Meta-AGB ab 30. Oktober: Geschäftskonten erlauben automatisches Scraping

Medienhäuser kritisieren Metas geplante Nutzungsbedingungen und drängen in Europa und Großbritannien auf Regeln für automatisierte Bots.

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Führende Medienorganisationen fordern verbindliche Transparenzvorgaben und Verbote für täuschende Web-Bots und kritisieren zugleich neue Nutzungsbedingungen des Digitalkonzerns Meta. Verlage wie der Guardian, die Sun sowie Branchenverbände wie die News/Media Alliance werfen dem Plattformbetreiber vor, sich eigenmächtig das Recht zum Auslesen von Website-Inhalten für das Training künstlicher Intelligenz zu sichern.

Auslöser der aktuellen Kontroverse ist ein für den 30. Oktober 2026 angekündigtes Update der Geschäftsbedingungen von Meta. Demnach stimmen Inhaber von Geschäftskonten dem automatisierten Scraping ihrer Internetseiten zu, sobald sie Dienste wie Facebook, Instagram, WhatsApp oder den Messenger weiter verwenden. Eine Option zum Widerspruch existiert nicht; Organisationen bleibt als Alternative lediglich der vollständige Verzicht auf die Produkte des Konzerns.

Danielle Coffey, Präsidentin und Geschäftsführerin der News/Media Alliance, bezeichnete die AGB-Änderung am 15. Oktober 2026 als empörend sowie wahrscheinlich rechtswidrig und warnte, dass jedes Unternehmen mit Online-Inhalten und einem Meta-Geschäftskonto unmittelbar betroffen sei.

Rechtsexperten bestätigten laut Berichten vom 15. Oktober 2026, dass Meta die Inhalte für KI-Trainingszwecke heranziehen könne. Die Juristen betonten unter anderem, dass dieses Material auf dem regulären Lizenzmarkt viele Millionen US-Dollar kosten würde.

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Zudem bestehe die Befürchtung, dass neue Formulierungen zu internen Testzugängen bestehende Bezahlschranken unterlaufen könnten. Ein Meta-Sprecher trat dem entgegen und erklärte, die Sprache in den Verträgen sei lediglich vereinheitlicht worden; es gebe kein neues Crawling-Verhalten und Schutzstandards wie robots.txt blieben weiterhin wirksam.

Proteste in der Europäischen Union und Großbritannien

Auch auf europäischer Ebene formiert sich Widerstand. Das European Publishers Council zeigte sich besorgt über die Neuregelung. Exekutivdirektorin Angela Mills Wade wandte sich an die EU-Exekutiv-Vizepräsidenten Ribera und Virkkunen mit der Forderung nach einer umfassenden Prüfung durch die Abteilungen für Wettbewerb, Digitales und Urheberrecht. Die bloße Unterhaltung eines Geschäftskontos dürfe niemals als pauschale Lizenz gewertet werden.

In Großbritannien richteten die Spitzen von acht überregionalen Zeitungen – darunter Daily Mail, Guardian, The Times, The Daily Telegraph, The Sun, Daily Express, Daily Record und Financial Times – ein Schreiben an Premier Andy Burnham. Sie forderten die Unterstützung für einen von Damian Hinds und der News Media Association eingebrachten Gesetzesentwurf zur Transparenz automatisierter Software.

Die Vorlage stand am 16. Oktober 2026 zur zweiten Lesung im britischen Unterhaus an und verlangt, dass Betreiber von Web-Bots deren Identität und Absichten offenlegen müssen. Der Entwurf sieht zudem ein öffentliches Bot-Register bei der Regulierungsbehörde Ofcom vor, um Verlagen die Kontrolle über Zugriffe zu sichern.

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Stealth-Bots belasten die Infrastruktur

Hintergrund der Initiativen ist das massive Ausmaß des unbemerkten Auslesens. Nach Angaben der News Media Association sind 19 der 20 größten britischen Nachrichtenseiten für verdeckte Bots zugänglich.

Demnach machen automatisierte Programme mittlerweile über die Hälfte des gesamten weltweiten Datenverkehrs im Internet aus. Auch in den USA gibt es legislative Vorstöße wie den Stealth Crawler Prohibition Act im Bundesstaat New York oder den auf Bundesebene eingebrachten Stealth Bot Prohibition Act.

Während Publisher wie Reach juristisch gegen unautorisiertes Auslesen vorgehen und innerhalb von sechs Monaten über 100 Millionen Scrapes ihrer Inhalte registrierten, gewinnen offizielle Lizenzverträge an Bedeutung. Meta selbst unterhält Vereinbarungen mit CNN, Fox News, USA Today und People Inc. Google wiederum hat sein KI-Nachrichtenprogramm auf mehr als 400 Publikationen weltweit ausgebaut, darunter Reach, CNN, Axios und die Financial Times.