Meta hat auf der hauseigenen Konferenz Meta Connect in Menlo Park den weiteren Ausbau seines KI-Agenten Muse bekanntgegeben. Konzernchef Mark Zuckerberg kündigte in seiner Keynote neue Funktionen für den Assistenten an, der Anfang September 2026 gestartet war und vom Modell Muse Spark angetrieben wird. Zuckerberg bezeichnete Muse als „Personal Superintelligence“; Chief AI Officer Alexandr Wang sprach von einer solchen Superintelligenz „für alle“.
Muse war unmittelbar nach seinem Start zunächst in den USA erfolgreich: Der Agent führte die App-Store-Charts an und wurde laut einem Bericht in den ersten zwölf Tagen auf Mobilgeräten häufiger heruntergeladen als ChatGPT. Mittlerweile ist Muse auch in Kanada verfügbar.
Der Assistent läuft über eine dedizierte, sichere virtuelle Maschine mit eigenem Browser und kann eigenständig im Web surfen, Formulare ausfüllen, Reisen buchen und einkaufen. Er ist in einer eigenen App, in iOS-, Android- und Mac-Anwendungen sowie über WhatsApp nutzbar und arbeitet auch nach dem Schließen der App weiter.
Neue Funktionen und Datenschutz
Auf der Connect stellte Meta zusätzliche Fähigkeiten vor: einen Video-Chat mit personalisiertem Avatar auf Basis des Modells Muse Realtime Avatar, eine anpassbare Stimme sowie Echtzeit-Sprachdialoge. Jeder Agent soll künftig eine eigene E-Mail-Adresse für Aufgaben und Kommunikation erhalten. Für den Mac ist geplant, dass Muse jede Desktop-Anwendung bedienen kann.
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In den kommenden Monaten soll der Assistent zudem per Wake-Word auf die Meta-Smart-Glasses kommen und dort etwa Reisen buchen, Flugpreise prüfen, Termine verwalten, Einkäufe erledigen oder beim Training und der Ernährungsprotokollierung unterstützen. Vor sensiblen Aktionen wie Käufen soll Muse um Erlaubnis fragen, Zugriffsrechte sollen widerrufbar sein.
Beim Datenschutz kündigte Meta eine „Muse Confidential VM“ an, auf die auch der Konzern selbst keinen Zugriff haben soll, sowie ein „Private Processing“-Verfahren für die KI-Brillen, das zunächst bei der Live-Übersetzung zum Einsatz kommen soll. Laut einem Bericht werden Daten aus Muse nicht mit Werbesystemen geteilt.
Shopping-Partner und Geschäftsmodell
Meta erweiterte das Ökosystem um neue Commerce-Konnektoren und Shopping-Partner, darunter Stripe, Shopify mit Shop-Pay und PayPal, Best Buy, Gap, Sephora, Walmart, Wayfair und Expedia, dazu bald Instacart. Für Entwickleraufgaben kamen Anbindungen an GitHub, Granola und Notion hinzu, für Agentenaufgaben Kooperationen mit OpenTable, Spotify und Ticketmaster.
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Muse ist für viele Tokens kostenlos nutzbar; Erlöse will Meta später über eine kleine Transaktionsgebühr erzielen. Nach Unternehmensangaben gingen für eigene Connectors innerhalb von unter einer Woche über 1.500 Entwickler-Bewerbungen ein.
Als Beispiel aus der Praxis führte Zuckerberg in der Keynote an, dass ein Nutzer per KI-Chat einen Rabatt von 85 Dollar auf seine Kabelrechnung ausgehandelt habe.
Nicht jeder Handelspartner zeigt sich jedoch kooperativ: Amazon blockiert Muse unter Verweis auf seine Nutzungsbedingungen gegen nicht autorisierte KI-Agenten. Der Konzern hatte bereits 2025 den Anbieter Perplexity wegen automatisierter Einkäufe verklagt.
Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich Muse unter anderem gegen den einladungsbasierten Dienst Instinct, Google Dreambeans, den xAI Grok Bot sowie Angebote von OpenAI und Anthropic. Auf der Connect zeigte Zuckerberg zudem einen weiteren Agenten namens „Agrippa“. Werbung spielte in der Keynote keine Rolle, obwohl Marktbeobachter von Forrester im Vorfeld der Veranstaltung eine erste skalierte Werbeplattform für KI-Brillen erwartet hatten.

