Meta hat damit begonnen, die Kamerafunktionen tausender intelligenter Brillen per Software-Update einzuschränken, sofern die integrierte Aufnahme-LED manipuliert wurde. Das Unternehmen weitet sein Vorgehen nun deutlich aus und geht gegen das Ökosystem vor, das solche Modifikationen ermöglicht.
Berichten zufolge entfernt der Konzern inzwischen gezielt Werbeanzeigen für Manipulationsdienste und prüft die Einleitung rechtlicher Schritte gegen die entsprechenden Anbieter.
Technische Sperre bei verdeckter LED
Die technischen Maßnahmen zielen auf Nutzer ab, die das kleine Lichtsignal an der Vorderseite der Brille dauerhaft abdecken oder zerstören, um unbemerkt Aufnahmen zu machen.
Während Meta zuvor lediglich vor dem Start einer Aufnahme prüfte, ob die LED funktionsfähig und frei ist, wird dieser Status durch das neue Update nun kontinuierlich während des gesamten Aufnahmevorgangs überwacht. Wird die LED während der Nutzung verdeckt, stoppt das System die Kamera automatisch.
Die Auswirkungen für die Nutzer hängen von der Art der Manipulation ab. Handelt es sich um eine einfache Abdeckung, bleibt die Deaktivierung der Kamera reversibel, sobald das Hindernis entfernt wird. Bei einer physischen Zerstörung der Hardware-Komponente ist die Deaktivierung der Kamerafunktion hingegen dauerhaft.
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Nach Angaben des Unternehmens sind weniger als 0,1 % der verkauften Geräte von diesen Maßnahmen betroffen. Angesichts von Schätzungen, nach denen im Jahr 2025 rund 7 Millionen Paare der Smart Glasses verkauft wurden, entspricht dies einer Größenordnung von mehreren tausend Geräten.
Aufklärungskampagne und Vorgehen gegen Dienstleister
Parallel zu den technischen Einschränkungen hat Meta eine Aufklärungskampagne gestartet, die die Bedeutung der Aufnahme-LED für den Schutz der Privatsphäre unterstreichen soll. Diese Maßnahmen laufen unter anderem in Großstädten wie Los Angeles an. Gleichzeitig geht der Konzern gegen Anleitungen zur Manipulation vor, die auf verschiedenen Plattformen kursieren.
Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Kritik und juristischer Auseinandersetzungen. Berichte über heimliche Aufnahmen und Vorwürfe von Datenschutzverletzungen hatten das Unternehmen unter Druck gesetzt. In Deutschland sieht die Bundesnetzagentur nach aktuellem Stand jedoch keine Notwendigkeit für ein generelles Verbot der Smart Glasses, solange die Schutzmechanismen wie die LED greifen.
Juristischer Hintergrund und Vorwürfe zum KI-Training
Die Verschärfung der Richtlinien fällt zeitlich mit einer Ausweitung juristischer Verfahren in den USA zusammen. Am 31. August 2026 erweiterten Kläger in Kalifornien eine bestehende Sammelklage gegen Meta. Die ursprüngliche Klage vom März 2026 wirft dem Unternehmen vor, dass private Aufnahmen, die mit Brillen der Marken Ray-Ban und Oakley erstellt wurden, für das Training von Künstlicher Intelligenz verwendet wurden.
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Den Vorwürfen zufolge sollen Auftragnehmer des Unternehmens Sama in Kenia mit der Beschriftung dieses Bildmaterials betraut worden sein, wobei auch intime Aufnahmen gesichtet worden seien. Die aktuelle Erweiterung der Klage bezieht nun auch unbeteiligte Personen ein, die selbst keine Käufer der Geräte sind, aber von diesen aufgenommen wurden.
Meta bestreitet die Vorwürfe der Sammelklage. Das Unternehmen gab zudem an, den Vertrag mit dem Dienstleister Sama bereits im Februar beendet zu haben, nachdem entsprechende Berichte in Schweden veröffentlicht worden waren. Der Konzern betonte zudem, derzeit nicht an Funktionen zur Gesichtserkennung für diese Geräte zu arbeiten.

