Meta-CTO Bosworth: KI-Gewinne in mehr Arbeit, nicht weniger Freizeit

Meta-CTO Bosworth verlangt, dass KI-Effizienzgewinne in höhere Leistung investiert werden. Zusätzliche freie Tage lehnt er ab, während der Konzern Milliarden in KI steckt.

In einer internen Ansprache an die Belegschaft hat Andrew Bosworth, Chief Technology Officer (CTO) von Meta, eine klare Erwartungshaltung zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz formuliert. Er betonte, dass durch KI erzielte Produktivitätsgewinne nicht in zusätzliche Freizeit für die Angestellten, sondern in ein höheres Arbeitspensum und die Entwicklung neuer Produkte investiert werden sollten.

Ablehnung zusätzlicher freier Tage

Bosworth reagierte damit auf Anfragen von Mitarbeitern, die eine Wiedereinführung der sogenannten „Meta Days“ forderten. Diese zusätzlichen freien Tage waren im Jahr 2020 eingeführt und später wieder abgeschafft worden. Der Technikchef bezeichnete die Idee einer Rückkehr zu diesem Modell laut Berichten als äußerst unklug. Er erklärte, dass gewonnene Zeit, etwa eine zusätzliche Stunde durch effizientere KI-gestützte Prozesse, unmittelbar in die jeweilige Aufgabe fließen müsse.

Das Ziel sei es, dass Ingenieure durch den Einsatz von KI schneller Ergebnisse liefern und damit den generellen Leistungsstandard im Unternehmen anheben. Aktuell gewährt Meta seinen Mitarbeitern vier Wochen Urlaub pro Jahr zuzüglich Feiertagen. Die ursprünglichen „Meta Days“ wurden bereits vor einiger Zeit durch zwei flexibel wählbare Tage ersetzt.

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Umstrukturierung und Milliardeninvestitionen

Die Äußerungen fallen in eine Phase tiefgreifender Veränderungen innerhalb des Konzerns. Meta verfolgt eine strikte Effizienzstrategie und hat allein im Mai dieses Jahres 8.000 Stellen gestrichen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen massiv in den Bereich der Künstlichen Intelligenz; die Ausgaben hierfür werden auf 135 Milliarden US-Dollar beziffert. In diesem Zusammenhang erwarb Meta zudem einen Anteil von 49 Prozent an Scale AI.

Auch die interne Hierarchie wird derzeit neu geordnet. Berichten zufolge wurden Engineering-Manager wieder in Rollen als Einzelmitarbeiter zurückgestuft, während hochrangige Infrastruktur-Ingenieure teilweise Aufgaben in der KI-Datenbeschriftung übernehmen mussten. Das Verhältnis von Führungskräften zu unterstellten Mitarbeitern habe sich dabei drastisch von 1:8 auf 1:50 verschoben. Branchenbeobachter vermuten hinter diesen Maßnahmen auch das Ziel, Ingenieure durch erzwungene Rollenwechsel zu einem freiwilligen Ausscheiden zu bewegen, um Abfindungskosten zu reduzieren.

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Finanzielle Anreize für das Management

Für Bosworth selbst ist die Steigerung des Unternehmenswerts mit erheblichen persönlichen finanziellen Anreizen verbunden. Er könnte Schätzungen zufolge bis zu 921 Millionen US-Dollar aus Aktienoptionen verdienen. Diese Vergütung ist jedoch an ambitionierte Wachstumsziele gekoppelt: Die Bewertung von Meta müsste bis zum Jahr 2031 eine Marke von 9 Billionen US-Dollar erreichen.

Die aktuelle Strategie verdeutlicht den Druck auf die Belegschaft, die technologischen Fortschritte im KI-Sektor direkt in Markterfolge umzumünzen, während das Management die operativen Kosten durch Personalabbau und flachere Hierarchien weiter senkt.