Das Juni-Update für Android bringt eine KI-gestützte Erkennung von gefälschten Anrufen. Der Schritt kommt nicht zu früh: Die Schäden durch Messenger-Betrug in Deutschland haben ein Rekordniveau erreicht.
Die neue Funktion heißt „Fake Call Detection“ und richtet sich gegen das sogenannte Spoofing. Dabei imitieren Angreifer offizielle Telefonnummern von Banken oder Behörden. Das System prüft über den RCS-Standard, ob ein eingehender Anruf tatsächlich vom Gerät des angegebenen Kontakts stammt.
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Fehlt diese Bestätigung, blendet Android eine Warnung ein und rät zum Abbruch des Gesprächs. Bei neueren Modellen kann das System betrügerische Anrufe mit gefälschten Banknummern sogar eigenständig beenden. Verfügbar ist die Funktion für Geräte ab Android 12 – zunächst auf Pixel-Smartphones und über die offizielle Google-Telefon-App.
Deutsche Nutzer besonders betroffen
Die wirtschaftliche Dimension der digitalen Kriminalität ist enorm. In Deutschland liegt der durchschnittliche Schaden bei Messenger-Betrug bei 1.180 Euro pro Opfer – fast doppelt so viel wie der globale Durchschnitt von 630 Euro.
Besonders alarmierend: 44 Prozent der Opfer überweisen die geforderten Beträge innerhalb von nur 30 Minuten nach der ersten Kontaktaufnahme. Die Täter arbeiten immer professioneller. Die Zahl der KI-gestützten Attacken stieg laut Branchenberichten um 89 Prozent.
Allein die Phishing-Plattform Kali365 soll seit Anfang 2025 für Schäden von über 240 Millionen Euro verantwortlich sein. Sicherheitsforscher verzeichnen zudem einen Anstieg von NFC-Relay-Angriffen um 188 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres.
Warnung vor „Universe Browser“ und neuen Phishing-Methoden
Neben manipulierten Anrufen rücken auch bösartige Apps in den Fokus. Aktuell warnt die Sicherheitsbranche vor dem „Universe Browser“ aus China. Die Malware verfügt über Keylogging-Funktionen, deaktiviert Sicherheitstools auf dem Smartphone und leitet Nutzerdaten über externe Server um.
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Gleichzeitig entwickeln Angreifer ihre Phishing-Methoden weiter. Kaspersky warnt vor QR-Codes, die als ASCII-Art in E-Mails eingebettet werden. Sie umgehen herkömmliche Sicherheitssysteme, da sie zunächst als harmloser Text erscheinen – beim Scannen führen sie jedoch auf schädliche Webseiten.
In Bremen haben das Landesamt für Verfassungsschutz und die Firma Ströer eine Kooperation gestartet. Auf digitalen Außenwerbeflächen warnen sie vor aktuellen Bedrohungen. Eine erste Kampagne thematisiert Phishing-Versuche, bei denen sich Angreifer als technischer Support des Messengerdienstes „Signal“ ausgeben. Ziel sind Mitarbeiter in Behörden, Politik und Unternehmen.
Kritische Sicherheitslücke geschlossen
Das aktuelle Android-Update schließt zudem eine kritische Schwachstelle mit der Kennung CVE-2025-48595. Diese Zero-Day-Lücke im Android Framework ermöglichte Angreifern lokale Rechteausweitungen – ohne Interaktion des Nutzers. Betroffen waren die Android-Versionen 14 bis 16.
Insgesamt hat Google im Rahmen des Juni-Patch-Zyklus 124 Sicherheitslücken geschlossen. Ein deutliches Signal: Der Kampf gegen die zunehmend professionalisierte Betrugskriminalität auf Smartphones wird härter.

