Der Account von Saurav Das war nach einem automatisierten Fehler gesperrt worden – nun ist er wieder aktiv.
Der Kuriosität vorausgegangen war ein digitaler Eklat: Meta, der Mutterkonzern von WhatsApp, hatte am Mittwoch, dem 22. Juli 2026, das Konto von Saurav Das gesperrt. Der ist Chefsprecher der Cockroach Janta Party (CJP). Nach heftiger öffentlicher Kritik ruderte der Konzern zurück und stellte den Account wieder her. Die Sperrung sei ein technischer Fehler gewesen, hieß es aus dem Unternehmen.
Automatisierte Moderation als Auslöser
Die Blockade war kein gezielter politischer Schachzug, sondern das Ergebnis eines fehlgeleiteten Algorithmus. Das selbst hatte noch am selben Tag auf der Plattform X nachgefragt, warum sein Zugang eingeschränkt worden sei – und von wem die Anweisung dazu gekommen war.
Nach der Wiederherstellung bedankte sich Das bei der Öffentlichkeit. Der Druck auf Meta habe geholfen, sein Konto schnell zurückzubekommen. CJP-Chef Ashutosh Ranka zeigte sich trotz der Fehler-Erklärung skeptisch. Er vermutet einen Zusammenhang mit einem drohenden Konspirationsverfahren gegen die Parteiführung – angeblich auf Basis von Anti-Terror-Gesetzen.
Proteste in Delhi eskalieren
Die digitale Störung fiel in eine Zeit massiver Unruhen in Delhi. Bereits am 20. Juli hatte die CJP einen Marsch zum Parlament organisiert – unter dem Motto „Chalo Sansad“. Anlass war der Skandal um die durchgesickerten Prüfungsfragen des NEET-Examens. Die Demonstration eskalierte: Die Polizei setzte Tränengas ein, über 100 Beamte wurden verletzt.
Die juristischen Folgen sind massiv. Mindestens zehn Strafanzeigen wurden im Zusammenhang mit dem Marsch registriert. Aus Sicherheitsgründen schlossen die Behörden 16 U-Bahn-Stationen in Delhi. Der Oberste Gerichtshof lehnte es ab, eine Petition gegen das polizeiliche Vorgehen dringend zu verhandeln.
Verhandlungen auf höchster Ebene
Die Account-Wiederherstellung fiel zeitlich mit hochrangigen Gesprächen zusammen. Eine CJP-Delegation traf sich am 22. Juli mit Unionsminister JP Nadda und Minister Jitendra Singh. Bereits zwei Tage zuvor hatte es ein kurzes Treffen gegeben, bei dem Nadda versprach, die Forderungen der Partei intern zu besprechen.
Die CJP stellt vier zentrale Forderungen:
* Die Entlassung von Bildungsminister Dharmendra Pradhan wegen des NEET-Skandals.
* Die Freilassung des Aktivisten Sonam Wangchuk.
* Eine Entschädigung von umgerechnet rund 120.000 Euro für die Familien von NEET-Kandidaten, die Suizid begangen haben.
* Die Rücknahme aller Strafanzeigen gegen Teilnehmer des Marsches vom 20. Juli.
Saurav Das machte klar: Die Bewegung und der Hungerstreik von Sonam Wangchuk werden fortgesetzt – unabhängig von polizeilichen Maßnahmen. JP Nadda bezeichnete die Gespräche als konstruktiv und rief zur Beendigung der Sitzblockaden auf. Die CJP hält dagegen: Die Regierung habe sich zu keinen ihrer konkreten Forderungen verbindlich geäußert.
Gewalt und Sicherheitsbedenken
Die Tage um die digitale Sperrung waren auch von Gewalt auf den Straßen geprägt. Am 21. Juli wurde ein Fernsehjournalist attackiert, während er über eine CJP-Protestaktion am Jantar Mantar berichtete. Saurav Das verurteilte die Tat.
Parallel dazu besuchten Oppositionsabgeordnete am 22. Juli den hungerstreikenden Sonam Wangchuk im Medanta-Krankenhaus. Der politische Fokus auf die Delhi-Proteste wird damit immer breiter. Die CJP hatte kurzzeitig eine Protestaktion am Polizeihauptquartier organisiert, diese aber abgebrochen – angeblich, weil festgenommene Personen freigelassen worden seien. Die Polizei dementierte, dass es überhaupt Festnahmen gegeben habe.

