Meta-KI-Brille: Signal-LED kann bei Aufnahmen schwach leuchten oder ausbleiben

Hamburgs Datenschutzbehörde sieht Risiken bei Aufnahmesignal und Gesichtserkennung; Händler stoppen den Verkauf, weitere Schritte bleiben offen.

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Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat seinen Abschlussbericht zu den KI-Brillen von Meta vorgelegt. Die Untersuchung des Modells Ray-Ban Meta Wayfarer der ersten Generation wirft grundlegende datenschutzrechtliche Fragen auf und beleuchtet technische sowie rechtliche Risiken beim Einsatz der am Körper getragenen Aufnahmegeräte.

Laut dem Bericht der Hamburger Aufsichtsbehörde verfügt das untersuchte Gerät über eine Weitwinkelkamera, fÜnf Mikrofone und einen Prozessor von Qualcomm. Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Prüfer den internen Datenbankstrukturen. Bezeichnungen wie „face“ und „face_group“ deuten demnach auf derzeit noch ungenutzte Vorbereitungen für Funktionen zur Gesichtserkennung hin.

Zudem stellten die Datenschützer fest, dass die Signal-LED, die Außenstehenden eine laufende Aufnahme signalisieren soll, bei der Nutzung von Meta AI schwach leuchtet oder gänzlich ausgeschaltet bleibt. Auch lasse sich die Leuchte durch physische Abdeckungen umgehen.

Rechtlich sei die Lage für Träger brisant: Sobald Daten unbeteiligter Dritter für das Training von Metas Systemen übermittelt werden, greife die sogenannte Haushaltsausnahme der Datenschutz-Grundverordnung nach Einschätzung der Behörde nicht mehr.

In der Folge könnten Träger der Brille gemeinsam mit Meta datenschutzrechtlich verantwortlich sein. Unternehmen rät der Beauftragte, das KI-Training zu deaktivieren und Richtlinien für sensible Betriebsbereiche festzulegen.

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Reaktionen aus Handel und Politik

Die Debatte um das Produkt schlägt sich auch im europäischen Handel nieder. Die Optikerkette Hans Anders setzte den Verkauf der Brille in Belgien und den Niederlanden auf unbestimmte Zeit aus.

Das Modell verschwindet vorerst sowohl aus den Filialen als auch aus dem Online-Shop, nachdem das Unternehmen nach eigenen Angaben begrenzte Stückzahlen vertrieben hatte. Der Preis begann laut Website bei 419 Euro, für die Sehstärkenversion in Belgien bei 499 Euro. Auch das niederländische Handelsunternehmen Wehkamp hatte zuvor den Verkauf gestoppt.

In den Niederlanden forderte das Parlament ein weitergehendes Trageverbot, während die Regierung auf für den Herbst 2026 erwartete Beratungen auf EU-Ebene wartet.

Am 24. September 2026 hatte die niederländische Regierung Herstellerangaben wiederholt, wonach sich die Kamera bei verdeckter LED automatisch abschalte, und ein Verbot von Abdeckstickern als schwer durchsetzbar abgelehnt. Meta selbst erklärte am 2. Oktober 2026, dass die Kamera deaktiviere, sobald die LED als verdeckt, manipuliert oder zerstört erkannt werde.

Angaben zu Reaktionszeiten, Sensoren oder Tests legte der Konzern jedoch nicht vor. Die Verbraucherorganisation Consumentenbond setzte Meta unterdessen eine Frist bis zum 13. Oktober 2026 zur Anpassung an das Datenschutzrecht und drohte andernfalls mit einer Klage.

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Internationale Bedenken und Debatten

Auch international gerät das Gerät, von dem Meta im Jahr 2025 weltweit rund 7 Millionen Stück verkauft haben soll, unter Druck. In der Schweiz kündigte die Nationalrätin Tamara Funiciello einen parlamentarischen Vorstoß mit acht Fragen an den Bundesrat an, um Gesetzeslücken zu schließen und insbesondere Frauen und Kinder vor heimlichen Aufnahmen und Identifizierungen zu schützen. In Großbritannien schränken Pub-Ketten wie Wetherspoon die Nutzung in ihren Lokalen ein.

In den USA wehrt sich Meta gegen eine Klage von Verbrauchern, in der behauptet wird, dass Aufnahmen aus Umkleiden oder von Finanzdaten zur KI-Schulung durch menschliche Prüfer gesichtet worden seien.

In Kalifornien legte Gouverneur Gavin Newsom derweil ein Veto gegen den Gesetzentwurf Senate Bill 1130 ein, der verdeckte Aufnahmen durch am Körper getragene Kameras unter Strafe gestellt hätte. Während eine von Unternehmen wie Meta, Google und Amazon getragene Lobbygruppe diesen Schritt begrüßte, kündigte Norwegen an, strengere Vorgaben für intelligente Kamerabrillen auszuarbeiten.