Sowohl klassische Phishing-Methoden als auch KI-gestützte Angriffe nehmen rasant zu. Besonders betroffen: Nutzer von Messengern und Kunden der Commerzbank.
Messenger-Betrug: 1.180 Euro Schaden pro Fall
Der durchschnittliche Schaden bei Messenger-Betrug in Deutschland ist auf 1.180 Euro gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Kaspersky. Der Wert liegt fast doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt von 630 Euro.
Besonders alarmierend: Die Angreifer arbeiten extrem schnell. In 44 Prozent der Fälle entstand der finanzielle Schaden innerhalb von nur 30 Minuten nach der ersten Kontaktaufnahme. Und wer einmal hereingefallen ist, wird oft erneut zum Ziel. Jedes vierte Opfer erlebt innerhalb von sechs Monaten einen weiteren Angriff.
Millionen Deutsche nutzen täglich Online-Banking per Smartphone – ohne diesen Schutz ist das gefährlich. Experten warnen: Wer diese 5 Maßnahmen nicht kennt, riskiert Datenverlust und finanzielle Schäden. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Parallel dazu warnt der Verbraucherschutz vor einer gezielten Phishing-Welle gegen Commerzbank-Kunden. Die Betrüger verschicken E-Mails mit Betreffzeilen wie „Letzte Erinnerung vor der Sperrung Ihres Kontos“. Sie fordern die Empfänger auf, ihre PhotoTAN-App zu aktualisieren. Die Drohung: Kontosperrung innerhalb von 24 Stunden.
Die Devise der Experten: Nicht auf Links klicken. Den Kundenservice nur über offizielle Kanäle kontaktieren.
KI macht Betrüger gefährlicher
Die technologische Entwicklung treibt die Kriminalität an. Laut Analysen von CrowdStrike ist die Zahl der KI-gestützten Angriffe um 89 Prozent gestiegen. Kriminelle nutzen Werkzeuge wie ChatGPT oder spezialisierte Modelle, um Phishing-Kampagnen zu automatisieren. Auch staatlich gelenkte Gruppen setzen KI für die Entwicklung von Malware ein.
In Hongkong hat die Securities and Futures Commission lizenzierte Unternehmen bereits gewarnt. Die Zahl der Cyberangriffe stieg dort im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf über 15.000 Fälle. KI senke die Eintrittshürden für Betrüger massiv, so die Behörde.
NFC-Angriffe boomen – Trojaner im Fokus
Neben manipulierten Nachrichten gewinnen technische Angriffe an Bedeutung. Kaspersky verzeichnete in den ersten vier Monaten 2026 einen Anstieg der NFC-Angriffe um 188 Prozent. Der Banking-Trojaner „OverlayPhantom“ ist seit Frühjahr 2025 aktiv und zielt auf mehr als 180 Finanz-Apps ab – mit einem Schwerpunkt auf dem deutschen Markt.
Da Banking-Trojaner und Phishing-Wellen immer professioneller werden, ist eine schnelle Absicherung des eigenen Geräts unerlässlich. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Android-Smartphone in wenigen Minuten effektiv gegen Hacker absichern. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Ein Erfolg gelang den Sicherheitsbehörden mit der Zerschlagung des Botnetzes „Asocks“. Es soll rund 17 Millionen infizierte Geräte in 163 Ländern umfasst haben. Dennoch bleiben die Risiken hoch. Beim US-Anbieter Charter Communications wurden nach einem Voice-Phishing-Angriff Daten von rund 13 Millionen Menschen gestohlen und veröffentlicht.
Sicherheitsexperten fordern Umdenken
IT-Sicherheitsfirmen wie Commvault fordern eine neue Verteidigungsstrategie. Reine Prävention reiche nicht mehr aus. Die Zeit zwischen der Bekanntgabe einer Sicherheitslücke und deren Ausnutzung durch KI-Tools betrage oft nur noch Minuten. Neue Zielgröße: die Wiederherstellungszeit der Kernprozesse nach einem Vorfall.
Im Bereich der Software-Sicherheit wurden kritische Schwachstellen geschlossen – unter anderem im Android-System und bei Home Assistant (CVE-2026-44698). Auch OpenAI reagiert: Das Unternehmen bietet großen britischen Banken wie Lloyds und HSBC Zugang zu einem speziellen Tool namens „GPT-5.5 Cyber“. Es soll gezielt bei der Suche nach Sicherheitslücken in den Bankensystemen helfen.

