Mit „Plus“ und „Premium“ will das Unternehmen neue Einnahmequellen erschließen – und die Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz gegenfinanzieren.
Neue Bezahlmodelle mit regionalen Preisen
Seit Mitte Juni 2026 rollt Meta die Abo-Dienste in mehreren großen Märkten aus. In Indien kosten WhatsApp Plus, Instagram Plus und Facebook Plus jeweils umgerechnet rund 1,10 Euro pro Monat. Wer mehr KI-Funktionen wünscht, kann zu Meta One Plus für etwa 8,60 Euro oder Meta One Premium für rund 21,50 Euro monatlich greifen.
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In Malaysia starteten die Dienste am 16. Juni. Facebook Plus und Instagram Plus schlagen dort mit umgerechnet etwa 90 Cent zu Buche, WhatsApp Plus mit rund 70 Cent. Ein Kombi-Paket für alle drei Plattformen kostet rund 2,50 Euro pro Monat. Einen Tag später folgte Südafrika: Dort ist WhatsApp Plus für umgerechnet etwa 1,40 Euro pro Monat erhältlich – nach einem kostenlosen Probemonat.
Weltweit sollen die Einzel-Abos bei umgerechnet 2,70 bis 3,60 Euro pro Monat liegen.
KI-Modus verwandelt die Suche
Am 15. Juni führte Meta einen neuen „KI-Modus“ für Facebook ein. Statt einer einfachen Suchleiste erwartet die Nutzer nun ein Gesprächs-Interface. Dahinter steckt das Sprachmodell Muse Spark, das öffentliche Beiträge, Gruppen, Reels und Marketplace-Angebote durchforstet.
Bleibt die KI-Suche kostenlos, sind erweiterte Bearbeitungs- und Kreations-Tools den Abonnenten vorbehalten. Dazu zählen:
- KI-Foto-Voreinstellungen: Nutzer können Kleidung oder Frisuren virtuell ändern – etwa mit der Funktion „Anziehen“.
- Video-Verbesserungen: Automatische Collagen und neue Übergangseffekte für Stories.
- Profil-Verwaltung: Seit dem 17. Juni rollt Instagram ein Tool zum Neuanordnen des Rasters aus – per Drag & Drop, ohne dass sich das ursprüngliche Datum ändert.
- WhatsApp-Upgrades: Abonnenten können bis zu 20 Chats anpinnen, eigene App-Symbole nutzen und exklusive Sticker-Pakete freischalten.
Wichtig: Die Abos entfernen keine Werbung. Sie bieten stattdessen mehr Nutzen und sozialen Status – etwa anonymes Story-Anschauen, 48-Stunden-Storys und erweiterte Analysen für Creator.
Milliarden für KI-Infrastruktur
Der Schritt zum Bezahlmodell kommt nicht von ungefähr. Meta erhöht seine Investitionen in KI-Infrastruktur massiv. Für 2026 prognostiziert der Konzern Ausgaben zwischen 112 und 130 Milliarden Euro. Dazu gehört eine Partnerschaft mit Reliance für ein riesiges KI-Rechenzentrum im indischen Jamnagar.
Bislang stammten 97,6 Prozent der Meta-Erlöse aus Werbung – im Jahr 2025. Nun diversifiziert der Konzern. Bei 3,5 Milliarden täglichen Nutzern könnten die Abo-Dienste laut Branchenanalysten bis 2030 rund 18 Milliarden Euro pro Jahr einspielen.
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Datenschutz: Wer kann sich entziehen?
Der neue KI-Modus wirft Fragen auf. Das System nutzt öffentliche Beiträge, um seine Modelle zu trainieren und Suchergebnisse zu generieren. Eine globale Opt-out-Möglichkeit gibt es nicht. Meta beschränkt das Recht, der KI-Nutzung zu widersprechen, auf bestimmte Rechtsräume – darunter die EU, Großbritannien, Brasilien, Japan, Südkorea und die Schweiz.
Für Creator hält das System einen KI-Assistenten bereit, der optimale Posting-Zeiten vorschlägt und automatische Antworten für Marketplace-Anfragen generiert. Erste Ansätze dieser Funktionen waren bereits Anfang des Jahres in eingeschränkter Form aufgetaucht.

