Merck-Erfolg: KI-Agenten verkürzen Wirkstoffforschung um 33%

Microsoft, ServiceNow und HCLTech präsentieren neue KI-Lösungen. Merck meldet 33 Prozent kürzere Forschungszyklen durch Agentic AI.

Mehrere Tech-Giganten treiben die Entwicklung autonomer KI-Systeme voran, die komplexe Geschäftsprozesse eigenständig steuern.

Ende Mai 2026 erlebt die Unternehmenssoftwarelandschaft einen grundlegenden Wandel. Statt einfacher Chat-Overlays setzen immer mehr Anbieter auf „Agentic AI“ – Systeme, die selbstständig Arbeitsabläufe ausführen können. Von der Finanzplanung bis zur Wirkstoffforschung sollen diese Lösungen manuelle Eingriffe drastisch reduzieren.

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Microsoft und ServiceNow überarbeiten ihre Plattformen

Microsoft hat am 27. Mai ein Redesign von Copilot für M365 vorgestellt. Nach Nutzerfeedback zu den bisherigen Oberflächenelementen setzt der Konzern nun auf ein dezenteres Design. Neu sind ein dynamischer Aktionsbutton sowie ein Übergabemodell namens „Throw & Catch“. Interne Daten von Microsoft zeigen: Organisatorische Faktoren sind für mehr als zwei Drittel der messbaren Auswirkungen von KI in Unternehmen verantwortlich.

Parallel dazu brachte ServiceNow auf seiner Knowledge-2026-Konferenz am 28. Mai „Otto“ an den Start. Der Assistent dient als zentrale Anlaufstelle für Mitarbeiter in der Produktion und vereint die Funktionen von Now Assist und Moveworks. Der Konzern meldet bereits erste Erfolge: Die Sparte EmployeeWorks habe im ersten Monat mehrere Aufträge über eine Million Euro abgeschlossen. Das deutet auf eine starke Nachfrage nach kontrollierten KI-Erlebnissen hin.

Autonome Finanzsysteme im Aufwind

Auch im Bereich der cloudbasierten Finanzautomatisierung tut sich einiges. HCLTech hat am 27. Mai eine autonome Finanzplattform auf Basis von Googles Gemini Enterprise AI vorgestellt. Das System fungiert als „agentisches Gewebe“ über der bestehenden IT-Infrastruktur und automatisiert Kernfunktionen wie Rechnungsverarbeitung, Auftragsabwicklung und Finanzplanung.

Coupa hat ebenfalls am 27. Mai seine Fortschritte hin zu einer autonomen Ausgabenmanagement-Plattform detailliert. Durch die Integration der jüngsten Übernahmen – des Dokumentenanalyse-Spezialisten Rossum und des Orchestrierungs-Experten Tonkean – will Coupa seine Datenbasis von zehn Billionen Euro nutzen, um die Durchlaufzeiten der Kunden zu verkürzen. Das Unternehmen hat sich das ehrgeizige Fünf-Jahres-Ziel gesetzt, seinen Kunden Einsparungen in Höhe von 300 Milliarden Euro zu ermöglichen.

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Pharmaindustrie und Handel liefern erste Erfolgszahlen

Erste Großprojekte zeigen, dass die Technologie messbare Effizienzgewinne bringt. Der Pharmakonzern Merck berichtete am 27. Mai, dass der Einsatz von KI-Agenten die Wirkstoffforschungszyklen um 33 Prozent verkürzt habe. Zudem ließen sich konforme Marketingmaterialien 80 Prozent schneller erstellen als mit bisherigen Methoden – bei nahezu perfekter Compliance-Genauigkeit der Entwürfe.

Im Einzelhandel zieht Amazon nach: Der Konzern bietet seine „Agentic Shopping Assistant“-Technologie nun externen Händlern über AWS an. Das System, das auf den Plattformen Alexa for Shopping und Rufus basiert, wurde zuerst von Tapestry für dessen Marke Kate Spade übernommen – als KI-gesteuerter Geschenkberater.

Physiksimulation und Entwicklungstools

Im Bereich der physikbasierten Simulation hat JuliaHub am 27. Mai Dyad 3.0 veröffentlicht. Die KI-native Simulationsplattform führt autonome Agenten ein, die technische Spezifikationen interpretieren und validierte Modelle erstellen können. Der Launch fällt mit einer Series-B-Finanzierung in Höhe von 65 Millionen Euro zusammen.

Auch für Entwickler gibt es Neues: JetBrains hat am 27. Mai ein offenes Agentensystem für die MENA-Region vorgestellt. Es enthält eine spezielle Entwicklungsumgebung namens JetBrains Air, die Multi-Agent-Orchestrierung in isolierten Containern unterstützt.

Browser und Desktop: KI für den Alltag

Für Endnutzer startete Mozilla am 27. Mai den Beta-Test seines „Smart Window“-KI-Browsermodus für Firefox 150+ in Nordamerika. Der integrierte Assistent greift auf Tab-Daten und den Browserverlauf zu, um bei der Navigation zu helfen.

Auf dem Desktop sorgt ein neuer Assistent namens Jarvis für Aufsehen. Entwickelt von Mihai Matei, integriert sich die Software in über 60 Anwendungen und erzielt Spitzenwerte in Nützlichkeits-Benchmarks.

Am 28. Mai ging zudem die Plattform GUIDE auf AWS live. Sie nutzt Amazon Bedrock und ermöglicht KI-Agenten, über verschiedene Anwendungsoberflächen hinweg zu agieren – eine Methode zur Workflow-Automatisierung, die ohne traditionelle APIs oder Robotic Process Automation auskommt.