Meta führt Inkognito-Chat für WhatsApp ein – KI-Gespräche werden privat

WhatsApp führt Inkognito-Chats ein, Meta öffnet API für Wettbewerber. Apple verschlüsselt RCS-Nachrichten mit iOS 26.5.

Der Facebook-Konzern reagiert auf wachsende Datenschutzbedenken und den Druck der EU-Kommission mit gleich mehreren Neuerungen.

Seit dieser Woche können WhatsApp-Nutzer ihre Unterhaltungen mit der KI Meta AI in einem geschützten Raum führen. Die neue „Inkognito-Funktion“ sorgt dafür, dass selbst der Konzern keinen Einblick in die gestellten Fragen und erhaltenen Antworten erhält. Die Nachrichten verschwinden nach Ende der Sitzung automatisch. Zusätzlich lassen sich diese Chats per biometrischer Sperre verstecken – sie tauchen dann nicht mehr in der normalen Chat-Übersicht auf.

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Technik hinter der Privatsphäre

Das System setzt auf eine „Private Processing“-Architektur. Die KI-Verarbeitung erfolgt in einer abgeschotteten Umgebung, die Daten landen nicht im regulären Chatverlauf. Angetrieben wird die Funktion vom Modell „Muse Spark“. Schon in den kommenden Monaten soll ein „Side Chat“ folgen: Damit können Nutzer in Gruppenchats heimlich die KI um Hilfe bitten, ohne dass die anderen Teilnehmer mitbekommen, worum es geht.

Die Ankündigung vom 13. Mai kommt nicht von ungefähr. Erst kürzlich hatte WhatsApp klarstellen müssen, dass unsynchronisierte Kontakte keine Status-Updates sehen können – die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichten, Anrufe und Statusmeldungen bleibe unangetastet, so das Unternehmen.

Zugeständnisse an Brüssel

Parallel zu den Datenschutz-Neuerungen lenkt Meta im Streit mit der EU-Kommission ein. Ab sofort bietet der Konzern konkurrierenden KI-Chat-Anbietern im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) kostenlosen Zugang zur WhatsApp Business API – allerdings nur für einen Monat.

Hintergrund: Die EU-Kommission hatte moniert, dass Meta KI-Assistenten auf seiner Plattform entweder nur mit eigenen Tools oder gegen Gebühr für Wettbewerber zuließ. Mit der Öffnung will Meta ein förmliches Verfahren abwenden, das Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen könnte. Die Kommission hat den Schritt als „Beitrag zu einem wettbewerbsfähigeren digitalen Markt“ begrüßt.

Apple zieht bei Verschlüsselung nach

Nicht nur Meta rüstet auf. Mit iOS 26.5, das diese Woche ausgerollt wurde, hat Apple die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten zwischen iPhone und Android eingeführt. Bislang waren Nachrichten zwischen den Betriebssystemen nur unverschlüsselt per SMS möglich. Künftig sind auch hochauflösende Fotos, Videos und Lesebestätigungen sicher.

In Deutschland haben Telekom, O2 und 1&1 die verschlüsselte RCS-Funktion bereits aktiviert. Vodafone bereitet den Start vor. Erkennbar sind die sicheren Chats an einem Schloss-Symbol in der Nachrichten-App.

Das knapp neun Gigabyte große Update schließt zudem über 50 Sicherheitslücken, darunter kritische Kernel-Schwachstellen. Auch neue Abo-Modelle im App Store und Funktionen für die Kopplung von Drittanbieter-Geräten in der EU sind enthalten.

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Nicht unumstritten: iFixit berichtet, dass Apple weiterhin Software-Sperren für Akkus neuerer iPhone-Modelle einbaut. Die Batterie-Gesundheitsanzeige funktioniert nur, wenn der Austausch von einem autorisierten Dienstleister durchgeführt wird – selbst wenn es sich um ein Original-Apple-Teil aus einem anderen Gerät handelt.

WhatsApp Plus: Abo-Modell startet

Die Privatsphäre-Offensive geht einher mit neuen Einnahmequellen. Seit dem 12. Mai rollt Meta „WhatsApp Plus“ aus – ein kostenpflichtiges Abo für rund 2,49 Euro im Monat. Der Premium-Dienst bietet 18 Akzentfarben, exklusive Chat-Designs, eigene App-Symbole und die Möglichkeit, bis zu 20 Chats anzuheften.

Ausblick: iOS 27 im Juni

Die Branche blickt bereits auf die Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni 2026. Dort wird Apple voraussichtlich iOS 27 vorstellen. Ersten Berichten zufolge stehen eine tiefgreifende KI-Integration und eine Überarbeitung der Kern-Apps im Mittelpunkt. Erwartet werden ein komplexeres Siri-Interface mit Dynamic-Island-Integration, eine anpassbare Kamera-App und KI-gestützte Bildbearbeitung. Der öffentliche Release ist für Herbst 2026 geplant.