Neues Tool nutzt öffentliche Instagram-Fotos – Datenschützer schlagen Alarm.
Am 7. Juli 2026 hat Meta mit „Muse Image“ einen neuen KI-Bildgenerator gestartet. Das Tool erlaubt es Nutzern, aus öffentlichen Instagram-Inhalten neue Bilder zu erstellen. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert – und genau das sorgt jetzt für heftige Diskussionen.
So funktioniert die neue KI-Funktion
Muse Image ermöglicht es, öffentliche Instagram-Fotos per @-Erwähnung in verschiedenen Meta-Plattformen neu zu mixen. Ob in Instagram Stories, bei WhatsApp oder in der Meta-KI-App – überall lässt sich das Feature nutzen. Für erwachsene Nutzer mit öffentlichem Profil ist die Funktion automatisch eingeschaltet.
Wer sein Foto als Grundlage für eine KI-Generierung hergibt, bekommt davon zunächst nichts mit. Meta informiert die Urheber nicht, wenn ihre Bilder verwendet werden. Der Dienst ist kostenlos, allerdings mit einem Nutzungslimit. Wer mehr möchte, kann ein Abo abschließen. Gestartet wurde die Funktion in den USA, die weltweite Ausrolle läuft schrittweise.
Wer ist geschützt – und wer nicht?
Private Profile und Minderjährige unter 18 Jahren sind von vornherein ausgeschlossen. Sie landen weder im Training noch im Pool für KI-Remixe. Meta hatte zudem bereits 2021 seine Gesichtserkennung eingestellt – ein Schritt, der damals vor dem Hintergrund einer Rekordstrafe von fünf Milliarden Euro durch die US-Handelsbehörde FTC erfolgte.
Widerspruch ist möglich – aber kompliziert
Wer nicht möchte, dass seine öffentlichen Fotos für KI-Generierungen genutzt werden, muss selbst aktiv werden. Der Weg führt über das Menü „Teilen und Wiederverwenden“ in den Instagram-Einstellungen. Dort lassen sich die Optionen für Beiträge und Reels deaktivieren.
Meta nutzt Ihre öffentlichen Instagram-Fotos standardmäßig für KI-Generierungen – ohne Benachrichtigung. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung schalten Sie die Funktion ab und schützen Ihre Daten. Jetzt kostenlosen Schutz-Leitfaden anfordern
Allerdings hat dieser Schritt einen Haken: Er verhindert nur neue KI-Generierungen. Bereits erstellte Bilder auf Basis der eigenen Fotos bleiben im System. Wer wirklich sichergehen will, sollte sein Profil auf privat stellen – das ist nach Einschätzung von Experten der wirksamste Schutz.
Europa hat mehr Rechte – USA setzt auf AGB
Die Regeln unterscheiden sich je nach Region deutlich. In Großbritannien und der EU können Nutzer auf Basis der DSGVO Widerspruch gegen KI-Training einlegen – gestützt auf das Argument „berechtigtes Interesse“. Bereits im Juni 2024 hatte Meta das KI-Training auf europäische Inhalte pausiert, nachdem die irische Datenschutzkommission eingeschritten war.
In den USA hingegen stützt sich Meta weitgehend auf seine allgemeinen Geschäftsbedingungen. Ein Unterschied, der zeigt, wie unterschiedlich der Datenschutz global gehandhabt wird.
Kritik von allen Seiten
Die standardmäßige Aktivierung von Muse Image stößt auf breite Ablehnung. Die Kreativagentur CAA fordert ein Opt-in-Modell: Nutzer sollen ausdrücklich zustimmen müssen, statt nachträglich widersprechen zu können.
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Die britische Bürgerrechtsorganisation Foxglove warnt vor Missbrauchspotenzial. Ein Direktor der Organisation bezeichnete die aktuelle Regelung als erhebliches Risiko für negative Folgen. In Australien kritisierte die Politikerin Allegra Spender, dass so sensible Daten standardmäßig freigegeben würden.
Auch internationale Aufsichtsbehörden werden aktiv. Die indische Regierung prüft derzeit die Rechtmäßigkeit der Datennutzung für diese KI-Plattform. Und selbst innerhalb von Meta schlägt das Aufsichtsgremium schärfere Regeln vor: Es fordert eine bessere Erkennung und Kennzeichnung KI-generierter Inhalte.

