Meta öffnet WhatsApp-Business-API für KI-Konkurrenten in der EU

Meta gewährt KI-Rivalen vorübergehend kostenlosen Zugang zur WhatsApp-Business-API, um EU-Strafen abzuwenden.

Der Facebook-Konzern lenkt im Streit mit der EU-Kommission ein und gewährt Rivalen vorübergehend kostenlosen Zugang zu seiner Business-Plattform.

Zugeständnis an die EU-Wettbewerbshüter

Meta hat eine strategische Kehrtwende vollzogen: Künftig erhalten konkurrierende KI-Entwickler einen Monat lang kostenfreien Zugang zur WhatsApp-Business-API innerhalb der Europäischen Union. Die am 20. Mai 2026 bekanntgewordene Maßnahme soll laufende Verfahren mit der EU-Kommission beilegen und drohende Strafen in Milliardenhöhe abwenden – bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes des Konzerns standen im Raum.

Hintergrund ist eine formelle Beschwerde von The Interaction Company, dem Betreiber von Poke.com. Bislang hatte Meta fortschrittliche Chatbot-Integrationen auf WhatsApp vor allem für seine eigenen KI-Dienste reserviert. Die EU-Kommission und die italienische Wettbewerbsbehörde kritisierten diese Beschränkungen scharf, da sie Drittanbieter daran hinderten, eigene KI-gesteuerte Dienste für die rund 200 Millionen monatlich aktiven WhatsApp-Business-Nutzer anzubieten.

Marktbeobachter sehen in dem Schritt eine direkte Reaktion auf die strengen EU-Digitalmarktregeln, die darauf abzielen, sogenannte „walled gardens“ – abgeschottete Ökosysteme dominanter Technologiekonzerne – aufzubrechen.

Technische Pannen überschatten die Ankündigung

Während Meta die regulatorischen Weichen stellt, kämpft das Unternehmen mit handfesten technischen Problemen. Am 20. Mai 2026 fiel WhatsApp Web weltweit aus. Millionen Nutzer konnten den Dienst über Desktop-Browser nicht erreichen. Besonders betroffen waren die USA, Indien und mehrere asiatische Länder.

Anzeige

Wenn technische Ausfälle den digitalen Alltag lahmlegen, suchen viele Nutzer nach verlässlichen Alternativen ohne neugierige Mitleser. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie einfach der Wechsel zu einer datenschutzfreundlichen Lösung ist und wie Sie diese in nur 5 Minuten einrichten. In 5 Minuten zur sicheren WhatsApp-Alternative

Die Störungsmeldungen auf Downdetector häuften sich: Rund 47 Prozent der Betroffenen berichteten von allgemeinen Website-Problemen, 22 Prozent klagten über die mobile App und 19 Prozent der US-Nutzer scheiterten am Login. Ein besonders kurioser Fehler: Die Plattform leitete Anwender immer wieder auf eine Facebook-Anmeldeseite weiter. Eine offizielle Stellungnahme zu den Ursachen blieb bis zum Nachmittag aus.

Neue Privatsphäre-Funktionen in der Testphase

Parallel zu den operativen Herausforderungen arbeitet WhatsApp an mehreren vielversprechenden Neuerungen. Im Beta-Programm für iOS und Android testet der Dienst eine „Nach dem Lesen“-Funktion. Sie erlaubt es, Nachrichten zu versenden, die sich automatisch löschen – wahlweise fünf Minuten, eine Stunde oder zwölf Stunden nach dem Öffnen. Bleibt eine Nachricht ungelesen, wird sie nach 24 Stunden gelöscht.

WhatsApp holt sich zudem Inspiration von Instagram: Eine „Close Friends“-Liste für Status-Updates befindet sich im Beta-Test. Nutzer können mehrere Listen anlegen – etwa für Familie oder Kollegen – und Beiträge gezielt teilen. Ein violetter Ring um das Profilbild kennzeichnet diese exklusiven Updates. Wer auf der Liste steht oder entfernt wird, erfährt davon nichts.

In Malaysia läuft ein weiterer Test: Der Status-Bereich wandert vorübergehend an den oberen Rand des Chat-Tabs. Die Idee dahinter: mehr Sichtbarkeit für die Stories der Kontakte. Nutzer können die Leiste bei Bedarf minimieren.

iOS 26.5 bringt EU-exklusive Neuerungen

Die Entwicklung von WhatsApp ist zunehmend mit den Veränderungen der mobilen Betriebssysteme verwoben. Am 19. Mai 2026 erschien iOS 26.5 mit mehreren EU-Sonderfunktionen. Dazu gehören vereinfachtes Bluetooth-Pairing für Drittanbieter wie Sony und Sennheiser sowie verbesserte Benachrichtigungsweiterleitung für Nicht-Apple-Smartwatches.

Erstmals unterstützt das Update verschlüsselte Rich Communication Services (RCS) im Beta-Stadium – vorausgesetzt, der Mobilfunkanbieter macht mit. Auch kritische Sicherheitslücken in Webkit und Kernel wurden geschlossen.

Anzeige

Angesichts der gemeldeten App-Abstürze nach der Installation neuer iOS-Versionen ist Vorsicht bei der Systempflege geboten. Ein Apple-Experte erklärt in diesem kostenlosen Ratgeber, welche Einstellungen Sie nach einem Update sofort überprüfen sollten, um Ihre Privatsphäre wirksam zu schützen. iOS-Updates sicher und ohne Datenverlust durchführen

Doch der neue Release hat auch Schattenseiten: Ein seit Herbst 2025 bekannter Fehler in der iOS-Kalendersuche, von dem schätzungsweise 77 Prozent der Nutzer betroffen sind, bleibt ungelöst. Zudem berichten Anwender von Verbindungsabbrüchen und App-Abstürzen nach der Installation.

Ausblick: KI-Integration und Führungswechsel

Die kommenden Monate dürften für die gesamte Branche richtungsweisend sein. Apples Worldwide Developers Conference (WWDC) vom 8. bis 12. Juni 2026 wird voraussichtlich „Apple Intelligence“ präsentieren – eine Suite KI-gesteuerter Zugänglichkeits- und Produktivitätstools. Im Zentrum steht ein umfassendes Redesign von Siri, das sich einem Chat-basierten Anwendungsmodell annähern soll.

Die Konkurrenz zwischen Meta und Apple wird sich zunehmend an KI-Integrationen messen lassen müssen. Beide Konzerne loten Partnerschaften mit anderen KI-Führern aus. Ein personeller Wechsel steht ebenfalls bevor: John Ternus, derzeit Senior Vice President für Hardware, übernimmt am 1. September 2026 den CEO-Posten von Tim Cook.

Für WhatsApp liegt der Fokus in den kommenden Wochen auf dem stabilen Rollout der neuen Medienfreigabe-Menüs und der breiten Einführung der datenschutzorientierten „Nach dem Lesen“-Timer. Ob die EU-Konzession ausreicht, um die Wettbewerbshüter dauerhaft zu besänftigen, bleibt abzuwarten.