Messenger-Betrug in Deutschland: 1.180 Euro Schaden im Schnitt

WhatsApp muss DMA-Auflagen erfüllen, Meta erzielt Teilerfolg bei Facebook Marketplace. Neue Sicherheitsfunktionen gegen Betrug geplant.

Meta scheiterte mit seiner Klage gegen die Entscheidung der EU-Kommission. Der Messenger muss weiterhin die strengen Auflagen des Digital Markets Act (DMA) erfüllen – insbesondere bei Interoperabilität und Wettbewerb.

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Teilerfolg für Meta bei Facebook Marketplace

Erfolgreich war Meta hingegen mit seinem Einspruch gegen die Einstufung von Facebook Marketplace. Das Gericht erklärte diesen Teil der Entscheidung für nichtig. Die Begründung: Die Einstufung sei nicht ausreichend belegt gewesen. Meta hatte argumentiert, der Dienst sei kein eigenständiger Zugangspunkt für Geschäftskunden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof sind möglich.

Neue Sicherheitsfeatures gegen Betrug

Während die rechtliche Einstufung geklärt ist, bereitet WhatsApp neue Sicherheitsfunktionen vor. Unter dem Namen Scam Alert entwickelt der Dienst einen Schutz gegen Betrugsnachrichten. Das System erkennt verdächtige Nachrichten von unbekannten Kontakten und zeigt einen Warnhinweis direkt im Chat an.

Die Analyse erfolgt lokal auf dem Endgerät – die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt erhalten. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und muss von Nutzern in den Einstellungen aktiviert werden. Ein konkretes Startdatum für den Rollout steht noch nicht fest.

Deutsche zahlen besonders hohe Schäden

Die Dringlichkeit solcher Schutzmaßnahmen zeigt eine aktuelle Kaspersky-Studie vom 3. Juni. Opfer von Messenger-Betrug in Deutschland erleiden im Schnitt Schäden von 1.180 Euro – fast doppelt so viel wie der globale Durchschnitt von 630 Euro. Besonders alarmierend: 44 Prozent der Geschädigten überwiesen innerhalb von 30 Minuten nach der ersten Nachricht Geld. Branchenanalysten von CrowdStrike berichten zudem von einem Anstieg KI-gestützter Angriffe um 89 Prozent.

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Datenschutzbedenken bei interner Überwachung

Kritik an Metas Datenschutzpraxis gab es Anfang Juni auch wegen des internen Überwachungsprogramms MCI. Nach Mitarbeiterprotesten lockerte der Konzern den Einsatz des KI-Tools, das seit April 2026 Tastatureingaben, Mausbewegungen und Bildschirminhalte in über 200 Anwendungen erfasst. US-Mitarbeiter können das System nun für bis zu 30 Minuten pausieren.

EU-Angestellte sind zwar formell von dem Programm ausgenommen – doch ihre Daten werden erfasst, sobald sie mit US-Kollegen kommunizieren. Die Datenschutzorganisation NOYB hat deshalb bei elf europäischen Aufsichtsbehörden Beschwerde eingelegt. Die irische Datenschutzkommission muss nun prüfen, ob ein Verstoß gegen die DSGVO vorliegt.

KI-Sicherheitslücke bei Instagram

Auch die Sicherheit von Metas Künstlicher Intelligenz stand zuletzt in der Kritik. Hacker nutzten bis Ende Mai eine Schwachstelle im KI-Support-Bot aus, um prominente Instagram-Konten zu übernehmen. Durch gezielte Prompt Injections veranlassten sie das System, Kontodaten zurückzusetzen. Selbst Selfie-Verifikationen wurden mit KI-generierten Animationen umgangen.

Betroffen waren unter anderem die Profile des früheren US-Präsidenten Barack Obama sowie hochrangiger Militärangehöriger. Meta bestätigte, dass die Lücke inzwischen geschlossen wurde.

KI-Modelle scheitern an EU-Regularien

Aktuelle Tests belegen zudem die Schwierigkeiten von KI-Modellen mit regulatorischen Standards. Eine Untersuchung der Organisation Aithos vom 2. Juni zeigt: Leistungsstarke Modelle wie Claude Opus 4.7 erfüllen die Anforderungen des EU AI Acts und der DSGVO nur zu 54 Prozent. Das Nachfolgemodell 4.8 erzielte zwar Rekordwerte in Mathematik und Programmierung – bei komplexen Rechtsfragen bleiben die Schwächen jedoch bestehen.