Meta Muse Gadgets: Offene Firmware macht eigene KI-Hardware möglich

Meta stellt Firmware und Linux-Werkzeuge bereit; Entwickler können Muse mit ESP32-Platinen und Raspberry-Pi-Geräten verbinden.

•

Der Technologiekonzern Meta hat unter der Bezeichnung Muse Gadgets quelloffene Firmware und ein Linux-Softwareentwicklungskit freigegeben. Wie Berichte vom 2. Oktober 2026 zeigen, soll der Schritt externen Entwicklern ermöglichen, eigene Hardwarekomponenten für den unternehmenseigenen KI-Agenten Muse zu entwerfen und anzubinden.

Das entsprechende Repository facebookincubator/muse-gadget-sdk wurde auf der Entwicklungsplattform GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht und um 18:21 UTC eingerichtet. Zu Beginn verzeichnete das Repository rund 128 Stars und 12 Forks, bevor die Resonanz bis zum 3. Oktober um 01:33 UTC auf 238 Stars und 30 Forks anstieg.

Nat Friedman, Produktleiter bei den Meta Superintelligence Labs, kündigte Muse Gadgets über die Plattform X an, beschrieb die Initiative als Nebenprojekt und erreichte mit seinem Beitrag rund 30.000 Aufrufe. Für Hilfestellungen beim Setup und den Austausch unter Drittanbietern richtete Meta zudem eine Discord-Community ein.

Breite Hardwareunterstützung von ESP32 bis Raspberry Pi

Das bereitgestellte ESP32 Device SDK stützt sich auf eine Firmware-Basis von ESP-IDF v6.0.1. Meta unterstützt dabei elf verschiedene ESP32-Platinen, darunter das ESP32-C5 DevKitC-1, Seeed SenseCAP Indicator/Watcher, Waveshare AMOLED, M5Stack StickS3 und StickC Plus2 sowie AIPI Lite. Sechs der genannten Entwicklerboards bieten eine vollständige Benutzeroberfläche.

Parallel dazu richtet sich das Linux Device SDK, das standardmäßig in das Verzeichnis /opt/musegadget installiert wird, an Einplatinencomputer wie den Raspberry Pi 3B+, 4, 5 sowie das Modell Zero 2 W. Die Software stellt Steuerbefehle wie system.run, file.read und file.write mit einer Begrenzung von 64 KB sowie device.health zur Verfügung.

Ausgeführt wird das Paket mit den Berechtigungen des jeweiligen Installationskontos, was auch Superuser-Rechte über sudo einschließt. Meta nennt bereits mögliche Anwendungsfälle, darunter farbige E-Ink-Displays wie das Seeed reTerminal E1002, HDMI-Dongles für die Interaktion mit Fernsehgeräten, Touchscreen-Accessoires ähnlich dem zuvor präsentierten Muse Charm sowie Systeme auf Basis des Raspberry Pi 5 mit Home Assistant.

Referenz-Dongle und technische Restriktionen

Als herstellereigene Referenzhardware fertigte Meta Superintelligence Labs eine Serie von 5.000 USB-C-Dongles namens Muse Home Link. Diese mit einem ESP32-C5 ausgestatteten Einheiten verfügen über eine offizielle, nicht überschreibbare Firmware und verbinden Muse direkt mit dem Heimnetzwerk, um Fernseher, Lautsprecher und HTTPS-fähige Geräte anzusteuern.

Zu den Schnittstellen zählen unter anderem Philips Hue, Sonos, Apple TV, Google Nest und Samsung-Fernseher. Die Dongles werden kostenlos und nach dem Prinzip des Bestelleingangs an aktive US-Abonnenten von Muse abgegeben, wobei die Warteliste für den im Oktober anlaufenden Versand bereits geöffnet ist. Der Muse-Dienst selbst war in den USA am 8. September gestartet.

Für selbst erstellte Community-Geräte gelten jedoch klare Einschränkungen: Jedes Endgerät setzt ein Muse-Gadget-SDK-Token voraus, wobei der Token auf maximal 50 Geräte pro Entwickler beschränkt ist. Ein Verkauf der Hardware ohne Genehmigung bleibt untersagt, zudem behält Meta sich vor, den Zugriff jederzeit anzupassen oder vollständig zu entziehen.

Der Kopplungsvorgang nimmt rund zehn Minuten in Anspruch. Da die Einbindung von Bastlergeräten ohne Hersteller-Attestierung erfolgt, besteht eine Anfälligkeit für Man-in-the-Middle-Angriffe. Zudem warnt der Konzern davor, dass Modifikationen Boards zerstören und Garantien erlöschen lassen können.

Die Veröffentlichung versteht sich vorrangig als Bereitstellung für Entwickler und nicht als regulärer Verbraucherstart. Während Wettbewerber wie Rabbit oder Humane mit geschlossenen Systemen um ihren Markterfolg ringen, greift Meta auf ein Vorgehen zurück, das an die Öffnung von Android im Jahr 2007 erinnert.