Der Wettbewerb um autonome KI-Assistenten, die alltägliche Aufgaben wie Terminbuchungen oder Einkäufe direkt im Auftrag ihrer Nutzer abwickeln, verschärft sich. Mit dem Start von Claude Duet durch Anthropic, dem Ausbau von Metas Assistenten Muse und dem Betrieb von Dots durch OpenAI drängen die führenden Technologieunternehmen in den Markt für handlungsfähige Softwareagenten.
Anthropic hat seinen Agenten Claude Duet als Vorabversion für Abonnenten der Tarife Claude Pro und Max in den USA über eine Warteliste freigeschaltet. Pläne für Teams und Forschungseinrichtungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Das System basiert auf dem Sprachmodell Claude Opus 5.5, greift auf vorhandene Fähigkeiten sowie Erinnerungen zurück und bindet über 6.000 Erweiterungen ein, darunter Dienste wie Gmail, Slack, QuickBooks, Stripe, LinkedIn und DocuSign.
Im Betrieb erstellt Claude Duet morgendliche Zusammenfassungen, überprüft Konten, entwirft E-Mail-Antworten und behält offene Aufgaben wie unbeglichene Rechnungen im Blick. Laut dem Entwickler weist das System sensible Daten wie Kreditkarten- und Ausweisnummern automatisch ab und verlangt vor kritischen Aktionen wie Zahlungen eine Freigabe.
Passwörter oder Anmelde-Tokens könne das Modell nicht einsehen. Einschränkungen bestehen bei Microsoft-365-Verbindungen sowie dem direkten Browsereingriff; zudem bleibt das zugrunde liegende Modell fest vorgegeben. Sicherheitsexperten mahnen ungeachtet der Schutzmechanismen zur Vorsicht bei umfassenden Datenfreigaben.
Starkes Wachstum und internationale Expansion bei Meta
Konkurrent Meta treibt die Verbreitung seines Assistenten Muse voran. Wie Meta-Chef Mark Zuckerberg am 21. Oktober 2026 im Rahmen einer Konferenzschaltung zu Quartalszahlen mitteilte, verzeichnete Muse in den USA und Kanada in rund sechs Wochen über 10 Millionen Nutzer, von denen etwa ein Viertel täglich aktiv sei.
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Muse erreichte in den ersten 40 Tagen 10,9 Millionen Downloads sowie rund 2,5 Millionen täglich aktive Nutzer; andere Erhebungen weisen wenige Wochen nach dem Start mehr als 642.000 tägliche Nutzer aus. Großbritannien gehört bislang nicht zu den verfügbaren Regionen.
Einkäufe stellen laut Zuckerberg die häufigste Nutzung dar: Rund 25 Prozent der Anwender nutzen Muse für Shopping bei einem durchschnittlichen Einkaufswert von etwa 200 US-Dollar. Aufgrund der hohen Nachfrage musste das Unternehmen in der ersten Woche zusammen mit Stripe Kreditlimits anheben.
Neben Handelsfunktionen deckt Muse Aufgaben wie Vertragskündigungen, Abgleiche auf dem Facebook Marketplace, Einsprüche gegen Arztrechnungen sowie die Flugpreisbeobachtung ab. Meta kooperiert unter anderem mit Walmart, Instacart, Expedia und Shopify. Während Chewy funktioniert, blockiert der Onlinehändler Amazon Käufe über Muse sowie über den Konkurrenzdienst Instinct.
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Als ersten Schritt außerhalb Nordamerikas führt Meta den Dienst nun in Japan ein. Neben einem kostenlosen Basispaket stehen Abonnements ab 2.799 Yen pro Monat zur Verfügung; weitere Tarife liegen bei 20 US-Dollar für 500 Millionen wöchentliche Tokens sowie 100 US-Dollar monatlich für drei Milliarden Tokens. Zu den lokalen Partnern zählen Mercari, Money Forward ME und Ticket Pia.
Dynamisches Feld an Herausforderern
Neben den großen Plattformen positionieren sich weitere Anbieter im Segment der ausführenden Assistenten. OpenAI betreibt seit dem 29. September 2026 den Dienst Dots, der innerhalb des kostenpflichtigen Tarifs ChatGPT Pro angeboten wird. Im Assistant Benchmark zählt Dots gemeinsam mit Town und Pally zu den führenden Vertretern.
In Großbritannien ist zudem der Messaging-basierte Dienst Instinct aktiv, der ohne Nutzungsgebühren operiert. Das Unternehmen verzeichnet ein tägliches Nutzerwachstum von rund 10 Prozent und sammelte laut PitchBook 1,4 Milliarden US-Dollar an Investorengeldern ein.
Branchenbeobachter verweisen jedoch auf Hürden wie sichere Zahlungen, Kontozugriffe und rechtliche Zuständigkeiten. So blockiert die US-Großbank JPMorgan Chase den Zugriff durch KI-Agenten, während Finanzmanager wie der Leiter des Bankennetzwerks EWS darauf hinweisen, dass automatisierte Ausgaben durch Softwareprogramme noch nicht massentauglich und Haftungsfragen weiterhin ungelöst seien.

