Der US-Technologiekonzern Meta hat eine weitreichende Kooperation mit den philippinischen Behörden angekündigt, um die Sicherheit auf seinen Plattformen zu erhöhen. Kern der Initiative ist die technische Integration des philippinischen National-ID-Systems (PhilSys) zur Verifizierung von Nutzerkonten.
Parallel dazu wird das Unternehmen ein eigenes Verbindungsbüro auf den Philippinen eröffnen, um die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden bei der Inhaltsmoderation zu beschleunigen.
Digitale Identitätsprüfung zum Schutz von Minderjährigen
Die geplante Integration des PhilSys-Systems erfolgt über eine API-Anbindung an die philippinische Statistikbehörde (PSA). Das technische Verfahren ist so konzipiert, dass Meta keinen direkten Zugriff auf sensible persönliche Daten erhält. Stattdessen sendet die Plattform Identitätsdetails an die PSA, die lediglich mit einer Bestätigung oder Ablehnung („Match/No-Match“) antwortet.
Dieses System soll insbesondere dazu dienen, das Alter der Nutzer zuverlässiger zu bestimmen und die Erstellung von Fake-Accounts zu erschweren. In diesem Zusammenhang wurden auch Beschränkungen für Nutzer unter 16 Jahren diskutiert.
Die technische Arbeitsgruppe (TWG), die die Umsetzung der National-ID-Integration koordiniert, wird ihre Arbeit Mitte September aufnehmen. Zu diesem Gremium gehören neben dem Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie (DICT) auch die Datenschutzkommission (NPC), die Telekommunikationsbehörde (NTC) sowie Bildungs- und Sozialministerien.
Neues Verbindungsbüro für schnellere Inhaltsmoderation
Flankierend zur technischen Aufrüstung wird Meta ein Büro auf den Philippinen einrichten. Dabei handelt es sich nicht um ein Entwicklungszentrum oder einen Standort für umfangreiche Neueinstellungen, sondern um eine spezialisierte Regierungs-Verbindungsstelle. Die Entscheidung fiel nach Gesprächen zwischen Meta-Führungskräften und philippinischen Behördenvertretern in Singapur.
Das Primärziel dieses Standorts ist die Schaffung eines direkten Kanals für Takedown-Anfragen und gerichtliche Vorladungen. Hintergrund sind jüngste Gewaltakte, die live auf den Plattformen gestreamt wurden.
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Ein Vorfall in Zamboanga im August verdeutlichte den Handlungsbedarf: Von der ersten Meldung bis zur endgültigen Entfernung des Livestreams vergingen laut Behördenangaben insgesamt 14 Minuten. Das NBI wies darauf hin, dass die reine Löschung nach der Meldung etwa 7 bis 9 Minuten in Anspruch nahm. Mit dem neuen Büro sollen solche Reaktionszeiten drastisch verkürzt werden.
Reaktion auf gewaltsame Vorfälle und regulatorischen Druck
Die nun getroffenen Maßnahmen folgen auf ein Online-Sicherheitsabkommen vom 28. August. Dieses Abkommen verhinderte ein drohendes landesweites Verbot der Meta-Dienste auf den Philippinen. Die Regierung hatte den Druck auf den Konzern erhöht, nachdem es im Juni in Tacloban und im August in Zamboanga zu Vorfällen „nihilistischer Gewalt“ gekommen war, die teilweise einen Bezug zu Gaming-Plattformen aufwiesen.
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NBI-Direktor Melvin Matibag betonte, dass Meta künftig enger mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten werde, um gegen Online-Groomer, Troll-Farmen und die Verbreitung von Fake News vorzugehen.
Die Kooperation umfasst auch den Datenaustausch zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet (OSAEC) sowie die Identifizierung und Entfernung von Deepfakes. Neben der Zusammenarbeit mit Meta plant die philippinische Regierung zudem Gespräche mit anderen Plattformbetreibern wie Discord, um ähnliche Sicherheitsstandards für Minderjährige zu etablieren.

