für Rechenzentrumsbetreiber von zentraler Bedeutung, da er mit einer offiziellen Empfehlung sowie einem bevorzugten Zugriff auf begehrte Hardware einhergeht.

Strengere Vorgaben für Partner und Neukunden

Während die Teilnahme an dem Überwachungssystem außerhalb der NCP-Zertifizierung für andere Kunden freiwillig bleibt, müssen neue Bewerber aus Südostasien dem System zwingend beitreten. Dies geht aus einem Bericht von TechRepublic hervor. Ungeklärt ist bislang, ob auch bereits bestehende Partner nachrüsten müssen und inwieweit die Regelung künftig auf andere Regionen ausgeweitet wird. Nvidia selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.

Parallel dazu zieht der Konzern die Zügel bei der Vergabe seiner Rechenkapazitäten an. Nach Angaben der Financial Times strich Nvidia die Hälfte der vorab genehmigten Asien-Käuferliste und etablierte eine sogenannte 51%-Regel.

Demnach wies Nvidia Cloud-Betreiber an, mindestens 51% ihrer Rechenleistung mit Kunden außerhalb Chinas zu erzielen, und mahnte die Betreiber ab, nicht mehr als die Hälfte der bereitgestellten Nvidia-Rechenleistung an chinesische Unternehmen zu vermieten.

Wachsender Druck durch US-Behörden

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Hintergrund der verschärften Maßnahmen ist der zunehmende Druck von US-Behörden, die Schmuggelrouten für Hochleistungschips in Südostasien vermuten. Nach Berichten von Branchenmedien gehen Ermittler dem Verdacht nach, dass Hardware in Milliardenhöhe illegal nach China weitergeleitet wird.

Im Visier der Untersuchungen steht unter anderem das in Singapur ansässige Unternehmen Megaspeed, das seit über einem Jahr von Behörden aus den USA und Singapur geprüft wird. Wie die New York Times berichtete, verdächtigen US-Stellen eine Führungskraft des Anbieters der Spionage für Peking. Mit Megaspeed stehen Hardwarekäufe in Höhe von 4,6 Mrd. US-Dollar in Verbindung.

Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte zu den Vorwürfen, dass Deployments geprüft und jeder Chip gezählt werde. Die geschäftlichen Interaktionen bezeichnete Huang als völlig normal. Laut Daten der Organisation C4ADS gelangten zwischen 2022 und 2025 Nvidia-Modelle der Reihen A100, H100 und AD102 im Wert von 13,4 Mio. US-Dollar über regionale Handelswege.

Behörden greifen in der Region ein

Dass Südostasien als Drehscheibe für den illegalen Weiterverkauf genutzt wird, belegen auch jüngste Zugriffe regionaler Behörden. Am 15. Oktober 2026 beschlagnahmte der malaysische Zoll bei einer Inspektion in der Freihandelszone des Hauptflughafens 30 Server mit fortschrittlichen KI-Chips.

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Der Gesamtwert der Fracht wird auf ca. 50 Mio. Ringgit beziffert, was rund 12,2 Mio. US-Dollar entspricht. Grund für die Beschlagnahme war der Verdacht auf Verstöße gegen geltende Exportkontrollen.

Die Server stammten aus einem asiatischen Land, waren fälschlicherweise als einfache Elektronikkomponenten deklariert und sollten ohne entsprechende Genehmigung in ein weiteres asiatisches Land reexportiert werden.

Malaysias Zoll-Direktorin Aspalila Ag Tuah erklärte, dass ein Syndikat Malaysia als Transitziel nutze. Es gebe Verbindungen zu insgesamt fünf versuchten Schmuggelaktionen, darunter eine Beschlagnahme im Juni, bei der 72 Server mit KI-Chips sichergestellt worden seien. Eine beteiligte malaysische Firma wird derzeit von den Behörden befragt.