Die Fertigung soll im September 2026 anlaufen.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine entscheidende Hürde genommen: Der Chip durchlief erfolgreich eine sechswöchige Fehlerprüfung ohne größere Probleme. Damit steht der Weg für die Serienfertigung offen. Iris ist das Herzstück von Metas Strategie, sich von externen Zulieferern wie Nvidia oder AMD unabhängiger zu machen.
Vom Denken zum Handeln: Die MTIA-Strategie
Der Iris-Chip gehört zum hauseigenen Meta Training and Inference Accelerator (MTIA)-Programm. Dabei handelt es sich um eine mehrstufige Initiative, die insgesamt vier Chip-Generationen umfasst – bezeichnet als die Serien 300, 400, 450 und 500.
Die aktuellen MTIA-Komponenten sind vor allem für sogenannte Inference-Aufgaben optimiert – also das Ausführen bereits trainierter KI-Modelle. Doch Meta arbeitet bereits an leistungsfähigeren Varianten, die auch das anspruchsvolle Training neuer Modelle bewältigen können. Branchenkenner rechnen damit, dass einige dieser neuen Bauteile zu den ersten KI-Chips gehören werden, die im modernen 2-Nanometer-Verfahren gefertigt werden.
Ein Netzwerk aus Partnern
Für die Produktion und Integration des Iris-Chips hat Meta ein ganzes Bündel an Partnerschaften geschmiedet. Broadcom fungiert als Entwicklungspartner – die Zusammenarbeit läuft bis 2029. Die Fertigung der Chips selbst übernimmt der taiwanesische Branchenriese TSMC.
Doch ein Chip allein macht noch kein Rechenzentrum. Meta hat daher langfristige Lieferverträge für weitere Schlüsselkomponenten abgeschlossen: Samsung liefert den Arbeitsspeicher (RAM), Sandisk die Speicherlösungen und Sumitomo Electric die Glasfaser-Hardware für die Vernetzung.
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Milliarden-Investition in die Rechenleistung
Die Produktion des neuen Chips fällt mit einer massiven Investitionsoffensive zusammen. Für das Geschäftsjahr 2026 veranschlagt Meta Kapitalausgaben zwischen 125 und 145 Milliarden Euro (umgerechnet rund 115 bis 134 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Der gesamte DAX-Konzern SAP gibt jährlich etwa fünf Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus.
Mit dem Geld baut Meta seine Rechenkapazität drastisch aus. Das Unternehmen peilt bis Ende 2026 eine Rechenleistung von 7 Gigawatt (GW) an. Allein in der ersten Jahreshälfte kamen 1 GW hinzu, bis Jahresende sollen weitere 5,5 GW folgen. Für 2027 ist sogar eine Verdopplung auf 14 GW geplant.
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Starke Zahlen, aber auch Risiken
Die Ankündigung des Produktionsstarts ließ die Meta-Aktie steigen – je nach Handelszeitraum um 4,6 bis 6 Prozent. Das Papier profitiert damit von einer insgesamt starken Geschäftsentwicklung: Im ersten Quartal 2026 setzte Meta umgerechnet rund 52 Milliarden Euro um – ein Plus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die operative Marge lag bei beachtlichen 41 Prozent.
Doch nicht alle Analysten sind uneingeschränkt optimistisch. Experten der Investmentbank Morgan Stanley warnen vor dem Phänomen der „Chipflation“ – also den steigenden Kosten für die Halbleiterfertigung und die nötige Infrastruktur in Zeiten enormer Nachfrage. Ein Risiko, das auch deutsche Unternehmen wie Infineon oder die gesamte europäische Chipindustrie genau im Auge behalten sollten.

