Meta beendet Metaverse-Ära und setzt voll auf KI-Brillen

Meta stellt die Entwicklung von VR-Fitness-Apps ein und schließt Spiele-Studios, um Ressourcen auf KI-gesteuerte Smart-Brillen zu verlagern. Hintergrund sind Verluste von über 70 Milliarden Euro im VR-Geschäft.

Meta schwenkt radikal um: Das Unternehmen stoppt die Entwicklung von VR-Fitness-Apps und schließt Spiele-Studios, um sich auf KI-gesteuerte Wearables zu konzentrieren. Hintergrund sind milliardenschwere Verluste im Virtual-Reality-Geschäft.

Der Tech-Riese aus Menlo Park beerdigt seine aggressive „Metaverse-first“-Strategie. Stattdessen verlagert Meta alle Ressourcen auf künstliche Intelligenz und leichte Smart-Brillen. Die Umstrukturierung begann diese Woche und trifft die gesamte VR-Landschaft des Konzerns.

Aus für Supernatural und Spiele-Studios

Das prominenteste Opfer der neuen Ausrichtung ist die VR-Fitness-App Supernatural. Meta hatte den Dienst 2023 für rund 400 Millionen Euro übernommen und als „Killer-App“ für die Quest-Headsets beworben. Jetzt wird die Entwicklung eingestellt. Neue Workouts oder Features wird es nicht mehr geben – die App verbleibt nur im Wartungsmodus für bestehende Abonnenten.

Doch der Rückzug geht viel weiter. Meta schließt drei interne Spiele-Studios, darunter Sanzaru Games, die für das gefeierte „Asgard’s Wrath“ verantwortlich waren. Damit baut der Konzern seine Kapazitäten für hochbudgetierte VR-Inhalte praktisch ab. Künftig soll die Software-Entwicklung fast vollständig bei Drittanbietern liegen.

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Ray-Ban-Brillen werden zum neuen Flaggschiff

Die freiwerdenden Ressourcen fließen stattdessen in Metas Wearable-Sparte. Treiber dieser Strategie sind die überraschend erfolgreichen Ray-Ban Meta Smart Glasses. Über zwei Millionen Einheiten wurden bereits verkauft – die Adoption liegt damit deutlich höher als bei den klobigeren Quest-Headsets.

Laut einem internen Memo von CTO Andrew Bosworth investiert Meta nun in Produkte mit höherem Alltagsnutzen und schnellerer Kundenakzeptanz. Die Produktionskapazität für die Smart-Brillen soll bis Ende 2026 auf 20 Millionen Einheiten verdoppelt werden.

Parallel treibt der Konzern die Integration seiner KI-Modelle in die Wearables voran. Das kommende „Avocado“-Sprachmodell soll direkt in den Brillen laufen. Das Ziel: „Ambient Computing“, bei dem Nutzer per Sprache auf KI-Assistenten zugreifen – ganz ohne Bildschirm.

70 Milliarden Euro Verlisse zwingen zum Kurswechsel

Die radikale Wende ist auch eine Reaktion auf harte finanzielle Realitäten. Seit 2020 hat Metas Reality-Labs-Sparte kumulierte Verluste von über 70 Milliarden Euro angehäuft. Allein im dritten Quartal 2025 lag das operative Minus bei 4,43 Milliarden Euro.

Während die „Horizon Worlds“-Plattform weit hinter den Nutzerzielen zurückbleibt, verschlingt der KI-Sektor immense Summen. Meta plant für 2025 Investitionen von 70 bis 72 Milliarden Euro – mit weiter steigender Tendenz. Durch die Kürzungen im VR-Bereich schafft sich der Konzern Liquidität für den KI-Wettlauf mit Google und OpenAI.

Was bedeutet die Wende für die Branche?

Beobachter deuten die Entwicklung als spätes Eingeständnis: Hochauflösende Virtual Reality ist kein Massenmarkt. „Meta zieht hier notgedrungen einen Schlussstrich unter eine verfrühte Vision“, analysiert eine Branchenexpertin.

Die Wearable-Strategie hingegen passt besser zum aktuellen Nutzerverhalten. Smart-Brillen bieten eine niedrigere Einstiegshürde als VR-Headsets. Die Integration von KI in eine alltägliche Form – Sonnenbrillen – ermöglicht zudem die Sammlung von Echtwelt-Daten, ohne dass Nutzer sich einen Computer ins Gesicht schnallen müssen.

Quest bleibt, aber im Hintergrund

Metas Hardware-Roadmap hat sich grundlegend geändert. Die Quest-Reihe wird zwar nicht eingestellt, doch Wachstumserwartungen sind deutlich gedämpft. Der Fokus 2026/2027 liegt auf der Weiterentwicklung der Smart-Brillen und dem „Orion“-AR-Prototyp, der Augmented Reality mit leichter Bauweise kombinieren soll.

Für den VR-Fitnessmarkt hinterlässt Metas Rückzug eine Lücke. Ob Drittanbieter das Segment ohne die massive Marketing- und Entwicklungshilfe des Konzerns am Leben halten können, bleibt ungewiss.

Die Botschaft aus Menlo Park ist diese Woche eindeutig: Das Metaverse wird auf Eis gelegt – doch das Zeitalter der KI-Wearables hat bei Meta gerade erst begonnen.

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