Meta Platforms hat seinen persönlichen KI-Agenten Muse in Japan veröffentlicht. Nach dem Start in Nordamerika im September 2026 ist Japan der erste Markt außerhalb dieser Region, in dem die Anwendung zur Verfügung steht.
Der digitale Assistent lässt sich per Text sowie per Sprache über eine Smartphone-App bedienen und ist für die Betriebssysteme iOS und Android sowie als Webanwendung über muse.ai zugänglich. Zahlreiche Basisfunktionen des im japanischen App Store lokalisierten Programms sind kostenlos, zudem stehen kostenpflichtige Abonnement-Modelle bereit.
Umfangreiche Vernetzung mit Alltags- und Reisediensten
Muse greift auf eine Reihe vorinstallierter Schnittstellen zu Drittanbietern zurück. Unter anderem sind Gmail, Google Calendar, Instagram, Stripe, Shopify sowie die Reiseplattformen Trip.com, Agoda und Klook integriert.
Über die Anbindung an Gmail und Google Calendar kann der Assistent ungelesene E-Mails zusammenfassen und Termine verwalten. Masahiro Ajisawa von Meta Japan begründete die Verknüpfung mit alltäglichen Anwendungen mit dem Ziel, breitere Einsatzfelder für das Programm zu eröffnen.
Für den japanischen Markt wurden zudem Partnerschaften mit Mercari, Money Forward ME und Ticket Pia angekündigt. Als Launch-Partner plant Money Forward, den Dienst Money Forward ME so mit Muse zu verbinden, dass Nutzer ihre Haushalts- und Vermögensdaten im Dialog abfragen können. Nach Bekanntwerden der Kooperation erholte sich die Aktie des Online-Marktplatzes Mercari erstmals seit fünf Tagen deutlich.
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Der Buchungsdienst Klook integriert sein Portfolio von 426.000 Angeboten in mehr als 4.600 Zielgebieten in das System. Nutzer können Aktivitäten direkt im Dialog suchen, während Muse für den eigentlichen Bezahlvorgang auf die Zahlungsseite von Klook weiterleitet und Buchungen im Chat bestätigt. Jakii Chu von Klook stellte in Aussicht, dass die gestützte Entdeckung über die KI auch kleineren Anbietern zusätzliche Sichtbarkeit einbringen könne.
Sicherheitsarchitektur und Datenschutzfunktionen
Aus technischer Sicht wird Muse pro Nutzer auf einer isolierten virtuellen Umgebung betrieben, der sogenannten „Muse Secure VM“. Dadurch kann das System Rechenaufgaben auch dann im Hintergrund fortführen, wenn die Anwendung geschlossen wurde. Ein zweiter, separater KI-Agent namens „Sentinel“ überwacht die Zugriffe und fordert vor Ausführungen die Freigabe der Anwender an.
Die Steuerung der Zugriffsberechtigungen verbleibt bei den Nutzern. Vor dem Versenden von E-Mails oder dem Ausführen von Kaufvorgängen verlangt das System eine ausdrückliche Autorisierung. Passwörter und Kreditkartendaten bleiben für den Assistenten unzugänglich.
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Zudem besteht ein Opt-out für das Training künftiger KI-Modelle, und gesammelte Daten werden nicht an das Werbesystem von Meta weitergeleitet. Künftig soll Muse zudem über die in Kooperation mit EssilorLuxottica entwickelten Ray-Ban-Smartglasses bedient werden können.
Meta hatte die Markteinführung über das Profil @Muse auf der Plattform X angekündigt. Alexandr Wang von Meta meldete die Verfügbarkeit in den App-Stores, ließ dabei jedoch Aspekte wie den genauen Zugangsumfang, den Sprachsupport sowie die Preisgestaltung für Nutzer in Japan offen.
Branchenbeobachter verweisen zudem auf mögliche Verschiebungen im Nutzerverhalten bei E-Commerce- und Buchungsportalen: Nach dem Muse-Start in den USA hatten die Aktien der Reisekonzerne Booking Holdings und Airbnb Kursverluste verzeichnet.

