Ab 19,99 Euro pro Monat gibt es erweiterte Audio-Features und KI-Assistenten.
Meta verändert seine Strategie im Wearable-Markt grundlegend. Mit Meta One Premium führt der Konzern erstmals ein Abonnement für spezifische High-End-Funktionen seiner Smart Glasses ein – ein Schritt, der den Trend zu wiederkehrenden Softwarekosten nach dem Hardwarekauf verstärkt.
Was das Abo bietet
Im Zentrum des neuen Dienstes steht die Conversation Focus-Funktion, die Gespräche in lauten Umgebungen verständlicher macht. Die Funktion bleibt zwar für alle Nutzer verfügbar – allerdings mit einer klaren Einschränkung: Ohne Abo sind nur drei Stunden Nutzung pro Monat möglich. Abonnenten erhalten 15 Stunden monatlich, nicht genutzte Stunden verfallen am Monatsende.
Zusätzlich umfasst das Paket Prioritäts-Support und erweiterte Funktionen in anderen Meta-Anwendungen. Berichten zufolge sollen auch hochwertige KI-Funktionen wie erweiterte Objekterkennung und Echtzeit-Übersetzung ins Bezahlmodell integriert werden. Ein Unternehmenssprecher betonte jedoch, dass grundlegende KI-Features weiterhin ohne Abo nutzbar bleiben. In Großbritannien ist der Dienst vorerst nicht verfügbar.
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Kritik an der Paywall
Die Einführung eines Nutzungslimits stößt auf deutliche Kritik. Verbraucherschützer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität bemängeln, dass Conversation Focus eher ein unverzichtbares Hilfsmittel als ein Luxus-Feature sei. Die Bezahlschranke benachteilige jene, die auf die Technologie für die tägliche Kommunikation angewiesen sind.
Besonders pikant: Die Technologie läuft Berichten zufolge lokal auf der Hardware der Brille – ohne teure Cloud-Ressourcen zu beanspruchen. Zum Vergleich: Konkurrent Apple bietet vergleichbare Audio- und Barrierefreiheitsfunktionen ohne Zusatzkosten an. Branchenbeobachter ziehen Parallelen zu früheren Versuchen von Autoherstellern, serienmäßige Funktionen wie Sitzheizung per Abo freizuschalten.
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Neue Hardware zum erschwinglichen Preis
Parallel zum neuen Service-Modell erweitert Meta sein Hardware-Angebot. In Zusammenarbeit mit EssilorLuxottica bringt der Konzern seine ersten eigenen Smart-Glasses-Modelle ab 299 Euro auf den Markt. Die neue Serie umfasst drei Designs: den „Adventurer“, die „Fury“ und eine Kylie-Jenner-Edition.
Die technische Ausstattung kann sich sehen lassen: Ein Multi-Mikrofon-Array, offene Ohrhörer und eine Akkulaufzeit von acht Stunden – das Ladecase liefert insgesamt bis zu 40 Stunden Energie. Die höherwertigen Modelle der Ray-Ban-Meta-Gen-2-Reihe wie „Blayzer“ und „Scriber“ starten bei 499 Euro. Meta-Chef Mark Zuckerberg wurde bereits mit einer 800-Euro-Version gesichtet – offenbar nutzt er die Brille selbst für geschäftliche Telefonate im Freien.
Expansion nach Asien und Südamerika
Meta forciert seine Expansion in Asien und Südamerika. Seit dem 6. Juli 2026 unterstützen die Gläser auch Echtzeit-Übersetzungen ins Koreanische – insgesamt sind nun 20 Sprachen verfügbar. Ab dem 22. Juli sollen die Datenbrillen in Südkorea über die Elektronikhändler Electromart und Hi-Mart erhältlich sein. Weitere Zielmärkte sind Japan, Singapur, Chile, Kolumbien und Peru.
Mit einem Marktanteil von 76,1 Prozent dominiert Meta den Smart-Glasses-Sektor derzeit klar. Die Nachfrage boomt: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Auslieferungen um 167 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Analysten rechnen bis Jahresende mit weltweit 13,4 Millionen verkauften Einheiten. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Gerüchten zufolge könnte Apple bereits 2027 in den Markt einsteigen.

