Meta-Chip Iris: 25-fach mehr Leistung ab September 2026

Meta beginnt mit der Fertigung des hauseigenen KI-Chips Iris, um die Abhängigkeit von Nvidia und AMD zu verringern.

Der Facebook-Konzern will seine Abhängigkeit von Nvidia und AMD reduzieren. Ein eigener Chip soll die Wende bringen.

Meta Platforms beginnt im September 2026 mit der Fertigung seines hauseigenen KI-Chips „Iris“. Das gab das Unternehmen am heutigen Donnerstag bekannt. Der Chip mit der internen Bezeichnung MTIA 400 ist das Herzstück des Meta Training and Inference Accelerator-Programms (MTIA). Entwickelt wurde er speziell für generative KI-Anwendungen.

Ein sechswöchiger Bug-Test lief bereits Anfang des Jahres erfolgreich. Nun steht die Massenproduktion an. Für das Design arbeitet Meta mit Broadcom zusammen, die Fertigung übernimmt TSMC. Der Konzern will ein aggressives Tempo vorlegen: Bis 2027 soll alle sechs Monate eine neue Chip-Generation erscheinen.

Technische Daten: 25-mal mehr Leistung

Die technischen Ziele sind ambitioniert. Der Iris-Chip soll eine 25-fach höhere Rechenleistung (FLOPS) und eine 4,5-fach größere Speicherbandbreite bieten als die aktuelle Hardware. Meta setzt dabei auf eine Hybridstrategie: Die eigenen Chips ergänzen die bestehenden GPUs von Nvidia und AMD – ersetzen sollen sie sie nicht.

Das Unternehmen peilt eine Gesamtrechenkapazität von 7 Gigawatt bis Ende 2026 an. Bis 2027 soll sich dieser Wert auf 14 Gigawatt verdoppeln. Zum Vergleich: Ein großes deutsches Rechenzentrum kommt heute auf etwa 50 bis 100 Megawatt.

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Milliarden-Investitionen in die Lieferkette

Meta sichert sich parallel die Versorgung mit wichtigen Komponenten. Verträge gibt es mit Samsung für Speicherchips, mit Sandisk für Flash-Speicher und mit Sumitomo für Glasfasertechnik. Besonders spannend: Mit Samsung Foundry verhandelt Meta über einen 6,5 Milliarden Euro schweren Deal für künftige 2-Nanometer-Chips.

Die Investitionen sind gewaltig. Für 2026 plant Meta mit Infrastrukturausgaben zwischen 125 und 145 Milliarden Euro. Das ist mehr, als so mancher DAX-Konzern insgesamt wert ist.

Neues KI-Rechenzentrum in Kanada

Parallel zum Chip-Programm baut Meta seine Infrastruktur aus. Im kanadischen Sturgeon County (Alberta) entsteht das erste KI-Rechenzentrum des Konzerns in Kanada. Die Investition: rund 13 Milliarden Kanadische Dollar (etwa 9 Milliarden Euro). Es wird das größte Meta-Rechenzentrum außerhalb der USA.

Die Anlage soll eine Kapazität von 1 Gigawatt haben und mit einem geschlossenen Kühlsystem ohne Wasserverbrauch arbeiten. Der Bau dauert zwei bis drei Jahre. Den Strom liefert ab 2030 ein Erdgaskraftwerk.

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Starke Quartalszahlen – aber Kurs gibt nach

Die Produktionsankündigung fiel mit den Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 zusammen. Meta erzielte einen Umsatz von 56,3 Milliarden Euro – ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 7,31 Euro und übertraf die Analystenerwartungen.

Trotz der starken Zahlen gab die Meta-Aktie im frühen Handel um bis zu 3,5 Prozent nach. Analysten sehen den Schritt hin zu eigener Hardware dennoch positiv: Langfristig reduziere Meta damit seine Abhängigkeit von externen Chip-Lieferanten und senke die Kosten.