Meta „Project Phoenix“: VR-Headset wird federleicht

Metas 'Project Phoenix' setzt auf extrem leichtes VR-Headset und separate Gürtel-Einheit für Rechenleistung. Die Markteinführung wurde auf 2027 verschoben, um die Qualität zu verbessern.

Meta plant eine radikale Wende für seine VR-Brillen. Neue Leaks zeigen ein extrem leichtes Headset, das Rechenleistung und Akku in einen separaten Gürtelclip auslagert. Das „Project Phoenix“ soll den Tragekomfort revolutionieren – doch die Markteinführung verzögert sich.

Die Vision: Brillenleicht statt klobig

Das Ziel ist klar: Die größte Hürde für den Massenerfolg von Virtual Reality soll fallen. Aktuelle All-in-One-Headsets wie die Meta Quest 3 gelten vielen Nutzern als zu klobig und schwer. Das „Project Phoenix“ setzt daher auf eine revolutionäre Zwei-Komponenten-Architektur. Auf der Nase sitzt nur noch ein schlankes Display, ähnlich einer Skibrille. Die gesamte Rechenpower und der Akku stecken in einem externen „Compute Puck“, der am Gürtel getragen wird.

Diese Trennung könnte den Tragekomfort dramatisch verbessern. Frühere Berichte nannten ein Zielgewicht von unter 110 Gramm für das Headset – weniger als ein Viertel der Quest 3. Längere Nutzungsdauern für Filme, soziale Interaktionen oder Arbeit in der virtuellen Welt wären die Folge. Die Strategie: VR soll alltagstauglich werden.

Die Leaks: So könnte „Phoenix“ aussehen

Zwei kürzlich aufgetauchte Renderings, die auf physischen Prototypen basieren sollen, geben den bisher klarsten Blick auf das System frei:
* Das Headset: Ein Leak vom Januar 2026 zeigt ein Gerät, das deutlich schlanker ist als die Quest 3. Es wirkt wie eine Mischung aus VR-Brille und schicken Augmented-Reality-Brillen.
* Der Compute Puck: Ein weiterer Leak diese Woche offenbarte die externe Recheneinheit. Sie ist scheibenförmig, besitzt einen Clip für den Hosenbund und eine große Lüftungsöffnung, die auf eine leistungsstarke – und warme – Innenleben schließen lässt.

Die Bilder unterstreichen Metas Philosophiewechsel. Statt alles in einem Gehäuse unterzubringen, wird die Hardware entlastet, um den Nutzer zu entlasten. Der Preis dafür: ein physisches Kabel zwischen Brille und Puck, ein Rückfall gegenüber kabellosen Standalone-Geräten.

Die Verschiebung: Qualität vor Geschwindigkeit

Die ambitionierte Neuausrichtung hat Konsequenzen für den Fahrplan. Internen Dokumenten zufolge wurde der Start des „Project Phoenix“ verschoben. Statt 2026 soll das Leichtgewicht-Headset nun in der ersten Hälfte 2027 auf den Markt kommen.

Hintergrund sind Qualitätsbedenken. CEO Mark Zuckerberg und die Führungsetage sollen entschieden haben, den Entwicklungsteams mehr Zeit für die Feinarbeit zu geben. Man will keinen halbgarer Erstauftritt riskieren. Diese Fokussierung auf den neuen Formfaktor hat Priorität – sogar vor einem direkten Nachfolger der Quest 3.

Zwei Wege für zwei Märkte

Meta verfolgt offenbar eine Doppelstrategie. Parallel zum komfortorientierten „Phoenix“ wird weiter an einem leistungsstarken Quest 4 für Gamer gearbeitet. Dessen Launch könnte sich jedoch bis Ende 2027 oder später hinziehen.

Damit segmentiert der Konzern den Markt: Ein High-End-Gerät für Hardcore-Spieler und ein leichtes, zugängliches System für den breiten Konsum. Ein Bericht von 2025 nannte als Preisziel für das Puck-System „unter 1.000 US-Dollar“. Damit positioniert sich Meta klar im erschwinglicheren Segment – weit entfernt vom Premium-Preis des Apple Vision Pro.

Die Entwicklung spiegelt einen Branchentrend zu diskreteren XR-Geräten wider. Für Metas Reality-Labs-Sparte, die bisher Milliardenverluste schrieb, ist „Phoenix“ ein zentraler Hoffnungsträger. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Verluste 2026 ihren Höhepunkt erreichen und 2027 – pünktlich zum Launch der neuen Hardware-Generation – sinken werden. Die Zukunft der VR soll leichter werden.