Messenger-Betrug: Durchschnittschaden von 1.180 Euro in 30 Minuten

Studie zeigt: Kinder in Deutschland nutzen Smartphones ab sieben Jahren, doch viele Eltern verzichten auf regelmäßige Gespräche über Online-Risiken.

Zum Weltkindertag am 1. Juni schlagen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Branchenverbände Alarm. Sie fordern mehr Begleitung durch Eltern und bessere technische Schutzmaßnahmen.

Anzeige

Banking, WhatsApp, Shopping – auf keinem anderen Gerät speichern wir so viele sensible Daten wie auf dem Smartphone, was es zum Hauptziel für Hacker macht. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritt-für-Schritt-Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Gerät wirksam absichern. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone jetzt entdecken

Sieben Jahre: Das Durchschnittsalter bei der ersten Smartphone-Nutzung

Bitkom Research belegt für 2025: Kinder in Deutschland sind im Schnitt sieben Jahre alt, wenn sie ein Smartphone nutzen. Ein eigenes Gerät besitzen sie meist mit neun Jahren. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt dagegen eine eigenständige Nutzung erst ab zwölf Jahren.

Die Realität sieht anders aus. Der Cybersicherheitsmonitor des BSI zeigt eine eklatante Kommunikationslücke: Nur 47 Prozent der Eltern von Sechs- bis 13-Jährigen sprechen regelmäßig mit ihren Kindern über Internetaktivitäten. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren sind es sogar nur 42 Prozent.

Das BSI rät zu technischen Schutzfunktionen: In-App-Kauf-Sperren, Inhaltsfilter und Bildschirmzeitbegrenzungen aktivieren. Besonders den Standortzugriff von Apps sollten Eltern kritisch prüfen.

Österreich geht einen Schritt weiter. Dort ist ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren geplant. Die Entscheidung fällt im Herbst 2026, in Kraft treten könnte es Anfang 2027.

Messenger-Betrug: 1.180 Euro Schaden im Schnitt

Die Gefahren im Netz treffen nicht nur Kinder. Kaspersky hat die finanziellen Folgen von Cyberkriminalität für deutsche Verbraucher untersucht. Betrugsopfer verlieren bei Attacken über WhatsApp im Durchschnitt 1.180 Euro – deutlich mehr als der globale Durchschnitt.

Die Angriffe werden schneller: Bei 44 Prozent der erfolgreichen Attacken entsteht der finanzielle Schaden innerhalb von 30 Minuten nach dem ersten Kontakt. Viele Betroffene vermuten hinter der Professionalität der Angriffe den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die häufigsten Einstiegskanäle: WhatsApp, SMS und Facebook.

Anzeige

Da pro Quartal rund 4,7 Millionen Online-Konten gehackt werden, ist der Wechsel auf moderne Sicherheitsstandards für jeden Internetnutzer unverzichtbar. Ein kostenloser PDF-Report erklärt die passwortlose Anmeldung via Passkey, die Hackern bei Diensten wie WhatsApp oder Amazon keine Chance mehr lässt. Kostenlosen Report zur passwortlosen Anmeldung anfordern

Passwörter: Viele fühlen sich sicher – sind es aber nicht

Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Verbandes eco offenbart ein grundlegendes Sicherheitsproblem. 74 Prozent der Befragten halten ihre Passwörter für sicher. Doch nur 25 Prozent nutzen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Passkeys, die als sicherere Alternative gelten, verwenden immerhin 32 Prozent.

Auch die Schulen vermitteln zu wenig. Das Deutsche Kinderhilfswerk befragte Zehn- bis 17-Jährige: 63 Prozent finden die Aufklärung über Chancen und Risiken von KI unzureichend. 52 Prozent sagen, Datenschutz werde im Unterricht nicht ausreichend behandelt.

Gegensteuern sollen regionale Bildungsangebote. Am 23. Juni 2026 findet in Zeitz ein Workshop zum sicheren Umgang mit digitalen Anwendungen statt. Der Sicherheitsanbieter KnowBe4 startete zudem am heutigen Weltkindertag eine neue Lösung zum Schutz von Kollaborationsplattformen wie Microsoft Teams – sie geraten zunehmend ins Visier von Phishing-Angriffen.