Meta Compute: Facebook-Konzern verkauft KI-Rechenleistung an Konkurrenz

Meta startet mit eigener Cloud-Sparte den Verkauf von KI-Rechenkapazitäten und tritt gegen etablierte Anbieter an.

Das berichten Brancheninsider seit Anfang der Woche. Mit der neuen Sparte Meta Compute tritt der Social-Media-Riese in direkte Konkurrenz zu etablierten Cloud-Anbietern und spezialisierten KI-Infrastruktur-Firmen.

Vom Selbstversorger zum Anbieter

Die Strategie ist klar: Statt ungenutzte Rechenkapazitäten brachliegen zu lassen, will Meta daraus ein profitables Geschäftsmodell entwickeln. Das Unternehmen bietet zwei Dienste an: rohe GPU-Rechenleistung und den Zugriff auf gehostete KI-Modelle über eine Programmierschnittstelle namens Muse Spark. Das Führungsteam der neuen Division besteht aus Santosh Janardhan, Daniel Gross und Dina Powell McCormick.

Bereits im Mai hatte Konzernchef Mark Zuckerberg angedeutet, dass der Einstieg ins Cloud-Geschäft eine Option sei. Mit dem Angebot von sogenannter „Bare-Metal“-GPU-Leistung tritt Meta direkt gegen spezialisierte „Neocloud“-Anbieter an, die auf Hochleistungs-KI-Infrastruktur setzen.

Börse reagiert euphorisch – Konkurrenz unter Druck

Die Nachricht ließ die Meta-Aktie am 1. Juli um rund neun bis zehn Prozent steigen. Das entspricht einem Wertzuwachs von etwa 125 bis 135 Milliarden Euro. Anleger werten den Schritt als sinnvolle Nutzung der milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und Spezialhardware.

Ganz anders die Reaktion bei den Wettbewerbern: Die Aktien von CoreWeave brachen um rund 14 Prozent ein, Nebius Group verlor sogar bis zu 17 Prozent. Auch andere Spezialanbieter wie IREN und Applied Digital mussten deutliche Kursverluste hinnehmen. Die Ironie: Meta war bislang einer der größten Kunden dieser Firmen. Schätzungen zufolge hat der Konzern Verträge über umgerechnet 19 bis 32 Milliarden Euro mit CoreWeave und rund 25 Milliarden Euro mit Nebius abgeschlossen.

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Gigantische Infrastruktur als Wettbewerbsvorteil

Die schiere Größe von Meta macht den Einstieg so bedrohlich für die Konkurrenz. Während CoreWeave rund ein Gigawatt Kapazität verwaltet, kontrolliert Meta eigenen Angaben zufolge bereits etwa 20 Gigawatt weltweit – mit Plänen für weitere 14 Gigawatt. Der Konzern hat insgesamt umgerechnet rund 167 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur investiert. Allein für das Geschäftsjahr 2026 sind Investitionsausgaben zwischen 114 und 132 Milliarden Euro vorgesehen.

Meta setzt dabei auf eigene Chip-Entwicklungen wie die MTIA-Prozessoren und spezielle InfiniBand-Netzwerkhardware. Bereits für dieses Jahr hat das Unternehmen mehr als fünf Gigawatt Kapazität vertraglich gesichert. Branchenexperten rechnen damit, dass die Preise für KI-Rechenleistung für Unternehmen durch den verstärkten Wettbewerb um 20 bis 30 Prozent sinken könnten.

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Margen-Dilemma: Cloud versus Werbung

Meta ist nicht der einzige Tech-Konzern, der überschüssige Rechenkapazitäten vermarktet. Auch SpaceX verkauft Berichten zufolge freie Kapazitäten an Firmen wie Anthropic und Google. Meta selbst führt demnach bereits finale Verhandlungen mit Anthropic über die Bereitstellung von Claude-KI-Instanzen über die neue Plattform.

Trotz der Euphorie an der Börse warnen Finanzanalysten vor einem entscheidenden Unterschied: Das Cloud-Geschäft arbeitet mit deutlich geringeren Margen als Metas Kerngeschäft mit Werbung. Während der Konzern derzeit eine operative Marge von rund 41 Prozent erzielt, liegen vergleichbare Cloud-Sparten anderer Tech-Riesen oft bei nur etwa 18 Prozent. Die Investoren scheinen diese Bedenken jedoch beiseite zu schieben – sie sehen in dem Schritt vor allem eine Validierung der aggressiven Investitionsstrategie in Rechenzentren und Spezialhardware.